Nach Minenexplosion: Nordkorea streitet Verantwortung ab

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Nordkorea weist Südkoreas Vorwurf zurück, eine Landmine verlegt zu haben, und droht im Fall einer Eskalation mit Vergeltung. Drei Soldaten wurden verletzt.

    Korea Grenze
    Nordkoreanische Soldaten stehen an einem nordkoreanischen Militärposten in der Nähe einer wehenden Nationalflagge, aufgenommen am Mittwoch, dem 16. September 2026, von Paju in Südkorea aus, nahe der Grenze zu Nordkorea. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Südkorea vermutet eine nordkoreanische Landmine als Ursache der Explosion.
    • Nordkorea weist das zurück und droht bei einer Eskalation mit Vergeltungsschlägen.
    • Laut Südkorea verstärkt Nordkorea seit 2024 die Grenzsicherung, die Spannungen wachsen.

    Nordkorea hat die südkoreanische Darstellung zu einer Minenexplosion mit drei verletzten Soldaten zurückgewiesen und im Falle einer Eskalation mit Vergeltung gedroht. Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un, bezeichnete die Militärführung Südkoreas als «Militärgangster» und deren Untersuchungsergebnisse als «inszenierte Verschwörungsfarce».

    Damit nahm sie Bezug auf eine Aussage des südkoreanischen Generalstabs, wonach eine Explosion am 21. September im südlichen Grenzgebiet der innerkoreanischen Grenze mit hoher Wahrscheinlichkeit durch eine nordkoreanische Landmine ausgelöst worden sei. Zwei südkoreanische Soldaten wurden schwer verletzt, ein weiterer leicht. Am Montag sagte auch Verteidigungsminister Kang Shin Chul, man gehe davon aus, dass die Landmine von Nordkorea verlegt und höchstwahrscheinlich nicht durch Niederschläge an den Explosionsort gespült worden sei. Laut Kang ist das eine klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens zwischen den zwei Staaten, da die Minen südlich der militärischen Demarkationslinie verlegt worden seien.

    Kim Yo Jong stritt nun in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Stellungnahme ab, dass nordkoreanische Soldaten jemals die Grenze zwischen den zwei Staaten überschritten hätten. Zudem warnte sie, dass Nordkorea «unverzüglich und gnadenlos» Vergeltungsschläge durchführen werde, sollte das südkoreanische Militär auf nordkoreanische Soldaten schiessen.

    Nordkorea hat seine Grenzsicherung seit 2024 deutlich verstärkt. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs hat Pjöngjang unter anderem Landminen verlegt, Stacheldrahtzäune verstärkt und Panzerabwehrsperren errichtet.

    Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) formal weiterhin im Kriegszustand, da bislang kein Friedensvertrag unterzeichnet wurde. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben in den vergangenen Jahren wieder deutlich zugenommen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Prämien
    1'763 Interaktionen
    «Macht krank»
    Viele Tech-Unternehmen, besonders die grossen KI-Hersteller, sind sehr unprofitabel. (Symbolbild)
    25 Interaktionen
    Marko Kovic

    MEHR AUS STADT BERN

    Die 27-jährige Flügelstürmerin Josephine Afua Kyerewaa Bonsu. - Daniel Zaugg
    1 Interaktionen
    Neu bei YB
    Kuratorin Kathleen Bühler.
    Kunstmuseum Bern
    Fribourg-Gottéron SC Bern
    National League
    19 Interaktionen
    «Wichtige Entlastung»