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    Im Bann der Mutproben: «Nerve» bei ProSieben

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    Deutschland,

    Actionreich und spannend: Eine Schülerin wird in eine Online-Version von «Wahrheit oder Pflicht» hineingezogen.

    Emma Roberts bei der Verleihung der 23. Critics' Choice Awards. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa
    Emma Roberts bei der Verleihung der 23. Critics' Choice Awards. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vee (Emma Roberts) ist ein hübsches Highschool-Mädchen, aber eher in sich gekehrt.

    Sie will auf die Kunsthochschule und lebt mit ihrer Mutter in Staten Island.

    Vee ist vernünftig. Bis eine Freundin ihr von «Nerve» erzählt, einem Social-Media-Spiel. Wer mitmacht, muss in der Öffentlichkeit peinliche oder riskante Aufgaben lösen. Und wer das erfolgreich hinter sich bringt, dem winken satte Prämien. Vee braucht Geld für ihr Studium. Was für die Schülerin mit einem harmlosen Kuss losgeht, gerät bald zu einem Risiko auf Leben und Tod.

    Der amerikanische Thriller «Nerve» aus dem Jahr 2016 läuft am Samstag (31. Juli) um 20.15 Uhr bei ProSieben.

    Vee beschränkt sich zunächst darauf, nur ein Zuschauer des Online-Spektakels zu sein, ihre aufgedrehte Freundin Sydney (Emily Meade) ist ein Player bei «Nerve», das alle Welt zu spielen scheint. Über eine App bekommen die Spieler immer neue Challenges, die sie zu bestehen haben. Dafür erhalten sie je nach Schwierigkeitsgrad Geld und vor allem die Aufmerksamkeit der Watcher. Eines Tages meldet sich auch Vee an, um endlich in der gleichen Liga wie Sydney zu spielen.

    Es beginnt harmlos: Sie soll einen wildfremden Jungen fünf Sekunden lang einen Kuss geben. Ihr bester Freund Tommy (Miles Heizer) filmt sie dabei, damit die «Nerve»-Gemeinde ganz nah dabei sein kann. Es ist der coole und irgendwie zwielichtige Ian (Dave Franco), den sie sich für ihre Pflichtaufgabe ausgesucht hat. Schnell stellt sich heraus, dass er selbst eine Challenge zu bestehen hat. Die beiden erhalten den Auftrag, künftig als Paar die besten Player zu werden.

    Das alles gestaltet sich zuerst noch harmlos, wobei die Jugendlichen schon jede Schamgrenze überschreiten müssen. Am Anfang sollen sie in einem Nobel-Kaufhaus Klamotten anprobieren. Das grüne Glitzerkleid, das Vee in einem grossen Teil des Films trägt und das sie finden soll, kostet 4000 Dollar. Spätestens als Ian mit verbundenen Augen von Vees Anleitungen gelenkt auf seinem Motorrad durch Manhattan rasen soll, will man als Zuschauer dem Mädchen nur noch zurufen, auszusteigen. Irgendwann will Vee das dann auch, doch es ist zu spät: Über die App ist ihr Computer gehackt, ihre Identität geraubt.

    Die beiden Regisseure Ariel Schulman und Henry Joost wählen eine überzeugende Ästhetik: Sobald sich jemand bei «Nerve» anmeldet, ploppt wie eine Cloud der Name über Manhattan auf, mal blickt man vom Inneren des Bildschirms auf das Geschehen. Es ist duster - der Hauptteil des Films spielt in einer einzigen Nacht - und zugleich grellbunt. Und wenn sich die Jugendlichen der Dynamik von «Nerve» immer weniger entziehen können, ist der Zuschauer längst mitgerissen.

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