Rad-Sprinter Cavendish feiert wundersames Comeback

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    Frankreich,

    Mark Cavendish hatte im Herbst vergangenen Jahres eigentlich schon mit seiner Radsport-Karriere abgeschlossen. Ein Anruf seines alten Teamchefs brachte ihn zurück ins Business. Nun ist ein Rekord greifbar.

    Durch seinen Etappensieg eroberte Mark Cavendish auch das Grüne Trikot. Foto: Pool Luca Bettini/BELGA/dpa
    Durch seinen Etappensieg eroberte Mark Cavendish auch das Grüne Trikot. Foto: Pool Luca Bettini/BELGA/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Es ist gerade einmal acht Monate her, da brach Mark Cavendish nach dem Klassiker Gent-Wevelgem während eines Interviews im belgischen Fernsehen in Tränen aus.

    Es könnte sein letztes Rennen gewesen sein, sagte der hochsensible Radstar damals.

    Abgehängt, demoralisiert und desillusioniert hatte er zuvor das Ziel erreicht. Sein Team Bahrain-McLaren hatte ihm zuvor schon mitgeteilt, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Wer will sich schon in Corona-Zeiten einen kostspieligen Mann für die Siege leisten, dessen letzter Sieg gut zweieinhalb Jahre zurücklag?

    Tränen des Glücks bei Cavendish

    Als Cavendish bei der Tour de France in Fougères wieder hemmungslos weinte, waren es Tränen des Glücks. Der Mann von der Isle of Man hatte es tatsächlich noch einmal geschafft - sein wundersames Comeback auf grosser Bühne war vollendet. Cavendish war zu seinem 31. Etappensieg gerast, fünf Jahre nach seinem letzten Erfolg bei der Frankreich-Rundfahrt.

    «Ich hatte eine schwierige Zeit. Viele Leute haben mir den Rücken zugewendet. Ich war ein bisschen in einem Loch», berichtete der 36-Jährige. «Ich hoffe, dass meine Geschichte den Menschen Hoffnung gibt, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.» Für ihn sei es eigentlich nur darum gegangen, wieder bei der Tour zu sein. Er müsse niemandem mehr etwas beweisen.

    Sein 152. Karriere-Sieg war wohl sein süssester nach all diesen Rückschlägen. Am Pfeifferschen Drüsenfieber war er erkrankt, mentale Probleme seien dazugekommen neben all den sportlichen Rückschlägen wie den schlimmen Stürzen bei der Tour 2014 und 2017. Die letzten beiden Jahre war er für das wichtigste Radrennen gar nicht mehr berücksichtigt worden. Was für eine Demütigung für den Mann mit dem grossen Ego, den Weltmeister von 2011.

    Lefevere holt den Sprinter zurück

    Nur Teamchef Patrick Lefevere erinnerte sich daran, dass er mit Cavendish mal zwei richtig erfolgreiche Jahre erlebt hat. Der Belgier holte den Sprinter zurück ins Deceuninck-Quick-Step-Team und baute ihn auf, wie er es einst mit Marcel Kittel gemacht hat. «Als ich ihn am Abend von Gent-Wevelgem weinen sah, habe ich mir gesagt: 'Ich habe nicht das Recht, ihn auf der Strasse zurückzulassen. Nicht ihn, nicht Mark Cavendish», sagte Lefevere der Sportzeitung «L'Equipe».

    Ähnliches habe er schon bei Philippe Gilbert, dem Weltmeister von 2012, erlebt. «Champions, die am Ende ihres Weges sind, haben diese emotionale Stärke, um sich davon zu überzeugen, dass es noch nicht vorbei ist», sagte Lefevere.

    Merckx-Rekord rückt näher

    So ging es für Cavendish Schritt für Schritt zurück nach oben. Drei Siege bei der unbedeutenden Türkei-Rundfahrt brachten Selbstvertrauen, weitere ordentliche Resultate kamen dazu. Und als dann Sam Bennett, der Sprinter Nummer eins im Team, wegen einer Knieverletzung für die Tour absagte, war die Zeit von Cavendish gekommen. Er sei nervös wie ein Junior gewesen.

    Und nun? Drei Tour-Etappensiege fehlen Cavendish noch zum Uralt-Rekord von Legende Eddy Merckx. «Ich habe gerade erst gewonnen und erklärt, wie schwer es ist, eine Tour-Etappe zu gewinnen. Und ihr stellt mir solche Fragen», sagte Cavendish den Journalisten und verschwand.

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