FCB – Maissen: «Auftritt in Vaduz grenzt an Arbeitsverweigerung!»
Der FC Basel kassiert nach dem desolaten Winterthur-Testspiel eine 0:3-Niederlage in der Super League. Die Auftritte machen Clublegende Erni Maissen Angst.

Das Wichtigste in Kürze
- Der FCB ist beim ersten Pflichtspiel unter Trainer Jokanovic chancenlos – in Vaduz gibt es eine 0:3-Niederlage.
- Nau.ch-Kolumnist Erni Maissen sieht bei den Baslern «Arbeitsverweigerung» und «Lustlosigkeit».
- Normalerweise würden sich Spieler bei einem neuen Trainer beweisen wollen. Doch jeder spiele nur für sich, so Maissen.
Schon die 3:7-Niederlage des FC Basel im Testspiel gegen den FC Winterthur war ein Skandal und unter jedem Hund. Im ersten Spiel unter dem neuen Trainer sollte eigentlich jeder Spieler zeigen wollen, was er kann.
Dann folgt ein 0:3 in Vaduz. Die Leistung der Liechtensteiner darf man natürlich nicht unterschätzen. Aber wie der FC Basel aufgetreten ist, grenzt an Arbeitsverweigerung!

Es darf nicht passieren, dass der neue Trainer mit zwei Niederlagen startet. Mir macht das ein bisschen Angst – und es zeigt, dass die Mentalität in der Mannschaft so gar nicht passt.
Gerade wenn ein neuer Trainer kommt, sollte sich doch jeder beweisen. Diese schlechte Einstellung liegt nicht nur am Coach und ist besorgniserregend.
FC Basel an Lustlosigkeit nicht zu überbieten
Gegen Vaduz habe ich beim FC Basel, den Goalie ausgenommen, zehn Einzelspieler auf dem Platz herumlaufen sehen. Jeder spielte nur für sich. So geht das nicht.
Ich frage mich: Hat der Trainer eigentlich noch Zugriff auf eine Mannschaft, die so auftritt? Denn an Arbeitsverweigerung und Lustlosigkeit ist das nicht zu überbieten!
Zudem haben einige Spieler wohl noch nicht gemerkt, um was es hier geht. Der FC Basel kann sich nicht erlauben, noch weiter unter den Strich zu fallen. Vergleicht man den Auftritt mit demjenigen von Vaduz am Sonntag, ist das Wahnsinn!

Wenn man sieht, wie der FC Basel vor dem Trainerwechsel gespielt hat, muss man sagen: Es wurde noch schlimmer. Das kann nicht nur daran liegen, dass man immer noch keinen Plan und Stil der Mannschaft erkennt.
Jung und Alt liefern nicht
Es hapert an der Einstellung. Viele Spieler überschätzen sich offenbar und denken, es reiche irgendwie schon aus. Wie sie sich dann aber defensiv zeigen – so wird das gefährlich für den FCB.
Ich vermute, einige junge Spieler kommen zum FCB in die Schweiz und unterschätzen die Herausforderungen in dieser Liga. Mit dem Kopf sind sie schon halbwegs wieder beim nächsten Verein. Auch in der Schweiz kommt man nur mit Schönspielen nicht weit.
Doch nicht nur die Jungen bleiben unter den Erwartungen. Auch von Stürmer-Neuzugang Zan Celar kommt einfach zu wenig. Von einem gestandenen Spieler wie ihm, der schon etwas älter und erfahrener ist, darf man mehr erwarten. Doch im Moment kommt gar nichts.

Ich weiss nicht, auf was die Basler noch warten. Haben die Spieler gedacht, mit dem neuen Trainer kommt ein Zauberer? Von ihnen sollte man eine gewisse Grundhaltung erwarten dürfen. Nun muss man sich aber fragen, ob einige Neuzugänge im Sommer die richtige Wahl waren.
Ein absolutes No-Go ist zudem, dass man die Spieler in der Nati-Pause zuletzt noch paar Tage Ferien hat machen lassen. Und das in der Phase eines Trainerwechsels. Vielleicht war man da wieder zu überheblich und dachte, dass die Mannschaft das trotzdem hinkriegt.
Muss David Degen mal Tacheles reden?
Am Freitag geht es nun im Cup bei Stade Nyonnais weiter. Wenn die Spieler wieder denken, das Ganze komme dann irgendwie schon gut, fliegen sie aus dem Wettbewerb!
Eine Woche später empfängt man in der Liga GC. Die Grasshoppers haben ihr erstes Spiel unter dem neuen Trainer ebenfalls verloren – aber sie kämpfen wenigstens! Beim FCB war das wirklich tragisch schlimm. Ich finde fast keine Worte dafür.

Dass David Degen an seiner Mannschaft Freude hat, kann ich mir aktuell nicht vorstellen. Vielleicht muss er mal vor das Team stehen und Tacheles reden, damit jedem klar ist, um was es geht.
Der FC Basel kann sich nicht mehr viel erlauben.
Zur Person: Erni Maissen
Erni Maissen absolvierte 406 Spiele für den FCB, erzielte dabei 142 Tore. Damit liegt er an dritter Stelle, einzig Marco Streller und Seppe Hügi schossen noch mehr Tore. In Basel ist der 68-Jährige bis heute eine Legende.
Bereits als Spieler hat der ehemalige Stürmer seine Meinung immer klar und deutlich gesagt. Das wird sich auch in seiner Nau.ch-Kolumne nicht ändern. Versprochen!












