Cembra Money Bank und Migros kämpfen um Kunden

Die Partnerschaft zwischen der Migros und Cembra Money Bank ging zu Ende. Jetzt duellieren sich die beiden Parteien um ihre Cumulus-Kreditkartenkunden.

Die Cembra Money Bank präsentiert ihr Halbjahresergebnis 2022. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Partnerschaft von Migros und der Cembra Money Bank ging auf Ende Juni zu Ende.
  • Nun starteten die beiden Unternehmen das Duell um die Cumulus-Kreditkartenkunden.
  • Beide Parteien locken mit attraktiven Angeboten.

Mit dem Auslaufen der Partnerschaft von Migros und Cembra ist der Kampf um die Cumulus-Kreditkartenkunden entbrannt. Die Konsumkreditbank Cembra bringt nun die bestehenden Cumulus-Kunden auf ihr neues Kreditkartenangebot «Certo!» während die Migros Bank ihrerseits die «neue Cumulus-Karte» lanciert.

Das Aus für die Kreditkarten-Zusammenarbeit zwischen der Migros und der Cembra Money Bank auf Ende Juni war bereits angekündigt worden. Laut den damaligen Angaben waren rund 850'000 Cumulus-Kreditkarten im Umlauf. Für die Migros sei es «strategisch naheliegend», das Produkt gemeinsam mit der eigenen Migros Bank anzubieten. Dies heisst es in einer Mitteilung der Migros-Bank vom Freitag.

Die Cembra Money Bank und die Migros kämpfen um ihre Kunden. - Keystone

Für die bisherigen Kunden der Cumulus-Mastercard ändert sich unmittelbar wenig: Ihre Karten behalten ihre Gültigkeit bis zum Verfalldatum, wie der Cembra-Mitteilung zu entnehmen ist. Die ersten Certo-Nachfolgekarten will Cembra nun – je nach Verfallsdatum – in den kommenden Wochen an Cumulus-Kunden verschicken. Diese könnten «sofort aktiviert und nahtlos weiter eingesetzt» werden – alle Kartendaten und der Kartenvertrag bleiben unverändert.

Neue Cumulus-Karten werden dagegen nun von der Migros Bank herausgegeben. Kundinnen und Kunden könnten die neue Kreditkarte ab sofort per App, auf der Webseite oder mittels Papierformular beantragen. Mit der Karte, auf die wie beim Konkurrenzangebot weiterhin keine Jahresgebühr erhoben wird, lassen sich beim Bezahlen auch Cumulus-Punkte sammeln.

«Geld-zurück-Prämie» bei Cembra Money Bank

Beide Kartenherausgeber wollen die Kundinnen und Kunden allerdings auch über spezielle Anreize halten respektive neu anlocken. So verspricht Cembra den Nutzerinnen und Nutzern ihrer Certo-Mastercard eine «Geld-zurück-Prämie»: Für Einkäufe bei Migros, Coop und SBB werden ihnen 1 Prozent der Summe wieder gutgeschrieben. Alle anderen Transaktionen würden mit einer Geld-zurück-Prämie von 0,33 Prozent belohnt, so Cembra.

Migros-Bank lockt ausser mit Cumulus-Punkten auch mit einem weltweiten gebührenfreien Einkauf sowie mit einem kostenlosen Bargeldbezug an den Migros-Kassen. Bei der App-Beantragung werde die neue Cumulus-Kreditkarte die erste Kreditkarte der Schweiz sein, deren Antrag «in Echtzeit» geprüft werde.

Cembra Money Bank lockt mit «Geld-zurück-Prämie». - Keystone

Derweil wird die Certo-Karte von Cembra per sofort auch für Neukundinnen und -kunden als «Certo! One Mastercard» angeboten. Bei dieser Version ist die «Geld-zurück-Prämie» erweiterbar:

Die Nutzer können ihre drei «Lieblingshändler» für die 1 Prozent-Rückerstattung aus einer Liste von anfänglich 20 Händlern auswählen. Diese können monatlich angepasst werden. Für die Einführung der Certo-Kartenfamilie hat die Cembra Money Bank eine nationale Werbekampagne lanciert.

Die Cembra Money Bank wolle natürlich «so viele Cumulus-Kreditkartenkunden wie möglich» halten, erklärte CEO Holger Laubenthal am Freitag. In den vergangenen Monaten hatte er es zum Ziel erklärt, eine «Mehrheit» von ihnen bei der Bank zu halten. Von den per Ende 2021 rund 1,1 Millionen von Cembra ausgegebenen Karten machen die Cumulus-Karten den «grossen Teil» aus. Daneben arbeitet Cembra im Kartengeschäft mit weiteren Detailhandelsunternehmen wie Conforoma, Fnac oder neu auch Spar zusammen.