Stadt Zürich

    Strahlender Müll im Abfall

    Stéphanie Hofer
    Stéphanie Hofer

    Zürich,

    Weil immer wieder radioaktiver Müll - vor allem aus Spitälern - im Abfall landet, müssen die Kehrichtverbrennungsanlagen künftig die Materialien auf Strahlungen untersuchen.

    Zwei- bis dreimal pro Jahr landet radioaktiver Abfall in bei den Kehrichtverbrennungsanlagen.
    Zwei- bis dreimal pro Jahr landet radioaktiver Abfall in bei den Kehrichtverbrennungsanlagen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Etwa zwei- bis dreimal pro Jahr landet radioaktiver Müll in den Kehrichtverbrennungsanlagen.
    • Strahlender Abfall ist gefährlich, kann Verbrennungen auslösen und Krebs fördern.
    • Auf Anfang 2018 tritt nun eine neue Strahlenschutzverordnung in Kraft.

    Seit mehreren Jahren registriert das Bundesamt für Gesundheit BAG pro Jahr zwei oder drei Vorfälle von radioaktiven Abfällen im Müll. Dieser kommt überwiegend aus Spitälern. So etwa 2004, als bei der Kehrichtverbrennungsanlage in Kaiseraugst AG radioaktiv strahlende Stäbchen gefunden wurden. Cäsium-Stäbchen, die das krebsrisiko erhöhen und bei Berührung zu schweren Verbrennungen führen können.

    Untersuchungen ergaben laut «NZZ», dass die Stäbchen aus einem Tresor vom Spital Baden stammten. Entdeckt worden sei das Material bei der Eingangskontrolle mit einem Geigerzähler. Diese Kontrollen sind heute freiwillig.

    Das BAG schätzt, dass zweimal pro Jahr Abfälle aus der Jodtherapie in den Hauskehricht gelangen, alle fünf Jahre einmal Radium aus der Uhrenindustrie in die Verbrennungsschlacke und einmal alle zehn Jahre Glasabfälle mit thoriumhaltigen Glaslinsen angeliefert werden.

    In Stahlwerken hingegen gehören Radioaktivitätsmessungen heute zum Alltag. Vor allem radioaktive Liftknöpfe landen nämlich oft im Abfall. 2008 waren es 67 Stück.

    Auf Anfang 2018 tritt nun eine neue Strahlenschutzverordnung in Kraft. Die verbrennungsanlagen werden so verpflichtet, ihre Abfälle auf radioaktive Materialien zu untersuchen. Das ist eine Verbesserung im Gegensatz zu heute, obwohl bereits «70 Recyclingbetriebe Eingangsmessungen durchführen.

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