Diese Schweizer können auf NHL-Einsätze hoffen – Moser & Muggli
Die Schweizer NHL-Spieler gehören kaum zu den Topfavoriten auf den Stanley Cup. Thomas Roost sieht für 13 Schweizer gute Chancen.

Keiner unserer Fixstarter spielt in einem Top-Favoriten-Team um den Stanley Cup. Für mich sind die Colorado Avalanche und die Carolina Hurricanes die Topfavoriten. Im erweiterten Favoritenkreis sehe ich die Florida Panthers, Tampa Bay Lightning, die Edmonton Oilers, die Vegas Golden Knights und die Dallas Stars.
Dies würde bedeuten, dass nur gerade Akira Schmid (Florida Panthers) und Lian Bichsel, (Dallas Stars) Chancen haben, die wohl geschichtsträchtigste Sporttrophäe in die Schweiz zu bringen.
Die New Jersey Devils mit den drei Schweizern Nico Hischier, Timo Meier und Jonas Siegenthaler sind ein talentiertes Team, aber mit Fragezeichen betreffend physische Härte, Wasserverdrängung und sogenanntem «Heavy Hockey».
Zudem sind einige ihrer Leistungsträger tendenziell verletzungsanfällig. Trotzdem, der Skill-Level bei den Devils ist sehr hoch und falls die Top-2-Center Jack Hughes und Nico Hischier weitestgehend verletzungsfrei bleiben, dann traue ich ihnen die Playoffqualifikation zu. Ein Titelgewinn wäre aber für mich eine ziemlich grosse Überraschung.
JJ Moser – Tampa Bay Lightning
JJ Moser war der Aufsteiger der letzten NHLSaison aus Schweizer Sicht. Mit 21:34 Minuten Eiszeit pro Spiel hat er sich in Tampa in eine prominente Rolle gespielt. Sein Corsi-Wert von 57,0% und das 73-47 Score, wenn Moser bei 5 vs. 5 auf dem Eis stand, sind eindrückliche Zahlen bei den Advanced Stats.
Die 29 Skorerpunkte sind noch wertvoller, wenn man bedenkt, dass dabei nur ein einziger Punkt aus dem Powerplay resultierte. JJ Moser ist ein guter Skater, ein guter Passeur, und er versteht es, den Puck in die Offensivzone zu bringen.

Er wäre auch ein valabler Powerplay-Spieler, aber nach der Ankunft von John Carlson denke ich nicht, dass er viel Powerplayzeit erhalten wird. JJ Moser liest das Spiel gut, ist mobil auf den Schlittschuhen und kann so eine enge «Gap» spielen.
Sein Spiel ist nicht besonders physisch, aber er zieht sich diesbezüglich auch nicht zurück. Ich erwarte erneut eine sehr gute Saison von ihm. Betreffend Skorerpunkte bin ich etwas zurückhaltend, weil ich, wie bereits erwähnt, nicht denke, dass er viel Powerplay- Spielzeit erhält. Trotzdem erwarte ich wieder 25 bis 30 Skorerpunkte von ihm.
Leon Muggli – Washington Capitals
Leon Mugglis letzte Saison wurde durch eine Verletzung beeinträchtigt und auch dadurch waren seine Fortschritte überschaubar. Er gehört aktuell nicht ganz zu den Top-10-Talenten in der Washington Capitals- Organisation, und es ist fraglich, ob er in dieser Saison zu NHL-Einsätzen kommen wird.
In seinen 27 Spielen in der AHL und auch an der U20-WM hat er immerhin angedeutet, dass eine Mobilität in alle Richtungen und seine Instinkte ein solides Fundament sind, um mittelfristig höhere Ziele anpeilen zu können.

Für die kommende Saison gilt es nun, verletzungsfrei zu bleiben und sich in der AHL als Top-Verteidiger zu etablieren. Seinen für die letzte Saison antizipierten «Cup of Coffee» in der NHL erwarte ich gegen Ende dieser Regular Season.
Allerdings nur dann, wenn er es schafft, den nächsten Schritt zu vollziehen. Aber vergessen wir nicht, dass er erst 20 Jahre alt ist und die Verteidigerposition in aller Regel etwas mehr Entwicklungszeit verlangt als, es beispielsweise bei einem Flügelstürmer der Fall ist.
Zum Autor
Thomas Roost ist seit 1995 NHL-Scout für den zur NHL gehörenden Central Scouting Service und seit 2010 Scout für den EHC Biel. Hauptberuflich war er 25 Jahre CHRO und Mitglied der Konzernleitung in einer internationalen Touristikfirma mit weltweit 1500 Mitarbeitenden und berät heute als Consultant Eishockeyspieler, mit dem Ziel, dass sie ihr Potenzial während und nach ihrer sportlichen Karriere voll ausschöpfen können.








