Mitte Luzern will mit Adrian Nussbaum vakanten Sitz verteidigen
Die Mitte Luzern hat neben ihrer amtierenden Regierungsrätin Michaela Tschuor Kantonsrat Adrian Nussbaum für die Regierungsratwahlen nominiert. Nussbaum soll für die Partei den frei werdenden Sitz von Reto Wyss verteidigen.

Dies haben die Delegierten am Montagabend in der Festhalle Willisau beschlossen. Nachdem sich die beiden für den zweiten Sitz in Frage kommenden Kantonsräte vorgestellt hatten, wurde abgestimmt. Nussbaum erhielt 337 Stimmen, Guido Roos deren 190.
Nussbaum ist 48 Jahre alt und wohnt in Hochdorf. Er ist Jurist, Steuerexperte und Geschäftsführer eines Treuhandunternehmens. Dem Kantonsrat, in dem er die Mitte-Fraktion führt, gehört er seit 2015 an.
«Es passt»
Regierungsrat sei zwar nicht sein Lebensziel, sagte Nussbaum den Delegierten, «aber es passt», er sei das fehlende Puzzleteil im Regierungsrat. Er ecke zwar auch an, erklärte er. Wer es aber allen Recht mache, komme gut an, aber nicht ans Ziel.
Roos hatte sich den Delegierten als bodenständig und erfahren präsentiert, konnte damit aber keine Mehrheit gewinnen. Er gehört dem Kantonsrat ebenfalls seit 2015 an, wohnt in Wolhusen und leitet den Gemeindeverband Luzern West.
Der 61-jährige Wyss hatte im Sommer bekannt gegeben, dass er nach 16 Jahren seine Amtszeit als Regierungsrat beende. Der Rothenburger leitete zunächst das Bildungs- und Kulturdepartement und dann das Finanzdepartement.
Mutiger sein
Eine blosse Formalität war die Nomination von Michaela Tschuor, die seit 2023 dem Regierungsrat angehört und dort das Gesundheits- und Sozialdepartement leitet. Sie wurde im offenen Handmehr bestätigt. Zuvor hatte sie sich den Delegierten als Macherin präsentiert. Der Kanton Luzern könne sich «ein bisschen mehr zutrauen», sagte sie.
Die Mitte-Delegierten bekräftigten mit diesen Nominationen ihren Anspruch auf zwei der fünf Regierungssitze. Gewählt wird am 21. März 2027. An jenem Sonntag wird auch der Kantonsrat neu bestellt.
Stärkste Kraft bleiben
Die Mitte habe den Anspruch, die stärkste Kraft im Kanton Luzern zu bleiben, sagte Parteipräsidentin Karin Stadelmann. Dass rund 530 Delegierte in Willisau anwesend seien, zeige, «wie gross und breit die Mitte» sei, sagte sie.
Neben Tschuor streben auch die drei weiteren bisherigen Regierungsmitglieder Ylfete Fanaj (SP/seit 2023), Fabian Peter (FDP/seit 2019) und Armin Hartmann (SVP/seit 2023) eine weitere Amtszeit an.
Auch Grüne und GLP bereit
Auch Personen aus Nichtregierungsparteien kandidieren für die Kantonsregierung. Die Grünen haben die Stadtluzerner Kantonsrätin Rahel Estermann nominiert und die Grünliberalen (GLP) den Horwer Ortsparteipräsidenten Pius Barmet.
Diverse Jungparteien mischen bei den Wahlen ebenfalls mit: Die junge Mitte tritt mit ihrem Präsidenten Florian Thalmann an, die Juso mit dem Luzerner Grossstadtrat Valentin Humbel, die jungen Grünen mit der Horwer Einwohnerrätin Maline Zimmermann und die junge GLP mit ihrem Präsidenten Jason Elsener. Eingabeschluss für Kandidaturen ist am 11. Januar 2027 um 12 Uhr.






