Oberland

    VAR, Patzer, Mega-Comeback: So wild war Thuns Sieg in Lausanne

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer

    Thun,

    Der FC Thun gewinnt in Lausanne das verrückteste Spiel der Saison. Auf dem Weg zum 5:4-Sieg patzen die Thuner mehrmals, zeigen aber auch grosse Willenskraft.

    FC Thun
    Trotz diverser Fehler kann der FC Thun in Lausanne ein grossartiges Comeback bejubeln. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Beim FC Thun läuft in Lausanne einiges schief – plötzlich geht aber alles auf.
    • Der Meister macht einen 1:4-Rückstand wett, hat dann Dusel und schiesst in letzter Minute das Siegtor.
    • Lausanne scheitert am eigenen Unvermögen.

    Ein unglaubliches Neun-Tore-Spiel in Lausanne endet mit 5:4 für den FC Thun. Der Meister zeigt im Waadtland grosse Comeback-Qualitäten und kommt in der letzten halben Stunde von einem 1:4-Rückstand zurück.

    Auf dem Weg zum wilden Sieg bei Lausanne-Sport leisten sich die Berner Oberländer aber auch Patzer.

    Das kuriose Penalty-Geschenk

    Für den ersten Aussetzer verantwortlich ist Jan Bamert. Beim Stand von 1:0 für Thun fällt der Innenverteidiger im Strafraum zu Boden und stoppt den Ball mit den Händen. Blöd nur: Der Ball hat die Torlinie noch nicht überquert.

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    Jan Bamert schenkt Lausanne einen Penalty. - SRF

    Der VAR schreitet ein – Lausanne kann per Penalty ausgleichen.

    Das misslungene Dribbling

    Einen Patzer leistet sich nach dem Seitenwechsel auch Bamerts Verteidigungspartner Marco Bürki. Der Thuner Captain geht als hinterster Mann ins Dribbling, verliert den Ball – und schon steht es 1:3.

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    Marco Bürki verliert den Ball in ungünstiger Position. - SRF

    Das Eigentor

    Ebenfalls unglücklich gestaltet sich das 1:4. Lucien Dähler lenkt den Ball ins eigene Tor und scheint nach 62 Minuten für die Vorentscheidung zu sorgen.

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    Sowohl der FC Thun als auch Lausanne-Sport schiessen ein Eigentor. - SRF

    Doch dann fängt die grosse Show erst an.

    Das Wahnsinns-Comeback

    Brighton Labeau trifft zehn Minuten später zum 2:4, Braschi verkürzt weitere zehn Minuten danach auf 3:4. Dann leisten sich auch die Lausanner gröbere defensive Aussetzer. Karim Sow lenkt eine Thuner Flanke unbedrängt ins eigene Tor (Video oben).

    Nach 86 Minuten steht es so 4:4 – und der FC Thun drückt weiter.

    Doch plötzlich brennt es hinten wieder lichterloh. Gleich zweimal verlieren die Thuner den Ball leichtfertig. Nur dank dem Unvermögen Lausannes liegt der Meister nicht wieder hinten.

    Stattdessen kriegt er in der Offensive nochmal eine Chance – und weiss diese zu nutzen.

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    Brighton Labeau schiesst Thun zum Sieg. - SRF

    In der sechsten und letzten Minute der Nachspielzeit findet der Ball seinen Weg zu Brighton Labeau. Thuns Topstürmer lässt sich diese Chance nicht nehmen und sorgt für einen der verrücktesten Siege des FC Thun.

    Schlusslicht Lausanne verdirbt sich sein Fest zum 130-jährigen Bestehen derweil selbst.

    Muss der FC Thun bis Saisonende um den Ligaerhalt kämpfen?

    «Wir haben immer daran geglaubt, egal ob es 1:4 stand», sagt Captain Marco Bürki nach dem Spiel zu SRF. «Dann kam das eine nach dem anderen – schlussendlich auch der Sieg.»

    Etwas anders klingt es bei Jan Bamert, der gesteht: «Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nach 70 Minuten und einem 1:4 noch daran geglaubt hätte, dass wir diesen Match gewinnen.»

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