Prince

    Medien: Bande tötet Dutzende Menschen bei Überfall in Haiti

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Haiti,

    Bei einem nächtlichen Überfall haben bewaffnete Bandenmitglieder in Haiti nach Medienberichten Dutzende Menschen getötet. Im rund zehn Kilometer südlich der Hauptstadt Port-au-Prince gelegenen Vorort Kenscoff seien mindestens 42 Menschen umgebracht worden, berichtete der Sender Radio Télé Galaxie unter Berufung auf Bürgermeister Jean Massillon. Andere lokale Medien sprachen von 20 bis 47 Toten. Ob es den Kriminellen um Selbstbereicherung ging oder um die Ausdehnung ihres Einflussbereichs, war zunächst unklar.

    Menschen trauern um Angehörige, die bei einem Bandenangriff in Haiti ums Leben gekommen sind. Foto: Odelyn Joseph/AP/dpa
    Menschen trauern um Angehörige, die bei einem Bandenangriff in Haiti ums Leben gekommen sind. Foto: Odelyn Joseph/AP/dpa - Keystone/AP/Odelyn Joseph

    Die Kriminellen hätten in der Nacht zum Montag (Ortszeit) das Zentrum der Gemeinde attackiert, zahlreiche Häuser in Brand gesetzt und eine Kirche gestürmt, in der sich Vertriebene aufhielten, berichtete der Sender. Der Polizei sei es schliesslich gelungen, die Angreifer zurückdrängen und die Kontrolle über das Gebiet wiederzuerlangen.

    Die haitianische Übergangsregierung bestätigte den Angriff, nannte aber keine Opferzahl. Sie sprach von einem «abscheulichen kriminellen Übergriff» und versetzte die Sicherheitskräfte in höchste Alarmbereitschaft. Zudem seien Verstärkungen entsandt worden.

    Wiederkehrende Gewalt

    Kenscoff liegt in rund 2000 Metern Höhe und gilt aufgrund des kühleren Klimas als vergleichsweise beliebte Wohngegend in dem von Armut und Gewalt geprägten Karibikstaat. Haiti ist das ärmste Land des amerikanischen Kontinents. In der Karibikrepublik mit knapp zwölf Millionen Einwohnern soll am 13. Dezember erstmals seit 2016 wieder gewählt werden.

    Seit der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli 2021 hat Haiti kein Staatsoberhaupt mehr, die schon zuvor prekäre Sicherheitslage ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Gewalttätige Banden kontrollieren mehr als 80 Prozent der Hauptstadt Port-au-Prince. Sie terrorisieren immer mehr Gemeinden, vergewaltigen Frauen und rekrutieren Kinder.

    Laut Daten der Vereinten Nationen haben bewaffnete Banden alleine in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 2.300 Menschen in Haiti getötet. Mehr als 1.100 weitere seien verletzt und fast 100 entführt worden.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #1153 (nicht angemeldet)

    Haiti ist ein failed State und - schlimm, das man das sagen muss - wird es wohl auch immer bleiben. Dabei war es weltweit das erste, das das sich selbst 1804 von der Kolonialherrschaft befreite. Seit dem wurden Abermilliarden Dollar hineingepumpt, aber es versinkt immer mehr im totalen Chaos.

    User #5030 (nicht angemeldet)

    Fast schon wie in Berlin!

    Weiterlesen

    Ärzte ohne Grenzen
    222 Interaktionen
    Ding Dong
    Mauschelei-Vorwürfe an Zürcher Gebäudeversicherung
    23 Interaktionen
    Amtsmissbrauch?

    MEHR IN POLITIK

    1 Interaktionen
    Willisau LU
    Ukraine EU
    46 Interaktionen
    Luxemburg

    MEHR PRINCE

    Prince
    3 Interaktionen
    Bleibende Wirkung
    4 Interaktionen
    Port-au-Prince
    Haiti
    3 Interaktionen
    Port-au-Prince
    haiti
    9 Interaktionen
    Washington/Port-au-Prince

    MEHR AUS HAITI

    Präsidentenmord
    Haiti
    2 Interaktionen
    Medienberichte
    Haiti
    1 Interaktionen
    In Haiti
    Haiti Massenpanik
    In Haiti