Ehemaliger BAV-Direktor Peter Füglistaler räumt Fehler ein
Der ehemalige Direktor des Bundesamts für Verkehr hat rückblickend Fehler beim Bahnausbau eingeräumt. «In der Schweiz wird kaum mehr gebaut, nur noch geplant», sagte Peter Füglistaler in einem Interview mit der «Basler Zeitung».

Die S-Bahn Basel sei zum Beispiel «zu Tode geplant» worden, sagte Füglistaler in dem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Dem Projekt in Basel habe ein zeitlicher und finanzieller Horizont gefehlt. Stattdessen sei nach der perfekten Lösung gesucht worden. «Wir haben vergessen, dass wir auch einmal anfangen und bauen müssen», sagte er. Füglistaler stand bis im Jahr 2024 während 14 Jahren an der Spitze des Bundesamts für Verkehr (BAV).
Persönlich habe er es nicht gewagt, die Bremse zu ziehen. «Hätte ich die Planung damals gestoppt, wären die Basler Regierungen geschlossen zum Bundesrat gerannt», sagte Füglistaler. Das Zusammenspiel Bund, Kantone und SBB sei nicht zu unterschätzen. «Aber ja, ich gebe zu, ich war Teil dieses Systems», sagte der ehemalige BAV-Direktor.
Etappen statt perfekte Lösung
2024 hatte Füglistaler in einem Interview seine Zurückhaltung durchblicken lassen. Zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Basel und Luzern, der für ihn unbestritten nötig sei, sagte er damals zur «Neuen Zürcher Zeitung»: «Ich bin aber skeptisch, ob es immer die perfekte Lösung braucht, die man jetzt andenkt.» Stattdessen sprach er sich für eine Umsetzung in Etappen aus.
Zurzeit läuft die Diskussion zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur unter dem Titel «Verkehr '45». Die Vernehmlassung zum Vorschlag des Bundesrats, der eine Priorisierung der Projekte vorsieht, dauert noch bis zum 9. Oktober. Dass grundsätzlich viel geplant wird, zeigt sich laut Füglistaler auch da: «Bei den Vorlagen Verkehr 2045 haben wir über 100 Milliarden Franken an Projekten und realistischerweise 20 Milliarden zur Verfügung.» Es benötige daher einen «dicken Rotstift», sagte er.






