Filmproduzenten wollen mehr Nachhaltigkeit

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    Deutschland,

    Filmproduktionen kosten viel Geld. Deswegen wird bei Dreharbeiten häufig auf die Zeit, dafür weniger auf die Umwelt geachtet. Das soll sich nun ändern.

    Monika Grütters (CDU) will mehr «Green Shooting» in der Filmbranche. Foto: Jörg Carstensen/dpa
    Monika Grütters (CDU) will mehr «Green Shooting» in der Filmbranche. Foto: Jörg Carstensen/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ob Pappbecher oder aufwendige Flüge zum Set - bei Filmdrehs soll Nachhaltigkeit künftig eine grössere Rolle spielen.

    Film- und Fernsehproduzenten wollen sich zu mehr Umweltschutz bei ihrer Arbeit verpflichten.

    Sie wollen eintreten für eine «noch stärkere Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in der Film- und Serienproduktion, die für ein ökologisch wie auch ökonomisch und sozial verantwortliches Handeln steht», heisst es in einem der dpa vorliegenden Entwurf für eine gemeinsame Erklärung.

    Zu den Zielen wollen sich die Filmschaffenden am kommenden Mittwoch (19. Februar) in Berlin per Unterschrift im Kanzleramt bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bekennen. Angesagt haben sich die Intendanten Tom Buhrow (ARD), Thomas Bellut (ZDF), Carola Wille (MDR) und Peter Limbourg (Deutsche Welle). Für die Filmindustrie sind Thomas Negele von der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft und Charles Rivkin, Chef der Motion Picture Association, dabei. Dazu gehören die grossen US-Filmproduzenten Universal, Paramount, Walt Disney, Sony und Warner sowie inzwischen auch Netflix. Die Berlinale vertritt Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek.

    «Wir haben uns mit der Branche zusammengetan, um das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit stärker im Filmschaffen zu verankern», sagte Grütters der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Sie nannte die Erklärung einen «Meilenstein». «Bisher sind in der Welt herumfliegende Filmcrews nicht gerade ein Paradebeispiel für Klimaschutz. Das hat auch die Branche erkannt», sagte Grütters. «Gemeinsam mit der Branche wollen wir "Green Shooting" noch stärker zum Thema machen.»

    Mit im Boot sind auch die Spitzen der Filmförderungen der Länder, Filmförderungsanstalt, Deutschen Filmakademie, Produzentenvereinigungen, Vereinigung der filmtechnischen Betriebe sowie Schauspieler.

    «Wir unterstützen das Ziel, wissenschaftlich basierte ökologische Standards in der Filmwirtschaft zu etablieren und den Ressourcenverbrauch deutlich zu reduzieren», heisst es im Entwurf. Nachhaltige Produktionen böten «enorme Chancen für neues Wachstum, für sichere Arbeitsplätze und für langfristige Erfolge». Die Beteiligten wollen «effizient und dauerhaft negative ökologische Auswirkungen unseres Handelns» so weit wie möglich minimieren.

    Auch während der Berlinale (20.2.-1.3.) werden grünes Drehen und Umweltschutz Thema sein. Der rote Teppich etwa ist aus recycelten Fischernetzen und anderen Nylonabfällen, wie Geschäftsführerin Rissenbeek der dpa sagte. Wegwerfgeschirr sei abgeschafft worden. Es gebe in der Filmbranche ein stärkeres Bewusstsein für den Umweltschutz. «Immer mehr Produzenten wollen umweltbewusster drehen.»

    Einige Filmproduzenten hatten bereits einen Aufruf gestartet. In einer freiwilligen Selbstverpflichtung setzen sie sich dafür ein, öfter auf Flüge zu verzichten, Ökostrom zu nutzen oder beim Catering auf regionale Produkte zu setzen. Etwa 55 Unternehmen beteiligen sich bislang, wie der Produzentenverband angibt. Auch Plastik und Müll wollen sie vermeiden.

    Nicht nur beim Drehen, sondern auch in den Kinos kann Umweltschutz zum Thema werden. Die Filmförderungsanstalt (FFA) veröffentlichte einen Leitfaden, der Kinos bei einem umweltfreundlicheren Betrieb helfen soll. Denn in Kinos fliesst zum Beispiel viel Energie in Beheizung, Kühlung und Beleuchtung der Gebäude.

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