Revierjagd St. Gallen kritisiert laufende Revision des Jagdgesetzes

    Revierjagd St. Gallen, der kantonale Dachverband der St. Galler Jägervereine, ist gegen die geplante Abschaffung der Rothirsch-Hegegemeinschaften. Die Änderung ist Teil der laufenden Revision des St. Galler Jagdgesetzes.

    Im Kanton St. Gallen soll der Bestand an Rothirschen besser gesteuert werden. Über den Weg herrscht allerdings Uneinigkeit. (Archivbild)
    Im Kanton St. Gallen soll der Bestand an Rothirschen besser gesteuert werden. Über den Weg herrscht allerdings Uneinigkeit. (Archivbild) - KEYSTONE/DPA/PATRICK PLEUL

    Am 21. September ist die Vernehmlassung zum revidierten Jagdgesetz abgelaufen. Am Mittwoch meldete sich Revierjagd St. Gallen zu Wort. Der Verband vertritt die Interessen der Jägerinnen und Jäger im Kanton.

    Grösste Teile der Gesetzesrevision würden begrüsst, heisst es in der Mitteilung. Widerspruch gibt es aber in einem zentralen Punkt, nämlich der geplanten Abschaffung der Rothirsch-Hegegemeinschaften.

    Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Jagdrevieren, in denen Rothirsche regelmässig vorkommen. Der Kanton argumentiert in der Vorlage, nach mehr als 30 Jahren Erfahrung zeige es sich, dass die Hegegemeinschaften nicht die erhoffte Wirkung gebracht hätten. Sie könnten «nicht als Schlüssel für ein erfolgreiches Rothirschmanagement» bezeichnet werden.

    Künftig soll deshalb die zuständige Stelle des Kantons die Abschussvorgaben für das Rotwild direkt gegenüber den Jagdgesellschaften verfügen. Der Kanton würde künftig auch die Zielerreichung je Revier überwachen und Massnahmen anordnen, falls die Vorgaben nicht erreicht werden.

    Bisheriges System weiterentwickeln

    Revierjagd St. Gallen teile die Auffassung, dass das Rothirschmanagement laufend überprüft und verbessert werden müsse, heisst es in der Mitteilung. Eine Abschaffung der Rothirsch-Hegegemeinschaften werde aber abgelehnt.

    Voraussetzung für eine wirksame Regulierung des Bestandes wären «klare und nachvollziehbare Ziele». Aus Sicht des Verbandes müsste der Kanton künftig darlegen, welche Rothirschpopulationen er unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebensräume und Interessen als tragbar erachtet.

    Anstelle einer Zentralisierung beim Kanton schlägt der Verband eine Weiterentwicklung vor. Die Rothirsch-Hegegemeinschaften sollten bestehen bleiben, aber verbindliche Kompetenzen erhalten, «um den Abschuss revierübergreifend zu koordinieren und Massnahmen durchsetzen zu können».

    Es gehe auch um Kostentransparenz: Wer ehrenamtlich getragene Strukturen aufhebe und deren Aufgaben in eine kantonale Verwaltung überführe, müsse vor dem Entscheid offenlegen, welche zusätzlichen Stellen, Ressourcen und wiederkehrenden Kosten damit verbunden seien.

    Die Regierung wird nach der Vernehmlassung die Stellungnahmen prüfen und die Vorlage allenfalls anpassen. Danach geht das revidierte Jagdgesetz zur Beratung an den Kantonsrat.

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