Mini-Serie «Childhood's End» bei RTLzwei

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    RTLzwei zeigt eine beunruhigende Zukunftsvision aus der Feder von «2001»-Schöpfer Arthur C. Clarke. Die Menschheit lässt von Ausserirdischen alle ihre Probleme lösen - und zahlt einen hohen Preis.

    Szene aus Teil 1 der Science Fiction-Miniserie "Childhood's End". Foto: -/Syfy Media/dpa
    Szene aus Teil 1 der Science Fiction-Miniserie "Childhood's End". Foto: -/Syfy Media/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Geschichte von ausserirdischen Invasionen ist eine Geschichte voller blutiger Missverständnisse.

    Zumindest lehren uns das TV-Serien seit Jahrzehnten. Schön zu beobachten ist das etwa in der BBC-Produktion «The Day of the Triffids» von 1981. Nutzpflanzen aus dem All scheinen die Antwort auf jegliche Energieprobleme zu sein, massakrieren aber über Nacht die halbe Menschheit.

    Man denke auch an die US-Gruselreihe «Twilight Zone». Naive Menschen deuten in einer der besten Episoden aus dem Jahr 1962 ein Handbuch von Aliens als eine Art Knigge für Umgangsformen - dabei ist «To Serve Man» doch ein Kochbuch für Menschenfleisch.

    Auch für die Helden des US-Dreiteilers «Childhood's End», der am Freitag um 20.15 Uhr auf RTLzwei beginnt, scheint die Zukunft buchstäblich unter schlechten Sternen zu stehen. Darauf deutet zumindest die apokalyptische Rahmenhandlung hin. Raumfahrtwissenschaftler Milo Rodericks (Osy Ikhile) sitzt in den Ruinen einer amerikanischen Grossstadt auf einer zerpflückten Couch und bittet eine um ihn schwebende kleine Videokamera, seine Zivilisation nicht zu vergessen: «Ich bin der letzte lebende Mensch.»

    Rückblende in unsere Gegenwart: Über New York, Washington Paris, Peking und vielen anderen Städten erscheinen eines Morgens riesige Raumschiffe. Sie lassen den Luftverkehr rund um den Erdball sanft zu Boden gleiten und legen die Handynetze genauso wie die  Verteidigungssysteme lahm. Doch die Eroberer, von den Medien bald «Overlords» getauft, haben keine Neigung, sich zu zeigen.

    Stattdessen lassen sie Tote sprechen. Jedem Menschen, der eine geliebte Person verloren hat, erscheint der Verstorbene als freundlicher Avatar und erläutert die Absichten des Individuums, das nun alle Trümpfe in der Hand hat, das Wesen Karellen. Beste Manieren, beste Absichten, aber auch alternativlos in seinen Forderungen: «Wir sind keine Eroberer, wir sind Entwickler.»

    Kein Hunger, keine Kriege, kein Klimawandel, keine Krankheiten: Das Alien hat ambitionierte Ziele und braucht einen Unterhändler, um auf Erden ohne Rücksicht auf Politik und Wirtschaft durchzuregieren. Er findet ihn unter Milliarden Menschen in dem Farmer Ricky Stormgren aus Missouri (Mike Vogel).

    Rick gilt in seinem Kaff als sympathischer Vorzeige-Diplomat für Lokalpolitik. Doch er selbst ist innerlich ein Wrack, der Tod seiner Ex-Verlobten (Georgina Haig) nagt an ihm. Ein leichtes Einfallstor für den einfühlsamen Ausserirdischen, der ihn immer wieder in eine Zwischenwelt jenseits von Leben und Tod entführt. Karellen verändert die Welt - und er hält Wort. Das «Goldene Zeitalter der Menschheit» beginnt. Doch hat hier jemand versprochen, dass es nie endet? Jahrzehnte später bezahlt die Erde einen sehr hohen Preis. 

    Arthur C. Clarke, der auch das Drehbuch des Kubrick-Klassikers «2001 - Odyssee im Weltraum» schrieb, lieferte die Vorlage für die Produktion des US-Senders SyFy. Die Geschichte lebt von einem starken Plot, der zum Glück nicht den Klischees von Hollywood folgt. Die technischen Effekte sind - obwohl 2015 produziert - zuweilen auf dem Stand der späten 90er Jahre. Der Serie schadet das nicht, denn sie wartet immer wieder mit interessanten Wendungen auf. Sehenswert.

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