Trump droht dem Iran im Atomstreit mit Militärschlag
Der Iran und US-Präsident Donald Trump gehen erneut auf Konfrontationskurs. Im Mittelpunkt steht diesmal das iranische Atomprogramm.

Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social: «Hoffentlich wird der Iran schnell an den Verhandlungstisch kommen und ein faires und gerechtes Abkommen aushandeln – KEINE ATOMWAFFEN –, das für alle Parteien gut ist.» Andernfalls drohte er mit einem militärischen Eingreifen wie in Venezuela und einem härteren Militärschlag als bei den Angriffen auf die iranischen Atomanlagen im Juni 2025.
Irans Atomchef Mohamed Eslami wies Trumps Forderungen zurück. Er sagte laut iranischer Nachrichtenagentur Isna, der Iran habe wie die USA das Recht, eine fortgeschrittene Nukleartechnologie zu nutzen. «Wir lehnen daher die amerikanischen Forderungen nach jeglichen Beschränkungen unseres Atomprogramms ab.»
Der Iran erklärt seit Jahren, sein Atomprogramm diene ausschliesslich zivilen Zwecken, während die USA – ebenso wie europäische Staaten – der Führung in Teheran vorwerfen, eine nukleare Bewaffnung anzustreben.
Im Wiener Atomabkommen von 2015 hatte sich der Iran bereits einmal verpflichtet, das Nuklearprogramm einzuschränken. Im Gegenzug sollten Sanktionen gegen die Islamische Republik aufgehoben werden. 2018, in seiner ersten Amtszeit, kündigte Trump die Vereinbarung jedoch einseitig auf.
Der US-Präsident fordert vom Iran unter anderem, vollständig auf eine heimische Urananreicherung zu verzichten. Ausserdem soll der Iran seine Bestände an hochangereichertem Uran an Drittstaaten übergeben.
Auf Truth Social erklärte Trump, eine «riesige Armada» sei auf dem Weg zum Iran. «Es handelt sich um eine grössere Flotte als die, die nach Venezuela entsandt wurde, angeführt vom grossen Flugzeugträger «Abraham Lincoln». Wie im Fall von Venezuela ist sie bereit, willens und in der Lage, ihre Mission schnell, mit Geschwindigkeit und Gewalt, falls nötig, zu erfüllen«, so Trump. «Die Zeit läuft ab, es ist wirklich dringend!».
Trump drohte unter Verweis auf die Angriffe Israels und der USA auf iranische Atomanlagen im Juni vergangenen Jahres: «Der nächste Angriff wird noch viel schlimmer sein! Lasst das nicht noch einmal geschehen.»
Zuvor hatte Irans Aussenminister Abbas Araghtschi gesagt: «Diplomatie und gleichzeitig militärische Drohungen sind weder effektiv noch nützlich (...) Wenn die USA Verhandlungen führen wollen, müssen sie Drohungen und unlogische Forderungen beiseitelegen.»
Der iranische Spitzendiplomat sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna weiter: «Es ist inakzeptabel und kann auch nicht als Diplomatie bezeichnet werden, wenn eine Seite ihre Ziele mit Gewalt erreichen will.» Ausserdem habe der Iran von den USA noch keinen Vorschlag für diplomatische Verhandlungen erhalten.
Vor dieser neuen Eskalation hatte Trump dem US-Nachrichtenportal «Axios» gesagt, der Iran sei an einer diplomatischen Lösung der Spannungen mit den USA interessiert. Die Lage sei «im Fluss», weil die US-Regierung eine grosse Kriegsflotte in die Region entsandt habe.
Das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) kündigte unterdessen eine mehrtägige Luftwaffenübung im Nahen Osten an.
Trump hat ein militärisches Eingreifen seines Landes im Iran auch wegen der Tötung Tausender Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten nicht ausgeschlossen. Anfang des Monats hatten die USA bei einem Angriff auf Venezuela Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gefasst und in die USA gebracht.






