Wie gehen Schweizer Veranstaltungen mit der Terror-Gefahr um?

In der Schweiz stehen diverse Grossveranstaltungen an – nachdem es in Europa zuletzt Anschläge oder Drohungen gab. Die Lage wird genau beobachtet.

Ausblick auf das Wankdorf in Bern. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Brüssel wurden bei einem Fussball-Spiel zwei Fans getötet.
  • Die Terror-Gefahr ist auch vor dem Super-League-Spitzenkampf in Bern ein Thema.
  • Im Hallenstadion prüft man die Sicherheitslage vor dem 50-Cent-Konzert ebenfalls genau.

In vielen europäischen Ländern geht die Angst vor möglichen Terroranschlägen um. Zuletzt wurden in Belgien bei einem Fussballspiel zwei Menschen erschossen. In Frankreich mussten Sehenswürdigkeiten wie der Louvre mehrfach evakuiert werden.

In der Schweiz finden an diesem Wochenende diverse Grossveranstaltungen statt. In Bern stehen die Bundeshaus-Lichtshow und ein Fussball-Spitzenkampf auf dem Programm.

Im Zürcher Hallenstadion gibt es unter anderem ein 50-Cent-Konzert und anderswo wird an Oktoberfesten gefeiert. Doch wie gehen die Organisatoren jetzt mit der potenziell erhöhten Gefahr um?

Reto Nause, Sicherheitsdirektor der Stadt Bern, sagt gegenüber Nau.ch, dass man die Situation laufend beobachte. Auch stehe man in täglichem Kontakt mit der Kantonspolizei. «Die Sicherheitssituation ist angespannt», so Nause.

Die Kantonspolizei ihrerseits bestätigt, dass die Lage im Nahen Osten Einfluss auf ihre Arbeit hat. Mediensprecherin Lena Zurbuchen sagt: «So haben wir auch bereits situativ Dispositive verstärkt sowie weitere Massnahmen getroffen.»

Gegenüber «Bärn Today» hat Nause am Mittwoch ebenfalls bereits angekündigt, dass zusätzliche Massnahmen ergriffen wurden. Dies vor dem Wochenende, an dem die Lichtershow «Rendez-vous Bundesplatz» beginnt.

Mit dem Zibelemärit oder Weihnachtsmärkten stehen weitere Veranstaltungen an. «Wir bleiben wachsam», versprach Nause.

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Auf den Match zwischen YB und dem FC Zürich angesprochen, sagt Nause zu Nau.ch: «Das Spiel ist ohnehin schon ein Risiko-Spiel. Die Sicherheitsvorkehrungen sind per se schon erhöht.»

Die Kapo will nicht ins Detail gehen, sagt aber, dass man beim Fussballspiel im Einsatz steht und die Lage beurteilt. Gestützt darauf werde man weitere Massnahmen ergreifen.

Es gebe aber laut Nause keinen Hinweis, dass ein Super-League-Spiel im Visier von Terroristen sein könnte. Ein Länderspiel wie Belgien gegen Schweden stehe naturgemäss stärker im Fokus.

Aufgrund des reich befrachteten Kalenders hatte die Stadt Bern am Mittwoch angekündigt, keine Nahost-Demos zu erlauben.

Hallenstadion erwartet keinen Besucher-Rückgang

Ähnlich wie in Bern klingt es beim Hallenstadion in Zürich. CEO Philipp Musshafen sagt gegenüber Nau.ch, die Sicherheit stehe immer an oberster Stelle. Man stehe mit den städtischen und kantonalen Behörden im Austausch – auch bezüglich Terroreinschätzung.

Die möglicherweise erhöhte Gefahr dürfte sich jedenfalls nicht auf die Gästezahlen auswirken, wie Musshafen ausführt: «Aktuell gehen wir nicht von weniger Besuchern an den Veranstaltungen am Wochenende aus.»

Keine besonderen Massnahmen ergreifen die Organisatoren des Oktoberfests in Thun. Man gehe nicht davon aus, dass man für einen Angriff interessant sein könnte, heisst es auf Anfrage.