St. Gallen

    Kantonaler Sparhammer: Diese St. Galler ÖV-Linien werden gestrichen

    Franz Welte
    Franz Welte

    Stadt St. Gallen,

    Das kantonale Entlastungspaket führt in der Region St. Gallen zu weniger ÖV-Verbindungen. Auch ganze Linien sollen aufgehoben werden.

    Änderungen beim Busverkehr der VBSG
    Aufgrund des Entlastungspakets wird das öffentliche Verkehrsangebot reduziert. - zVg

    Der Kanton St. Gallen ist gemäss Richtplan verpflichtet, zusammenhängende Siedlungsgebiete mit mehr als 300 Einwohnenden und Arbeitsplätzen mit dem öffentlichen Verkehr (ÖV) zu erschliessen. Zahlreiche Weiler weisen heute eine Grunderschliessung mit dem ÖV auf, obwohl das zusammenhängende Siedlungsgebiet weniger als 300 Einwohnende und Arbeitsplätze umfasst. Dies ist historisch gewachsen.

    Teilweise leisten Gemeinden «Beiträge Dritter» an die Linien. Einzelne Linien sind primär auf die Schulbedürfnisse ausgelegt und gehen somit über die Erschliessungspflicht hinaus.

    Aufhebung ganzer Linien

    Die Linie 132 Engelburg – Hohfirst – Waldkirch soll aufgehoben werden. Nach der Regierung ist sie für Erfüllung der Erschliessungsgrundsätze nicht notwendig; sie dient hauptsächlich Schulbedürfnissen. Die Einsparung führt zu 40'000 Franken beim Kanton, zusätzlich 40'000 Franken bei den Gemeinden und 74'000 Franken beim Bund.

    St. Galler Kantonsrat
    Blick in den St. Galler Kantonsrat. - keystone

    Weiter aufgehoben werden soll die ganze Linie 254 RPV St. Gallen Kantonsschule – Goldach – Rorschach Stadt – Rorschacherberg – Rorschach (Einsparung vom 90'000 Franken beim Kanton, zusätzlich 90'000 Franken bei den Gemeinden und 166'000 Franken beim Bund).

    Die ganze Linie S82 St. Gallen – St. Gallen St.Fiden – Wittenbach will die Regierung ebenfalls aufheben. (Einsparung beim Kanton 200'000, zusätzlich 200'000 Franken bei den Gemeinden und 369'000 Franken beim Bund).

    Ausdünnung und Ausbauverzicht

    Die Linie 11 St. Gallen Bahnhof – Karlstor – Abacus-Platz soll künftig um rund 50 Prozent verdünnt werden, was beim Kanton eine Einsparung von 200'000 Franken bringt, zusätzlich 200'000 Franken bei den Gemeinden.

    Auf den geplanten Ausbau der ASGO-Linie soll verzichtet werden, dafür eine bessere Erschliessung Gossau Sommerau und ASGO-Gebiet mit neuer Linie 153 erfolgen. (Einsparung beim Kanton 115'000 Franken, zusätzlich 115'000 Franken bei den Gemeinden und 212'500 Franken beim Bund).

    Ausgedünnt werden soll zudem die VBSG-Linie 10 Oberhofstetten – St. Gallen Bahnhof – Röteli um 20 Prozent. (Einsparung beim Kanton 60'000 Franken, zusätzlich 60'000 Franken bei den Gemeinden).

    Sind die Kürzungen beim ÖV in der Region St. Gallen sinnvoll?

    Die Linie 150 Gossau – Eichen – Sommerau soll neu auf die Hauptverkehrszeiten reduziert werden. (Einsparung beim Kanton 4'500 Franken, zusätzlich 4'500 Franken bei den Gemeinden).

    Bei der Linie 151 Gossau – Arena – St. Gallen entfällt die Schlaufe Winkeln, was bereits beschlossen worden ist. (Einsparung beim Kanton 10'000 Franken, zusätzlich 10'000 Franken bei den Gemeinden und 18'500 Franken beim Bund).

    Kostenverlagerung

    Aus verschiedenen Linien will sich der Kanton zurückziehen, was gesetzlich möglich ist, weil keine Erschliessungspflicht besteht.

    Doch kommt es zu Kostenverlagerungen auf die Gemeinden. Dies bei den Linien 180 Herisau – Hundwil – Stein AR – St. Gallen, N23 Gossau – Herisau – Urnäsch und S82 St. Gallen – St. Gallen St.Fiden – Wittenbach.

    Gesamtkantonal wird dadurch samt dem Ausstieg aus der Mitfinanzierung verschiedener Linien eine Einsparung von drei Millionen Franken erzielt.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «St. Galler Nachrichten» erschienen.

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