«Prämiendebatte führt am Kern des Problems vorbei»

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Quote: Thomas Harnischberg, CEO der Krankenkasse KPT, kommentiert mit Blick auf die heutige offizielle Prämienkommunikation des Bundes: «Als Krankenkasse setzen wir uns für bezahlbare Prämien und eine hochwertige Versorgung ein. Dazu prüfen wir Rechnungen sorgfältig, verhandeln faire Tarife mit Ärzten und Spitälern und entwickeln innovative Versicherungsmodelle. Doch medizinischer Fortschritt, teure Medikamente und zusätzliche Leistungen lassen die Gesundheitskosten weiter steigen. Diese Kosten werden über die Prämien der Grundversicherung finanziert – die Krankenkassen profitieren nicht von höheren Prämien.»

    Thomas Harnischberg, CEO KPT
    Thomas Harnischberg, CEO KPT - Keystone/KPT

    Zur aktuellen Entwicklung sagt der KPT-CEO: «Während die Prämien schweizweit durchschnittlich um 5 % steigen, beträgt die Zunahme bei der KPT lediglich 2,7 %. Damit bieten wir unseren Versicherten auch im Jahr 2027 ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.»

    Harnischberg warnt zugleich vor einer einseitigen Prämiendebatte: «Die Prämie ist nicht die Ursache, sondern die Folge steigender Gesundheitskosten. Wir Krankenkassen bringen als Kellner lediglich die Rechnung – gekocht wird anderswo im Gesundheitswesen. Manchmal auch, ohne dass jemand bestellt hat.»

    Harnischberg sagt weiter: «Wer laufend neue Leistungen fordert, darf sich im Herbst nicht über höhere Prämien wundern. Die Grundversicherung wird zunehmend zum ‹All-you-can-eat›-Buffet: Die Auswahl wächst, die Rechnung bezahlt die Allgemeinheit. Wir können nicht gleichzeitig maximale Leistungen, volle Wahlfreiheit und minimale Prämien erwarten. Statt nur auf die Prämien zu schauen, müssen wir endlich Fehlanreize und Überkapazitäten abbauen sowie Digitalisierung und Eigenverantwortung stärken. Neben den Kosten müssen wir stärker über die Qualität und Verfügbarkeit der Versorgung sprechen. Was nützt eine finanzierte Leistung, wenn Pflegepersonal oder Kinderärzte fehlen? Die Schweiz hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Die Frage ist nicht, ob wir gute Medizin wollen, sondern ob wir bereit sind, über deren Finanzierung ehrlich zu diskutieren.»

    Kontext: Heute fand die Medienkonferenz des Bundesrats zu den Krankenkassenprämien 2027 statt. Wie Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider erläuterte, steigen die Prämien 2027 schweizweit durchschnittlich um 5 %. Ursache dafür sind die Gesundheitskosten, die einen deutlichen Anstieg verzeichnen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Ein starkes Wachstum ist insbesondere in den Bereichen Spitex, Physiotherapie und Psychotherapie zu erkennen.

    Kontakt: Thomas Harnischberg, CEO KPT / Beni Meier, Mediensprecher KPT, Telefon: 079 778 44 35, [email protected]

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    Kommentare

    User #1157 (nicht angemeldet)

    Da hat Herr Harnischberg recht. Unser Gesundheitssystem ist gut und darf etwas kosten. Alles andere ist unehrlich.

    User #2680 (nicht angemeldet)

    Wenn unser system so gui ist, weshalb hört man nur von Missständen, angehlrige die die Ärzt überwachen müssen, weil die die berichte nicht lesen, aber wenn ein spital eine AG ist, weiss für wen gearbeitet wird, gruss ans spital inbaar/zug

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