Schweiz gegen Katar in der Automobilwelt
Wie Katar der Schweiz den Autosalon wegschnappte. Das sportliche WM-Duell birgt eine ganz besondere Brisanz.

Das sportliche Aufeinandertreffen mit Katar weckt im Hintergrund eine tiefe wirtschaftliche Wunde: Es geht um den legendären Genfer Autosalon.

Ausgerechnet Katar schnappte den Eidgenossen diese prestigeträchtige Automobilmesse vor kurzem eiskalt weg.
Der unaufhaltsame Aufstieg von Doha
Das finanzstarke Emirat Katar investiert seit Jahren immense Summen in weltweit angesehene Prestigeprojekte. Mit der exklusiven Geneva International Motor Show Qatar stampften die dortigen Planer ein echtes Luxusevent aus dem Wüstensand.
Hypermoderne, voll klimatisierte Prachtbauten locken die Chefetagen der wichtigsten Autokonzerne magisch an. Die schier unerschöpfliche Finanzkraft aus Übersee überrollte das kriselnde Schweizer Traditionsmodell letztlich komplett.

Katar erwarb schliesslich die exklusiven globalen Namensrechte der geschichtsträchtigen Automesse für seine eigenen Zwecke. Der historische Glanz der Genfer Vergangenheit weicht somit dem harten Diktat des grossen Geldes.
Eine Traditionsmarke im Dauerkrisenmodus
Jahrelang kämpfte das Genfer Original mit dramatisch sinkenden Ausstellerzahlen und horrenden Standgebühren. Die unerwartete Coronakrise versetzte dem ohnehin stark angeschlagenen automobilen Flaggschiff dann den finalen Todesstoss.
Viele führende Hersteller strichen die millionenteuren Messeauftritte kurzerhand komplett aus ihren jährlichen Marketingbudgets. Sie präsentieren ihre technischen Weltneuheiten heute lieber kostengünstig auf eigenen digitalen Kanälen.
Den Genfer Organisatoren blieb nach einem glanzlosen Comebackversuch nur noch der bittere Gang in den Konkurs. Die einflussreiche Machtachse der weltweiten Automobilindustrie verschob sich dadurch unwiderruflich nach Osten.







