«Ein letzter Job»: Michael Caine als Gauner

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    Deutschland,

    Der Hatton-Garden-Raub aus dem Jahr 2015 gehört zu den spektakulärsten Kriminalfällen jüngerer britischer Geschichte. Nun kommt die Geschichte als Krimikomödie ins Kino.

    Basil (Charlie Cox, l) hilft Brian (Michael Caine) und dessen Komplizen bei Fragen zu moderner Sicherheitstechnologie. Foto: Jack English/Studiocanal GmbH
    Basil (Charlie Cox, l) hilft Brian (Michael Caine) und dessen Komplizen bei Fragen zu moderner Sicherheitstechnologie. Foto: Jack English/Studiocanal GmbH - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • 200 Millionen britische Pfund - so viel erbeuteten Gangster vor vier Jahren im Londoner Diamantenviertel beim sogenannten Hatton-Garden-Raub.

    Es war einer der spektakulärsten Kriminalfälle der britischen Geschichte; so viel wurde bislang bei keinem anderen Beutezug im Vereinigten Königreich ergaunert. Doch nicht nur das: Die Haupttäter waren allesamt im Seniorenalter. Genau diese Geschichte bringt Regisseur James Marsh nun mit «Ein letzter Job» ins Kino.

    Brian Reader (Michael Caine) war einmal einer der angesehensten Verbrecher Grossbritanniens. Nun aber hat er seine besten Jahre hinter sich. Seit seine geliebte Ehefrau gestorben ist, hat er sämtliche Lebensfreude verloren. Auch die Gesundheit macht langsam nicht mehr mit. Dann aber beschliessen vier seiner mittlerweile ebenfalls im Rentenalter angekommenen Räuberkollegen, noch einmal einen Coup zu wagen: Terry (Jim Broadbent), Kenny (Tom Courtenay), Danny (Ray Winstone) und Carl (Paul Whitehouse) wollen gemeinsam mit Brian einen Safe im Londoner Diamantenviertel aufbrechen und sich auf die alten Tage noch einmal bereichern.

    Mit Basil (Charlie Cox) holen sie sich ausserdem einen Neuling mit ins Boot, der ihnen bei Fragen zu moderner Sicherheitstechnologie mit Rat und Tat zur Seite stehen soll. Doch nicht nur der Raubzug an sich gestaltet sich unerwartet schwierig und ist von Pannen übersät. Ist die Bande erst einmal an ihrer Beute gelangt, fangen die Probleme erst an, denn plötzlich traut keiner mehr dem anderen.

    Regisseur James Marsh befasst sich in «Ein letzter Job» nun vor allem mit dem Coup an sich und wendet viel Zeit dafür aufzuzeigen, wie es den Verbrechern damals gelingen konnte, unterirdisch in den stark gesicherten Tresor einzubrechen und die Beute an die Erdoberfläche zu transportieren. Doch so spektakulär die Vorlage und so vielversprechend die prominente Besetzung ist, so enttäuscht der Film leider doch - er ist schlichtweg langweilig. Für eine Komödie ist «Ein letzter Job» viel zu unlustig und für einen Krimi oder gar Thriller zu keinem Zeitpunkt spannend genug. Das liegt unter anderem an den tristen, unspektakulären Bildern sowie am ziemlich behäbigen Schnitt, der dem Film Dynamik nimmt.

    Das gilt auch für die Darsteller, die zwar allesamt namhaft sind, in Marshs Rentnerkomödie allerdings so hüftsteif aufspielen, als wäre ihnen die Lust an alledem schon lange abhandengekommen. Michael Caine, der Alfred aus Christopher Nolans «Batman»-Trilogie, schlafwandelt sich seltsamerweise mit einem Gesichtsausdruck durch die Geschichte. Viel erfährt man weder über ihn, noch über den Hintergrund seiner Gauner-Kameraden. Jim Broadbent («Paddington»), Tom Courtenay («45 Years»), Ray Winston («Departed - Unter Feinden») und Paul Whitehouse («The Death of Stalin») stimmen in diese Lustlosigkeit mit ein und erinnern allenfalls daran, dass man sich mal wieder die Gangsterkomödie «Ocean’s Eleven» mit George Clooney und Brad Pitt anschauen sollte, aber ganz bestimmt kein zweites Mal «Ein letzter Job».

    Ein letzter Job, Grossbritannien 2018, 106 Min., FSK ab 12, von James Marsh, mit Michael Caine, Jim Broadbent, Charlie Cox

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