Iranischer Regisseur Rassulof kommt nicht zur Berlinale

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    Deutschland,

    Die Internationalen Filmfestspiele in Berlin zeigen die letzten Filme, die um den Goldenen Bären konkurrieren. Der iranische Regisseur Mohammed Rassulof aber wird bei der Premiere fehlen - er bekomme «keine offizielle Reisegenehmigung».

    «Es gibt kein Böses» von Mohammed Rassulof gehört zu den Wettbewerbsfilmen der Berlinale. Foto: Cosmopol Film/Berlinale/dpa
    «Es gibt kein Böses» von Mohammed Rassulof gehört zu den Wettbewerbsfilmen der Berlinale. Foto: Cosmopol Film/Berlinale/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Auf der Berlinale gehen die letzten beiden Filme ins Rennen um den Goldenen Bären.

    Der kambodschanische Regisseur Rithy Panh zeigt einen Dokumentarfilm. Ausserdem läuft der Spielfilm «Es gibt kein Böses» von Mohammed Rassulof.

    Der iranische Filmemacher werde aber nicht persönlich erscheinen, teilte die Berlinale mit. Er habe «keine offizielle Reisegenehmigung bekommen». Das war von der Festivalleitung bereits erwartet worden.

    Rassulof war wie sein Kollege Jafar Panahi wegen Protesten nach den Präsidentschaftswahlen 2009 verhaftet und zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Seitdem dürfen beide zumindest offiziell keine Filme mehr machen. Trotzdem haben sie es geschafft, Underground-Filme zu drehen und diese auf ausländischen Festivals zu zeigen.

    Seit Jahrzehnten herrscht im Iran zwischen Filmemachern und Behörden eine grosse Spannung. Drehbücher müssen im Kultusministerium abgenommen werden, erst dann kann offiziell die Produktion beginnen. Aber auch nach Ende der Dreharbeiten muss eine Abteilung die Aufführung der Filme genehmigen. Manche Szenen etwa zwischen Mann und Frau, die in Deutschland normal wären, sind dort nicht erlaubt.

    Auch auf der Berlinale ist die Situation iranischer Filmemacher immer wieder Thema. Das Festival hatte zum Beispiel 2011 mit einem besonderen Moment an Panahi erinnert: Weil er wegen seiner Gefängnisstrafe seinen Platz in der Jury nicht einnehmen konnte, blieb der Stuhl leer. Mit seinem heimlich gedrehten Film «Taxi Teheran» gewann er 2015 dann den Goldenen Bären.

    Probleme kennt auch der iranische Regisseur Massud Bachschi, der auf der diesjährigen Berlinale seinen neuen Film «Yalda» zeigt. «Meinen Film wollte kein Iraner finanzieren», hatte er der Deutschen Presse-Agentur vorab in seinem Studio in Teheran gesagt. Der bereits beim Sundance Festival ausgezeichnete Film musste mit ausländischen Investoren, auch deutschen, produziert werden.

    Sein erster Spielfilm, «A respectable Family», handelte von Korruption in den Behörden und gesellschaftlicher Heuchelei im Iran. Der brachte ihn 2012 direkt auf die Schwarze Liste der Regierung des damaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Sieben Jahre konnte er im Iran als Filmemacher nicht mehr Fuss fassen. «Ich musste Bücher schreiben, um Geld zu verdienen», sagte er.

    In der Zeit schrieb er dann auch das Drehbuch zu seinem neuen Film, der auf einer wahren Geschichte basiert. «Yalda» - eine Tradition, bei der Perser die längste Nacht des Jahres feiern - erzählt von einer jungen Frau, die ihren Mann im Affekt tötet. Nun will sie in einer TV-Show bei der Tochter ihres Mannes um Vergebung bitten. Ihre Vergebung würde sie nach islamischem Recht zumindest vor der Hinrichtung retten. Ein «intensives Kammerspiel», urteilte der Deutschlandfunk.

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