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    «Mitschuld»: Mitte-Ständerat Hegglin schockt mit Aussage zur Ukraine

    Antun Boskovic
    Antun Boskovic

    Bern,

    In der Debatte zur Armeebotschaft erklärt Ständerat Peter Hegglin (Mitte), dass er die Russen nicht «als alleinigen Aggressor verurteilen» möchte.

    Peter Hegglin
    Mitte-Ständerat Peter Hegglin sieht bei der Ukraine und der Nato eine «Mitschuld» am Ukraine-Krieg. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mitte-Ständerat Peter Hegglin kritisiert in Bezug zum Ukraine-Krieg die Schweiz.
    • Es sei nicht an der Schweiz, «darüber zu entscheiden, wer Täter und wer Opfer ist».
    • Dafür kassiert Hegglin auch aus der eigenen Partei Kritik.

    Peter Hegglin sorgt bei der Debatte zur Armeebotschaft 2024 für mächtig Wirbel. Der Mitte-Ständerat äussert sich dabei zum Thema Ukraine-Krieg und zur bevorstehenden Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock. Und zwar mit pro-russischen Aussagen.

    Er wolle «nicht einseitig Partei für die Ukraine ergreifen und die Russen als alleinigen Aggressor verurteilen. Denn auch die Ukraine und die sie unterstützende Nato tragen eine Mitschuld», wird Hegglin vom «Tagesanzeiger» zitiert. Es obliege nicht der Schweiz, «darüber zu entscheiden, wer Täter und wer Opfer ist».

    Eine Friedenskonferenz zu organisieren, an welcher eine Konfliktpartei nicht teilnehme, weil sie die Schweiz als nicht neutral betrachtet, sage genug aus. «Schliesslich wird dies wahrscheinlich eine Aktion bleiben, die viel kostet und zum Frieden wenig oder nichts beiträgt.»

    Kritik von anderen Parlamentariern und Parteimitgliedern

    Diese Aussagen stossen bei anderen Parlamentariern auf Unverständnis. Andrea Caroni (FDP) etwa zeigt sich direkt danach «aufgeschreckt». Er könne nicht ausschliessen, dass Hegglins Aussagen im russischen Fernsehen ausgestrahlt werden. «Daher möchte ich dem widersprechen und sagen, dass ich diese Einschätzung nicht teile.»

    Zustimmung erhält Caroni von Hegglins Parteikollegin Andrea Gmür-Schönenberger. Sie sei froh, dass der FDP-Ständerat sogleich auf die Äusserung reagiert habe, die fehl am Platz sei. «Die Ukraine wurde angegriffen und hat dementsprechend das Recht, sich zu verteidigen», erklärt sie.

    Noch einen Schritt weiter mit der Kritik an Hegglin geht Marc Rüdisüli, Präsident der Jungen Mitte: Die Aussagen seien «haarsträubend» sowie «inakzeptabel» und seien «ohne Wenn und Aber zurückzuweisen». Unter dem Neutralitätsvorwand, einem Aggressor in die Hände zu spielen, sei ein No-Go.

    Hegglin: «Habe nur zur Mässigung aufgerufen»

    «Ich habe nur zur Mässigung aufgerufen, in einer Situation, wo alle Länder aufrüsten. Denn für einen Streit braucht es zwei», reagiert Hegglin auf die Kritik. Im Ukraine-Krieg brauche es eine diplomatische Lösung. «Russland müsste bei der Friedenskonferenz mit am Tisch sitzen, sonst bleibt das alles wirkungslos.»

    Auch auf die Anmerkung, dass es ein russischer Angriffskrieg sei und der Kreml eine Teilnahme an der Konferenz selbst ausgeschlossen habe, reagiert Hegglin: «Die Frage ist, aus welchen Gründen. Manchmal muss man die Dinge eben hinterfragen.»

    Kann die Ukraine-Konferenz auf dem Bürgenstock zu einem Frieden beitragen?

    Der Mitte-Ständerat gehörte zu den Parlamentariern, die dagegen stimmten, dass russische Spione aus der Schweiz ausgewiesen werden. Er sei laut eigenen Aussagen aber weder ein Putin-Versteher noch habe er Verbindungen zu Russland. Hegglin ist Mitglied der Finanzkommission und gilt nach Bundesrätin und Finanzministerin Karin Keller-Sutter als einflussreichster Finanzpolitiker des Landes.

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    Kommentare

    User #5930 (nicht angemeldet)

    "Der Krieg entsteht aus dem nicht bewältigten Frieden" (F. Dürrenmatt)

    User #1802 (nicht angemeldet)

    Recht gute Chronologie des Krieges von einem ehemaligen Oberstleutnant der deutschen Bundeswehr detailliert dargestellt. Sehr interessantes Interview besonder ab Minute 28 zu finden unter: Punkt Preradovic mit Jürgen Rose Der ehemalige Schweizer Oberst Jaques Baud gab auch ein hörenswertes Interview bei Punkt Preradovic, Er weiss jedes Detail, wirklich Bescheid.! Bei Weltwoche wurde vor kurzem der ehml. Vorsitzende des NATO-Militärausschusses General Harald Kujat und der UNO Spitzendiplomat Michael von Schulenburg um Ihre Ansicht gebeten . Die Leute wissen wirklich Bescheid, die müssten in den Medien abgedruckt werden. Wieso nicht? wir alle wollen, dass das ein Ende hat! Subito!!!

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