Wadephul in Tonga: Mehr Einsatz für bedrohte Südseeinseln

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Tonga,

Aussenminister Johann Wadephul erwartet von Europa mehr Einsatz für die vom weltweiten Klimawandel in ihrer Existenz bedrohten kleinen Inselstaaten im Pazifik. «Ich rate uns aber sehr dringend, nicht von vornherein mit Vorurteilen hier an diese gemeinsame Aufgabe heranzugehen, sondern mit Offenheit», sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch des polynesischen Inselstaats Tonga. «Wir müssen immer wissen, dass andere im Zweifel das grössere Checkbuch haben, Stichwort China», fügte er hinzu.

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Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul hat Tonga besucht. (Archivbild) - keystone

Das Königreich Tonga liegt 2.300 Kilometer nordöstlich von Neuseeland. 36 seiner etwa 170 Inseln sind bewohnt. Wie andere Inselstaaten im Südpazifik ist Tonga extrem stark vom Klimawandel betroffen. Besonders der steigende Meeresspiegel, aber auch tropische Wirbelstürme und Küstenerosion machen dem Land zu schaffen. Tonga zählt zu den am meisten für Naturkatastrophen anfälligen Ländern der Erde.

«Das heisst nicht, dass wir irgendwie etwas zu verschwenden hätten oder leichtfertig sein sollten bei der Vergabe von Mitteln», sagte Wadephul nach einer Audienz bei König Tupou VI und Gesprächen mit Regierungschef Fatafehi Fakafanua sowie Aussen- und Verteidigungsminister Tupouto'a Ulukalala in der Inselstadt Nuku'alofa. «Aber insgesamt gesehen wird hier schon sehr zur Kenntnis genommen, dass die Europäische Union flexibler sein könnte, tatkräftiger sein könnte und präsenter sein könnte.»

Er kehre in diesem Zusammenhang mit einigen Erfahrungen nach Europa zurück, die er auch in Brüssel zur Sprache bringen werde, sagte Wadephul. China sei hier allgegenwärtig. Staaten wie Tonga erwarteten «nicht nur, dass man gemeinsame Werte betont und sich in Erklärungen und in Worten zueinander steht, sondern dass man auch in Taten zusammensteht». Deswegen sei jeder Euro, der dafür ausgegeben werde, um die Widerstandsfähigkeit dieser Staaten gegen den Klimawandel auszubilden, gut investiertes Geld.

Das steigende Meer schwemme Küstengebiete einfach weg oder mache sie unbewohnbar, sagte Wadephul. «Starke Unwetter und sinkende Fischbestände bedrohen die Existenz der Menschen.» Deutschland unterstütze den regionalen Klimafonds des Pacific Island Forums mit fünf Millionen Euro. Die neu gegründete Pacific Resilience Facility soll ihren Sitz hier in Tonga haben.

Während sich etwa die USA unter Präsident Donald Trump weitgehend aus der Klimapolitik zurückziehen, will Wadephul mit seinem Besuch in der Südsee auch deutlich machen: Die Bundesregierung kümmert sich nach wie vor um den Kampf gegen den Klimawandel und dessen Folgen.

Tonga ist eine konstitutionelle Erbmonarchie und zugleich eine parlamentarische Demokratie. Der Inselstaat hat etwa 105.000 Einwohnerinnen und Einwohner und liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Tonga ist Mitglied im Commonwealth und seit 1999 auch Mitglied der Vereinten Nationen. Als einer der wenigen Pazifikstaaten hat Tonga eine eigene Armee mit einer Stärke von etwa 500 Soldatinnen und Soldaten, die auch an internationalen Friedensmissionen teilnimmt.

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Tonga gehen zurück auf einen Freundschaftsvertrag des deutschen Kaiserreiches aus dem Jahr 1876. Diplomatische Beziehungen mit der Bundesrepublik bestehen seit 1976. Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland sind sehr gering, das Verhältnis beider Staaten gilt aber seit 150 Jahren als freundschaftlich.

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