Abdellatif Kechiche sorgt mit seinem neuen Film für Empörung. Dies nach den Anschuldigungen über sexuellen Missbrauch aus Hollywood-Kreisen.
Abdellatif Kechiche
Junge Frauen und Männer in einer Szene des Films «Mektoub, My Love: Intermezzo» von Abdellatif Kechiche. - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Scharfe Kritik in Cannes für Abdellatif Kechiche.
  • Der Regisseur wird für seinen «Voyeur-Film» gerügt.
  • Einige Zuschauer verliessen die Gala.

Kurz vor Festivalende hat ein Wettbewerbsbeitrag am Filmfest in Cannes (F) viele Zuschauer verärgert. «Mektoub, My Love: Intermezzo» ist das neue Werk von Abdellatif Kechiche, der vor sechs Jahren mit «La vie d'Adèle» die Goldene Palme gewann.

Dieses Mal erzählt er in dreieinhalb Stunden von einer Gruppe junger Männer und Frauen. Diese liegen am Strand und feiern dann gemeinsam. Dabei ist der 58-jährige Kechiche vor allem an den fast nackten Körpern der Frauen interessiert.

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Der neue Film von Abdellatif Kechiche wird in Cannes kritisiert. - Pathé Films

Immer und immer wieder gleitet die Kamera an ihren Brüsten und Hinterteilen entlang. «Zermürbend» und «niedrigster Kino-Voyeurismus», schrieb das Fachblatt «Variety».

Während «Indiewire» fand: «Der männliche Blick war praktisch die einzige Linse, die Kechiche verwendet hat.»

Abdellatif Kechiche wird heftig kritisiert

«Die Hölle», fand ein Kritiker vom «The Hollywood Reporter». «Es macht keinen Sinn, dass dies ein Cannes-Wettbewerbsfilm ist.» Auch in den sozialen Medien wie Facebook und Twitter äusserten zahlreiche Zuschauer. Nach der Premiere in der Nacht auf Freitag gabs viel Unmut.

Viele schrieben, sie hätten die Gala vorzeitig verlassen.

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Abdellatif Kechiche (l.) und die Schauspielerinnen Lea Seydoux (M.) und Adele Exarchopoulos im Jahr 2013. - Keystone

Schauspielerin beschuldigte ihn des sexuellen Missbrauchs

Im vergangenen Jahr hatte eine Schauspielerin den Franzosen Kechiche beschuldigt, sie sexuell misshandelt zu haben. Der Regisseur wies das zurück. Zuvor hatte Schauspielerin Léa Seydoux ihn bereits heftig wegen der Dreharbeiten zu «La vie d'Adèle» kritisiert.

Er habe sie und Adèle Exarchopoulos stundenlang Sexszenen drehen lassen.

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