Moskau: Haftbefehl gegen Tochter von getötetem Kremlkritiker Nemzow

    Keystone-SDA
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    Russland,

    Ein russisches Gericht hat gegen die Oppositionelle Schanna Nemzowa, Tochter des 2015 in Moskau ermordeten Kremlkritikers Boris Nemzow, in Abwesenheit Haftbefehl erlassen. Nemzowa sei als Mitglied in einer in Russland für unerwünscht erklärten deutschen Organisation zur Fahndung ausgeschrieben, teilte das Gericht in der russischen Hauptstadt mit. Es sei eine Untersuchungshaft für zwei Monate angeordnet worden für den Fall ihrer Festnahme und die Übergabe an die russischen Sicherheitsorgane.

    nemzow
    Moskau hat einen Haftbefehl gegen Schanna Nemzowa, die Tochter des getöteten Boris Nemzow, ausgestellt. - keystone

    Im April 2024 nahm das Justizministerium Moskau die von Nemzowa gegründete deutsche Boris-Nemzow-Stiftung für Freiheit in die Liste der ausländischen und internationalen Nichtregierungsorganisationen auf, deren Tätigkeit auf dem Gebiet der Russischen Föderation als unerwünscht eingestuft wurde. Im Fall einer Verurteilung drohen ihr bis zu sechs Jahre Haft.

    Nemzowa veröffentlichte bei Instagram ein Foto von sich vor der Zentrale der Deutschen Welle, dem Auslandssender der Bundesrepublik Deutschland. «Ich bin jetzt berühmt», teilte sie mit. Sie sei gerade in Bonn angekommen, wo sie 2015 die Stiftung zur Erinnerung an ihren in Kremlnähe erschossenen Vater gründete. In einem Kommentar für die Deutsche Welle meinte sie, dass der russische Machtapparat seine Anstrengungen intensiviere, unabhängige Stimmen zum Schweigen zu bringen.

    «Die derzeitige russische Führung geht gegen alle Organisationen und Menschen vor, die sich gegen den Krieg aussprechen und die Ukraine unterstützen sowie für Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten eintreten», sagte sie. Der Machtapparat gehe gegen jene Werte vor, die Kremlchef Wladimir Putin unterdrücke.

    Ihre Stiftung engagiere sich «für die Unterstützung unabhängiger russischer Medien im Exil, für Bildungsprojekte und für die Verteidigung der Rechte von Russen, die das Land verlassen haben, weil sie mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine und dem Putin-Regime nicht einverstanden sind». Die Stiftung verleiht auch den Nemzow-Preis an Menschen für Mut im Kampf für Demokratie und Freiheit.

    Kommentare

    User #2722 (nicht angemeldet)

    Macht euch bewusst, dass hier nicht nur echte User schreiben. Staatlich gesteuerte Troll-Fabriken wie die Internet Research Agency (IRA) und Cyber Front Z unterwandern unsere Foren, um den Westen von innen heraus zu schwächen und den Diskurs zu vergiften. Fallt nicht auf diese Hetze herein!

    User #2273 (nicht angemeldet)

    Putins größte Angst gilt nicht externen Feinden, sondern Bedrohungen aus dem eigenen Land. Spätestens seit dem Söldner-Aufstand der Wagner-Gruppe herrscht im Kreml extreme Paranoia vor einer Palastrevolution oder Anschlägen aus dem Inneren. Um sich zu schützen, lässt Putin sein Militär rigide säubern, verlässt sich auf eine eigens aufgestellte Nationalgarde und nutzt extreme Sicherheitsvorkehrungen – von gepanzerten Zügen über Luftabwehr an seinen privaten Residenzen bis hin zu Vorkostern. Da russische Herrscher historisch meist nicht durch Kriege, sondern durch Machtkämpfe im eigenen Land fielen, hat der Schutz vor den eigenen Eliten für ihn oberste Priorität.

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