Ursula Karven: Gegen sexuelle Belästigung im Job wehren

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    Deutschland,

    Die #MeToo-Bewegung erschütterte vor vier Jahren nicht nur die Filmbranche. Schauspielerin Ursula Karven erzählt, warum sie sich nun gegen Belästigung am Arbeitsplatz einsetzt.

    Ursula Karven kommt zu dem Treffen «Frauen100». Foto: Carsten Koall/dpa
    Ursula Karven kommt zu dem Treffen «Frauen100». Foto: Carsten Koall/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Schauspielerin Ursula Karven (56) will sich für mehr Schutz gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz einsetzen.

    Junge Frauen bekämen auch heute noch Textnachrichten, die sich in keiner Weise von denen unterschieden, die sie früher selbst bekommen habe, sagte Karven am Donnerstagabend in Berlin. Und je länger sie darüber nachgedacht habe, desto wütender sei sie geworden.

    Karven nahm an einem Treffen mehrerer Frauen aus Politik, Wirtschaft und Kultur teil. Sie sei früher selbst sexualisierten Textnachrichten ausgesetzt gewesen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Die seien meist spät in der Nacht gekommen und morgens vor dem Dreh wieder. Vieles davon sei unter der Gürtellinie gewesen.

    Karven riet Frauen, in solchen Fällen sofort darüber zu reden. «Also wirklich laut werden.» Dazu passe das Schlagwort #TheLouderVoices, unter dem sie online eine Petition gestartet habe. Karven fordert die Politik auf, eine Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation zu unterstützen.

    Zu dem Treffen «Frauen100» kamen unter anderem Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU), Schauspielerinnen wie Barbara Becker und Katja Riemann, die Journalistin Dunja Hayali, Designerin Marina Hoermanseder und die Drehbuchautorin und Regisseurin Anika Decker («Keinohrhasen»).

    In der Filmbranche habe sich mit #MeToo einiges getan, sagte Decker. Man könne mittlerweile etwa Dinge benennen und auch Situationen aufzeigen, in denen man sich diskriminiert oder falsch behandelt gefühlt habe. «Es wird nicht mehr so abgetan.» Filmset und Theater seien noch immer ein Ort für zotige Witze. «Da kommt die Grenze jetzt aber früher», sagte Decker.

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