Winterthur

    Die Winterthurer Zitterpartie geht weiter

    Die Stadt Winterthur hat noch keinen Nachfolger für ihren langjährigen Stadtpräsidenten Michael Künzle gefunden: Kaspar Bopp (SP) und Stefan Fritschi (FDP) müssen in einen zweiten Wahlgang. Dieser dürfte wieder zur Zitterpartie werden.

    Der Winterthurer Stadtrat ist wieder komplett - aber noch ohne Präsident. Stefan Fritschi (FDP), Nicolas Galladé (SP), Martina Blum (Grüne), Christa Meier (SP), Kaspar Bopp (SP) sowi...
    Der Winterthurer Stadtrat ist wieder komplett - aber noch ohne Präsident. Stefan Fritschi (FDP), Nicolas Galladé (SP), Martina Blum (Grüne), Christa Meier (SP), Kaspar Bopp (SP) sowi... - KEYSTONE/WALTER BIERI

    Das Kopf-an-Kopf-Rennen endete am Sonntag mit einem hauchdünnen Vorsprung von 671 Stimmen – für Bopp. Allerdings verpasste der Finanzvorsteher das absolute Mehr von 16'885 Stimmen.

    Bopp muss also bei einem zweiten Wahlgang erneut gegen FDP-Konkurrent Fritschi antreten. Klar ist schon jetzt: Dass Stadtrat Fritschi am Dienstag vor den Wahlen mit einem Streik der Busfahrer konfrontiert war und dort öffentlich als «Sauhund» bezeichnet wurde, schadete ihm offensichtlich nicht – im Gegenteil.

    Bopp galt in der eher linken Stadt als klarer Favorit und wurde von Fritschi auf den letzten Metern noch eingeholt. Bei der Wahl in den Stadtrat – die Voraussetzung für das Präsidentenamt – schaffte es der Vorsteher der technischen Betriebe gar auf Platz eins – vor Bopp. Auch dieses Rennen fiel mit 379 Stimmen äusserst knapp aus. Der zweite Wahlgang findet am 10. Mai statt.

    Kein guter Tag war der Wahlsonntag für die GLP. Sie konnte ihren frei werdenden Sitz der abtretenden Stadträtin Katrin Cometta nicht halten und verlor ihn an die langjährige FDP-Gemeinderätin Romana Heuberger. Sie schaffte es somit, den einstigen FDP-Sitz, den sie 2020 an die GLP verloren hatte, zurückzuerobern. GLP-Kandidat Urs Glättli landete nur auf dem achten Platz, gleich hinter Heuberger.

    Für Heuberger war es bereits der dritte Anlauf in den Stadtrat. «Zum dritten Mal anzutreten, braucht Mut», sagte die 54-Jährige, als sie ihre Kandidatur bekannt gab. Aber Mut brauche es auch im Stadtrat.

    Eine Überraschung schaffte am Sonntag auch Mitte-Kandidat Andreas Geering: Er konnte den frei werdenden Sitz des abtretenden Stadtpräsidenten Michael Künzle halten – und dies, obwohl der 57-Jährige im Wahlkampf eher unaufgeregt auftrat.

    Die bisherigen Stadträtinnen und Stadträte Martina Blum (Grüne), Nicolas Galladé (SP) und Christa Meier (SP) wurden alle wiedergewählt. Bauvorsteherin Meier allerdings nur mit grossem Abstand hinter Schulvorsteherin Blum. Dies liegt wohl in erster Linie an Meiers Tempo-30-Projekten, die bei den Bürgerlichen immer wieder für rote Köpfe sorgen.

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    Kommentare

    User #3085 (nicht angemeldet)

    Mein Ex-Parteigenosse kriegt also die Kurve nicht die er in einer einst roten Stadt locker hätte kriegen sollen. Tja so kommts wenn man günstigen Wohnraum für Familien verspricht und dann ein ganzes luxuriöses Loft-Quartier für Epats und reiche Züri-Akademikerpäärchen baut. Ja genau so kommts, wenn die Partei auf asoziale Flaschen setzt. Oh Wunder, das Volk hat doch nicht so Lust auf Smartcity-Scheisse oder Winti-Neu-Goldküste. Traurige Nummer, man muss sich inzwischen für uns schämen.

    User #4212 (nicht angemeldet)

    Soooo schade Winterthur bleibt so wie es ist ich habe sooo auf eine Veränderung gehofft

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