St. Gallen

    Bistum St. Gallen lagert Anlaufstelle für Missbrauchsopfer aus

    Das Bistum und der Konfessionsteil St. Gallen haben ihr Präventions- und Schutzkonzept gegen Missbrauch überarbeitet. Die Opferhilfe ist seit dem 1. August als erste und ausserkirchliche Anlaufstelle eingesetzt. Dort können sich Betroffene beraten und unterstützen lassen.

    Das Bistum St. Gallen regelt die Verantwortlichkeiten bei Missbrauchsfällen klarer. Im Bild der Stiftsbezirk St. Gallen. (Archivbild)
    Das Bistum St. Gallen regelt die Verantwortlichkeiten bei Missbrauchsfällen klarer. Im Bild der Stiftsbezirk St. Gallen. (Archivbild) - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

    Ziel der neuen Struktur sei es, Verantwortlichkeiten klarer zu regeln und Betroffenen einen raschen Zugang zu unabhängiger Unterstützung zu ermöglichen, wie das Bistum St. Gallen am Donnerstag in einer Mitteilung schrieb.

    Innerhalb der kirchlichen Strukturen bestehen neu eine Meldestelle, eine Untersuchungsstelle und die Seelsorge für Missbrauchsbetroffene. Eine neu eingesetzte Aufsichtskommission übernimmt die Besetzung und Aufsicht dieser Gremien.

    Die bisherige Ombudsstelle bleibt erhalten, steht jedoch unter neuer Leitung: Nach neun Jahren übergab die frühere St. Galler Regierungsrätin Katrin Hilber ihr Amt an Alexandra Gloor.

    Studie als Ausgangspunkt

    Die Überarbeitung des Schutzkonzepts war eine Reaktion auf die im Herbst 2023 veröffentlichte schweizweite Pilotstudie zu sexuellem Missbrauch im Umfeld der katholischen Kirche.

    Die Studie der Universität Zürich hatte gezeigt, dass Priester und Ordensangehörige in der Schweiz seit 1950 über 1000 Fälle von sexuellem Missbrauch begangen hatten. Einige exemplarische Fälle wurden darin ausführlich dargestellt. Zwei davon stammen aus dem Bistum St. Gallen.

    Im Nachgang wurde in St. Gallen eine «dual-paritätische Arbeitsgruppe» zur Erarbeitung weiterer Massnahmen gegen Missbrauch eingesetzt.

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