Zastava: Der vergessene Autobauer Jugoslawiens

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    Vom Fićo zum Yugo: Zastava schrieb einst Automobilgeschichte in Jugoslawien. Lizenzbauten von Fiat-Modellen prägten die Strassen des Landes.

    Zastava Yugo
    Zastava Yugo Cabrio vor dem Reichstag. - Wikipedia

    Zastava, einst ein Symbol für die jugoslawische Automobilindustrie, blickt auf eine lange und turbulente Vergangenheit zurück. Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1853, allerdings nicht als Autobauer, sondern als Waffenfabrik.

    Die Produktion von Automobilen begann erst 1953 – mit Lizenzbauten von Fiat-Modellen. Der Startschuss fiel mit dem Zastava 750, liebevoll «Fićo» genannt, einem Lizenzbau des Fiat 600.

    Zastava 750
    Zastava, einst Jugoslawiens grösster Autobauer, produzierte von 1953 bis 2008 Lizenzbauten von Fiat. - Alexander Migl (Wikipedia)

    In den 70er-Jahren legte Zastava mit dem Zastava 101 nach, einem Lizenzbau des Fiat 128.

    Der Yugo: Ein jugoslawischer Kleinwagen

    In den 80er-Jahren wagte Zastava mit dem Yugo den Sprung auf den internationalen Markt – vor allem in den USA sollte der Kleinwagen Fuss fassen. Der Yugo, basierend auf dem Fiat 127, lockte mit einem unschlagbar günstigen Preis und wurde als Einstiegsmodell positioniert.

    Yugo
    Der Yugo scheiterte an Qualitätsproblemen und dem Fall des Eisernen Vorhangs. - Dennis G. Jarvis (Wikipedia)

    Doch der Erfolg war nicht von Dauer. Qualitätsprobleme und der Fall des Eisernen Vorhangs liessen die Verkaufszahlen einbrechen.

    Zastava versuchte gegenzusteuern und brachte in den 90er-Jahren den Florida auf den Markt, eine Limousine auf Basis des Yugo. Der Florida bot zwar mehr Platz und Komfort, konnte aber den Abwärtstrend nicht stoppen.

    Krieg, Krise und Kooperation: Zastava im neuen Jahrtausend

    Der Kosovokrieg und die NATO-Bombardierungen 1999 trafen Zastava schwer. Die Produktion kam zum Erliegen, das Unternehmen stand vor dem Aus.

    Zasatava Florida
    Mit dem Florida brachte Zastava in den 90er-Jahren eine Limousine auf Basis des Yugo auf den Markt. - Made in Yugoslavia (Wikipedia)

    Im Jahr 2008 übernahm Fiat 67 Prozent des Werks in Kragujevac und gründete das Joint Venture Fiat Srbija. Die Produktion der Zastava-Modelle Skala, Yugo und Florida lief noch bis November 2008 weiter.

    Danach konzentrierte sich das Werk auf die Produktion von Fiat-Modellen wie dem Punto.

    Zastava heute: Zurück zu den Wurzeln

    Heute produziert Zastava wieder hauptsächlich Waffen und gehört zu den grössten Waffenexporteuren Serbiens. Die Automobilproduktion ist Geschichte, doch die Erinnerung an die Zastava-Modelle lebt weiter.

    Insbesondere der Fićo hat Kultstatus erlangt und symbolisiert eine Ära, in der Jugoslawien eine bedeutende Rolle in der europäischen Automobilindustrie spielte.

    Obwohl die Marke Zastava vom Automarkt verschwunden ist, bleibt sie ein Stück Automobilgeschichte – und ein Stück Nostalgie für viele Menschen im ehemaligen Jugoslawien.

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    Kommentare

    User #5517 (nicht angemeldet)

    Der Fiča war nicht nur ein Auto, sonder n die Indentifikation eines ganzen Volkes, das heute aus sechs eigenständigen Republiken besteht. Robust, einfach und billig das war der Käfer des Balkans! Mit Untergang Jugoslawiens war auch sein "daseinsende" besiegelt!!! Um so schöner dass er wieder Beachtung findet und eine unglaubliche Emotion auslöst!!! Verneigung kleiner Fiča!!!!

    User #1576 (nicht angemeldet)

    Schöne alte Zeiten . Der Fićo kann überall durch . Wenn was kaputt ging. Mit einem einfachen Werkzeugkasten zu reparieren. Wagenheber nicht wirklich notwendig . An einer kleinen Böschung auf die Seite kippen, reparieren zurückdrehen. Oftmals gute Option . Jetzt hast du ne kalte Lötstelle im Steuergerät. Bekommst es nicht auf ,selbst wenn schieben, abschleppen lassen von Kollegen . Keine Chance . Abschlepper, Werkstatt. Hab vor kurzem mitbekommen das bei Porsche die Arbeitsstunde über 300€ kostet. Ölwechsel für 911 etwas über 1600 €. Fićo steht hier in Mühlheim am Main einer . Alt restauriert mit einem Grossen alten Koffer auf dem Dach . Nachbar hier hatt Zastava 101 Stojadin genannt . Kann vor dem Yugo. Sorry, das ich es übertrieben hab. Fićo wurde ich sehr gerne fahren . Das Auto fährt man ,nicht das Auto fährt Dich!

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