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    Novak Djokovic: Werden nach US-Open-Eklat Linienrichter abgeschafft?

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    USA,

    Tennis-Superstar Novak Djokovic schiesst an den US Open eine Linienrichterin ab. Das könnte nun Konsequenzen haben – nicht für Djokovic, sondern für den Sport.

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    Novak Djokovic schiesst eine Linienrichterin an den US Open ab. - Twitter/@AwanishSharan

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der US-Open-Eklat um Novak Djokovic könnte für den Tennis-Sport noch Folgen haben.
    • Doppel-Legende Todd Woodbridge fürchtet um eine Tradition des Sports.
    • Werden die Linienrichter nach dem Djoker-Zwischenfall abgeschafft?

    Der Eklat rund um Novak Djokovic und seine Disqualifikation von den US Open zieht weiter Kreise. Der Serbe musste sogar die Linienrichterin, die er abgeschossen hatte, vor seinen Fans in Schutz nehmen. Die Frau hatte Morddrohungen erhalten, weil der Djoker ihretwegen disqualifiziert wurde.

    US Open Novak Djokovic
    Novak Djokovic bemüht sich an den US Open um die Linienrichterin, die er zuvor abgeschossen hatte. - dpa

    Der Rauswurf des Weltranglisten-Ersten könnte aber noch ganz andere Folgen haben. Das glaubt zumindest Tennis-Legende Todd Woodbridge. Der Australier fürchtet, dass der Eklat in New York das Ende der Linienrichter im Tennis bedeuten könnte.

    «Es wäre eine Schande, wenn dieser Zwischenfall dazu führt, dass wir nur noch elektronische Entscheidungen haben. Für mich sind die Linienrichter ein wichtiger Teil in der Dramatik des Spiels», so der 22-fache Doppel-Grand-Slam-Sieger.

    Todd Woodbridge Wimbledon
    Jonas Björkman und Todd Woodbridge nach dem Wimbledon-Sieg 2003. - Keystone

    Bei den US Open sind nur auf den beiden Hauptplätzen – dem Arthur-Ashe-Stadium und der Louis-Armstrong-Arena – Linienrichter im Einsatz. Auf den Aussenplätzen kommt ausschliesslich das digitale Hawk-Eye-System zur Anwendung.

    «Unglücklicher Zwischenfall» mit Djokovic

    Woodbridge will Linienrichter nicht gänzlich durch das Hawk-Eye ersetzen. «Es dämpft das Erlebnis, wenn ein leicht verzögerter Computer die Entscheidung fällt. Es ist einfach nicht mehr dasselbe Gefühl.» Er befürchtet, dass der Sport ohne Linienrichter «verdummt» werde.

    «Dann fehlt einfach jegliche menschliche Emotion, und genau deshalb schauen wir doch Sport. Das mit Djokovic war ein unglücklicher Zwischenfall – aber meistens sorgt das für Spannung und Drama. Der Sport braucht das.»

    Sollten die Linienrichter im Tennis abgeschafft werden?

    Er sei dennoch ein grosser Freund des Hawk-Eye-Systems. «Ich liebe es, dass du Entscheidungen anfechten kannst und nicht wegen eines schlechten Urteils ein Spiel verlierst. Aber ich will nicht, dass der Computer alles entscheidet. Dann kannst du den Stuhlschiedsrichter auch gleich loswerden.»

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