FC St.Gallen

    FC St.Gallen: Grün-weisse Ärgernisse entlang der Autobahn

    Manuela Müller
    Manuela Müller

    Rheintal,

    rün-weisse Brücken, Mauern und Lärmschutzwände: In der Ostschweiz hinterlassen Fans des FC St.Gallen ihre Spuren. Die Entfernung kostet viel Geld.

    Ein bereits älteres «Fankunstwerk» der Fussballfans befindet sich bereits seit Frühling 2025 kurz vor der Autobahnausfahrt Oberriet. mm
    Ein bereits älteres «Fankunstwerk» der Fussballfans des FC St.Gallen befindet sich bereits seit Frühling 2025 kurz vor der Autobahnausfahrt Oberriet. - Manuela Mueller

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Ostschweiz tauchen immer wieder grün-weisse Graffitis von Fans des FC St.Gallen auf.
    • Allein das Astra kostete die Entfernung 2025 rund 56'000 Franken.
    • Der FC St.Gallen distanziert sich klar von den illegalen Aktionen.

    Egal in welcher Gemeinde man sich befindet, man findet sicherlich etwas, dass an den FC St.Gallen mit seinen grün-weissen Farben erinnert. Sei es ein kleiner Aufkleber einer Fangruppierung an einem Bahnhof oder aber auch grössere Fanbekundungen wie seit geraumer Zeit in St.Margrethen.

    Zwar lässt die Gestaltung der Fussgängerbrücke über die Autobahn offen, ob bewusst die Farben des FC St.Gallen genutzt wurden, jedoch lässt vieles darauf schliessen.

    Lärmschutzwand in den Farben des FC St.Gallen

    Die Fussgängerbrücke ist nicht die einzige öffentliche Baute, die von Fans des FC St.Gallen in grün-weisse Farben gehüllt wurde. So kam auch die erst kürzlich fertiggestellte Lärmschutzwand in Rorschacherberg «in den Genuss» von grüner und weisser Farbe.

    Wobei bei der Gestaltung in diesem Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit Fans des FC St.Gallen am Werk waren. (siehe Bild unten)

    Ein «Fankunstwerk», das bereits seit über einem Jahr besteht, befindet sich zudem Nähe der Autobahnausfahrt Oberriet.

    Kurzerhand entstand dort im Frühling 2025 auf der Rückseite der Schiessanlage der Standgemeinschaft Oberriet, die sich durch die FSG Montlingen, den MSV Eichenwies, den MSV Kriessern und den FSV Oberriet zusammensetzt, eine riesige Fanbotschaft für den FC St.Gallen.

    Diese Botschaft, die illegal entstand, wieder zu entfernen gestaltet sich laut Oberriets Gemeindepräsident Rolf Huber schwierig: «Die Betonmauer befindet sich in einem Gewässerschutzareal. Das Reinigen der Mauer ist deshalb nicht so einfach, da kein Waschwasser in den Untergrund versickern darf.»

    Ebenfalls prüfte die Gemeinde die Möglichkeit, das Graffiti zu übermalen beziehungsweise wieder grau zu streichen, jedoch zeigen die Erfahrungen, dass die «Graffiti-Täter» schnell wieder zuschlagen würden.

    «Da jedoch entlang der Autobahn nicht einfach alles erlaubt ist, sind wir immer noch mit Abklärungen beschäftigt. Wir hoffen, dass wir im 2027 eine entsprechende Lösung gefunden haben», so der Gemeindepräsident.

    Nach der Entdeckung des Graffitis wurde zwar Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht, die Täter konnten jedoch nicht ermittelt werden.

    Über 200 Arbeitsstunden

    Betroffen von den «Kunstwerken» der Fussballfans ist zudem das Bundesamt für Strassen ASTRA. Entlang der Autobahn kommt es nämlich immer wieder zum Einsatz um die Graffitis wieder zu entfernen.

    «Im Jahr 2025 fielen circa 217 Arbeitsstunden und damit verbundene Kosten von etwa 56'000 Franken an», gibt Manuel von Burg, Informations- und Kommunikationsbeauftragter des ASTRA Auskunft.

    Laut von Burg kommen die «Fanbotschaften» in der gesamten Ostschweiz stellenweise vor.

    Zwar kämen die Graffitis durch das ASTRA immer zur Anzeige, da es sich um Sachbeschädigungen handle, die Aufklärung der Fälle durch die Polizei sei jedoch laut Kapo-Mediensprecher Milo Frey stark von individuellen Faktoren wie Kameraüberwachung, Augenzeugen, DNA-Spuren oder dem Zeitpunkt abhängig.

    «Wir haben bei Sachbeschädigungen eine Aufklärungsquote von 30 Prozent», erläutert der Mediensprecher.

    So bleiben die Betroffenen wie beispielsweise das ASTRA meist selbst auf den Kosten sitzen.

    FC St.Gallen distanziert sich von den Aktionen

    Der FC St.Gallen selbst findet klare Worte für diese Art von Unterstützung des Vereins durch Fans: «Der FC St.Gallen 1879 distanziert sich klar von illegalen Graffitis, Vandalismus und unerlaubten Gestaltungen an öffentlichen oder privaten Bauten. Solche Aktionen sind für uns keine akzeptable Form der Unterstützung und werden von uns weder gutgeheissen noch unterstützt.»

    Von Manuela Müller

    Dieser Artikel ist zuerst in den «Rheintaler Bote» erschienen.

    Kommentare

    User #3054 (nicht angemeldet)

    Furchtbar. Und so etwas in der so perfekten Schweiz.

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