SP und FDP geben sich wegen Klimapolitik Saures

    Christof Vuille
    Christof Vuille

    Bern,

    Der Nationalrat entschied am Dienstag über Umwelt-Vorstösse. Im Anschluss geraten sich SP und Freisinnige heftig in die Haare. Das Wahljahr ist eingeläutet.

    Petra Gössi FDP
    FDP-Präsidentin Petra Gössi nahm per Umfrage den Parteimitgliedern den Klima-Puls. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die FDP lehnt linke Vorstösse zur Umweltpolitik ab. Die SP wirft ihr Wortbruch vor.
    • Gleichzeitig ziehen die Sozialdemokraten den entscheidenden Vorstoss zurück.
    • Der Ton in der Klimapolitik ist nun so gehässig wie kaum je zuvor.

    Kehrtwende! Klima-Notbremse! Greenwashing! Ein Interview von FDP-Chefin Petra Gössi löste Mitte Februar zahlreiche und heftige Reaktionen aus.

    Sie erklärte darin ihre Freisinnigen zur Umweltschutz-Partei. Man wolle etwa die Diskussion einer Flugzeug-Abgabe prüfen. Die Offensive ist parteiintern umstritten.

    FDP versenkt linke Umwelt-Vorstösse...

    Nun soll die Partei-Basis ein Machtwort sprechen. Doch schon heute Dienstag standen im Nationalrat zahlreiche Vorstösse zu Umwelt-Themen auf dem Programm.

    Flugticket Abgabe SP FDP
    Die Motion der SP für eine Flugticket-Abgabe kam am Ende gar nicht zur Abstimmung. - Keystone

    Die FDP lehnte die linken Anliegen wie erwartet ab. Dabei ging es etwa um Parkplätze für E-Autos oder schärfere Vorschriften bezüglich dem Ausstoss von Schadstoffen.

    .. und die SP reagiert im Wahlkampf-Modus

    Die SP-Vertreter interpretierten das in den sozialen Medien umgehend als Ende der FDP-Klima-Offensive.

    «Grosses Kino: Die Klimawende von Petra Gössi ist am zweiten Sessionstag bereits Geschichte!», feixte Nationalrat Cédric Wermuth.

    Und die Zentrale der Genossen giftete: «Der Klima-Frühling der FDP dauerte gerade mal 17 Tage. Dann wurde ihr das grüne Mäntelchen schon wieder zu unbequem.»

    Gössi reagiert stinksauer

    Nur: Über den wohl entscheidenden letzten Vorstoss stimmte der Rat gar nicht ab. Die SP zog die Motion für die Prüfung einer Flugticketabgabe kurzfristig zurück. Das wiederum erzürnte FDP-Chefin Petra Gössi.

    Sie unterstellt den Sozialdemokraten puren Wahlkampf. Schliesslich hätte man die Motion von Priska Seiler Graf unterstützt. Die Reaktionen darauf sind wiederum heftig. SP-Vertreter Fabian Molina holt gar den Hashtag #FuckDePlanet aus der Mottenkiste.

    Weiter findet die Linke, dass die Flugticketabgabe im CO2-Gesetz geregelt werden müsse und bereits ein Bericht zum Thema bestehe.

    Sicher ist aktuell: Der Wahlkampf 2019 hat definitiv begonnen. Und die Klimapolitik wird die Schweiz noch lange beschäftigen.

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