Liebe

    Deshalb sehnen wir uns nach Menschen, die uns nicht wollen

    Nikolaus Führmann
    Nikolaus Führmann

    Was unerreichbar ist, wollen Menschen oft am sehnsüchtigsten, obwohl das Streben danach noch mehr Schmerz verursacht. Das sind die Gründe.

    Trauriger Mann, Frau geht weg
    Es ist keine Seltenheit, dass Menschen sich noch mehr nach jemandem sehnen, wenn sie abgelehnt werden. - Depositphotos

    Wiederholt werden Sie abgelehnt, doch immer wieder fühlen Sie sich von solchen Menschen angezogen? So geht es vielen.

    Denn trotz einer Zurückweisung sehnen wir uns manchmal nach Personen, die uns eigentlich überhaupt nicht guttun. Woran liegt das?

    Warum wir uns manchmal nach Ablehnung «sehnen»

    Experten zufolge liegt die Antwort im menschlichen Gehirn verborgen. So aktiviert Ablehnung Bereiche unseres Gehirns, die auch bei Motivation, Belohnungssystemen sowie Suchtverhalten involviert sind.

    Mann ablehnende Geste
    Ablehnung lässt manche Menschen noch attraktiver wirken. - depositphotos

    Im Jahr 2012 erschien eine Studie in der Fachzeitschrift «Journal of Neurophysiology». Für diese wurde die Gehirnaktivität von Personen untersucht, die kürzlich eine Trennung durchlebt hatten und noch intensiv verliebt waren.

    Während sie Bilder ihrer Ex-Partner betrachteten, zeigte sich eindeutig: Ablehnung wirkt wie eine Droge auf unser Gehirn.

    Alles nur Genetik?

    Die Forschungsergebnisse erklären jedoch nicht vollständig, warum wir uns so sehr nach Menschen sehnen, die unerreichbar für uns sind. Einige Theorien vermuten einen Zusammenhang mit unserem evolutionären Erbe.

    Frau Mann Ablehnung Einsamkeit
    Es kann schwerfallen, loszulassen. - depositphotos

    Demzufolge wäre unser Verlangen umso stärker, je entfernter und somit wertvoller der potenzielle Partner erscheint. Eine andere mögliche Erklärung könnte in unserer Persönlichkeit liegen.

    Manche Menschen sind schlichtweg suchtgefährdeter als andere. Dies gilt auch für romantische Gefühle.

    Gefangen in Gedanken

    In Fällen von unerwiderter Liebe können auch unsere Gedanken an das «Was hätte sein können?» zur Sucht werden. Sobald wir in diesen Gedankenspiralen gefangen sind, kann jede Form der Ablehnung diese verstärken und zu einer regelrechten Obsession führen.

    Mann Frau Paar unglücklich
    Manche Menschen halten lange an Menschen fest, die sie ablehnen. - depositphotos

    Schliesslich spielt auch unser Bindungsstil eine Rolle dabei, wie stark wir uns an Personen klammern, die kein Interesse haben. Insbesondere Menschen mit einem abhängigen Bindungsstil neigen dazu, sich schmerzhafte Beziehungssituationen auszusuchen.

    Dies basiert oft auf früheren Erfahrungen mit emotionaler Ablehnung.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt

    Schliesslich gibt es noch die Theorie des «alternativen Endes»: Menschen, die bereits Ablehnungen erlebt haben – etwa von einem Elternteil – suchen oft unbewusst ähnliche Situationen.

    Hierbei pflegen Sie die Hoffnung, dass diesmal alles anders ausgeht. Doch meist bleibt das erhoffte Happy End aus.

    Vielleicht sollten wir uns an Einsteins Definition von Wahnsinn erinnern: Immer wieder das Gleiche zu tun und dabei ein anderes Ergebnis zu erwarten.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Bergrettung
    5 Interaktionen
    «Wohlstand»
    Wetter
    3 Interaktionen
    19 Grad & Regen

    MEHR LIEBE