Lustenau OE: Brenzlige Szenen bei Weltrekord-Feuer

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    Österreich,

    Beim Versuch das grösste Brauchtumsfeuer zu brechen, mussten in Lustenau OE mehrere Personen in Sicherheit gebracht werden: Das Feuer schlug Funken um sich.

    Der 60 Meter hohe Holzturm wurde von der Feuerwehr wegen starkem Funkenflug gelöscht. Foto: Maurice Shourot
    Der 60 Meter hohe Holzturm wurde von der Feuerwehr wegen starkem Funkenflug gelöscht. Foto: Maurice Shourot - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Österreich wollte eine Gruppe den Weltrekord zum grössten Brauchtumsfeuer brechen.
    • Dabei kam es kurzfristig zu heftigem Funkenflug, weswegen die Feuerwehr zum Einsatz kam.

    Die Bürger von Lustenau wollten einen riesigen Holzturm abfackeln. Sorgen der Klimaschützer schlugen sie in den Wind. Schlussendlich hatten sie mit anderen heissen Problemen zu kämpfen.

    Es war ein riskanter und umstrittener Weltrekordversuch. In Österreich ist nach Angaben der Organisatoren das grösste Brauchtumsfeuer der Welt entzündet worden.

    Als der 60,64 Meter hohe Holzturm am Samstagabend in Lustenau brannte, kam es nach Angaben der Polizei zu heftigem Funkenflug. Einem, der die Feuerwehr in Atem hielt. Einige der rund 10'000 Zuschauer mussten in Sicherheit gebracht werden. Das sogenannte Funkenfeuer ist eine Tradition im österreichischen Bundesland Vorarlberg.

    Grösser als eigentlich geplant

    Vermessungstechniker hatten zuvor den Holzturm in Lustenau begutachtet. Er sollte eigentlich nur 58,60 Meter hoch werden, wurde im Laufe des Baus aber höher. Das sagte Organisator Marco Hollenstein dem Sender «ORF». Der bisherige Weltrekord lag bei mehr als 47 Metern, aufgestellt bei einem Johannisfest im Sommer 2016 in Norwegen.

    Kurz nachdem der Lustenauer Turm in Flammen aufging, wurden Glutstücke bis zu 300 Meter weit durch die Luft gewirbelt. Sie beschädigten Zelte und einige Autos, wie die örtliche Polizei berichtete. Die Feuerwehr bespritzte benachbarte Gebäude, um Brände zu verhindern. «Zuerst war es eine recht hektische Situation,» doch der Funkenflug habe rasch wieder aufgehört, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

    Klimaschützer um Lustenau OE: «Verschleiss von Rohstoffen»

    Das Vorhaben hatte in den vergangenen Wochen für grosse Diskussionen gesorgt. Klimaschützer hielten das riesige Feuer für ein völlig falsches Signal in Zeiten des Klimawandels.

    «Das ist Gigantomanie und ein Verschleiss von Rohstoffen», sagte etwa Franz Ströhle, Obmann des örtlichen Alpenschutzvereins. Nach Angaben des Bundeslandes werden jährlich in Vorarlberg zu Beginn der Fastenzeit rund 220 Türme entzündet. Sie sind als «Funken» bekannt.

    Die Veranstalter hatten für den Rekordversuch rund 100 Tonnen Holz verarbeitet, der zuletzt den örtlichen Kirchturm um zwei Meter überragte. «Es war sehr aufwendig», sagte Hollenstein, der den Brauchtumsverein Hofstalder Funkenzunft leitet. Für die Konstruktion schmiedeten die rund 20 Mitglieder sogar selbst 50 Zentimeter lange Nägel.

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