Damit die Hotelfachschule Thun (HFT) wettbewerbsfähig bleibt, will sie investieren und sich neu positionieren.
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Ein Taschenrechner (Symbolbild) - Pixabay

Der Gemeinderat unterstützt die Strategie und beantragt dem Stadtrat, der HFT ein zinsloses Darlehen von 1 Million Franken zu gewähren. Damit will der Gemeinderat dazu beitragen, den Standort dieses bildungspolitischen Leuchtturms im Berner Oberland zu sichern.

 Die Hotelfachschule Thun (HFT) steht schweizweit im Wettbewerb mit fünf anderen Hotelfachschulen. Damit sie sich im Kampf um die Talente behaupten kann, will sie investieren und sich neu positionieren (vgl. Medienmitteilung der Hotelfachschule Thun vom 15. Februar 2019: www.hfthun.ch) deshalb, den Herausforderungen mit einem umfassenden Erneuerungsprojekt zu begegnen. Für die Umsetzung der Vorwärtsstrategie sind gemäss Stiftungsrat rund 11 Millionen Franken erforderlich. Am 21. Dezember 2018 ersuchte die Hotelfachschule die Stadt Thun um ein Darlehen in der Höhe von 1 Million Franken. Der Gemeinderat beantragt dem Stadtrat, das Darlehen zu gewähren.

 Stadt Thun hat eine besondere Verantwortung

Als Stifterin und Mitgründerin hat die Stadt Thun für die Hotelfachschule eine besondere Verantwortung. Es braucht ein deutliches Bekenntnis der Standortgemeinde zu ihrer Hotelfachschule und zum Tourismus. Die HFT ist ein bildungspolitischer Leuchtturm im Berner Oberland und muss deshalb erhalten und gestärkt werden. Mit einer Stärkung der Hotelfachschule wird dem Fachkräftemangel in der Hotelbranche aktiv begegnet. Das Darlehen ist eine gute Investition in die Hotellerie und in den Tourismus und macht sowohl bildungspolitisch als auch volkswirtschaftlich Sinn.

 Attraktivere Unterkunft für Studierende

In einem ersten Schritt sollen die Wohnmöglichkeiten für die Studierenden saniert und attraktiver werden. Für die Finanzierung der ersten Phase im Jahr 2019 (Umbau und Sanierung Haus 35 zur Campus Lodge, Unterrichtsräume, Teachers Co-Working Space) benötigt die Hotelfachschule 2.5 Millionen Franken. Das Darlehen der Stadt Thun soll für die Campus Lodge (Studentenunterkunft) sowie das Teachers Lab (Coworking Area für Lehrpersonen) eingesetzt werden.

 Laborhotel als innovative Idee

Mit der Verlegung der Unterkünfte der Studierenden in ein Nebengebäude entsteht die Möglichkeit, am bisherigen Standort ein sogenanntes Laborhotel zu bauen. Dieses innovative Hotel, das in die Ausbildung integriert und vor allem durch Studierende betrieben werden soll, ermöglicht eine fundierte, praxisorientierte Ausbildung. Der Hotelbranche und den Verbandsmitgliedern von Hotelleriesuisse steht mit dem neuen Hotel künftig zudem ein Labor zur Verfügung, aus dem diese Erkenntnisse für ihre Betriebe ableiten können. Das neue Hotelangebot beinhaltet 35 kleine und 15 grosse Hotelzimmer sowie 18 Serviced Apartments. Zusätzlich zur Verbesserung der Ausbildung sollen mit einer Stärkung des bestehenden Hotelbetriebs in Zukunft mehr finanzielle Mittel generiert werden. Die Schule steht bei der Umsetzung des Projektes unter grossem Zeitdruck. Es ist geplant, das neue Hotel bereits 2021 zu eröffnen, damit die verlorenen kantonalen Unterstützungsbeiträge durch zusätzliche Einkünfte kompensiert werden können.

Der Hotelierverein Thunersee und der Hotelier-Verein Berner Oberland unterstützen das Vorhaben.

 Stadt Thun setzt positives Signal

Der Gemeinderat versteht seine Unterstützung als Vertrauensbeweis gegenüber der Hotelfachschule und hofft auf eine positive Signalwirkung. Er gibt der Erwartung Ausdruck, dass sich auch die beiden anderen Stifter (Kanton Bern und Branchenverband Hotelleriesuisse) massgeblich am Erneuerungsprojekt beteiligen. Der Thuner Stadtrat wird sich voraussichtlich an seiner Sitzung vom 21. März 2019 mit diesem Geschäft befassen.

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