Panikattacke bei SRF-Moderator Damian Betschart: «Bekam keine Luft»
Kurz nach seinem SRF-Start wurde der Druck für Damian Betschart zu viel: Der Moderator erlitt eine Panikattacke.

Das Wichtigste in Kürze
- Damian Betschart spricht offen über eine Panikattacke kurz nach seinem Start bei SRF.
- Sie ereignete sich auf dem Weg zu seiner ersten Moderation der «Jukebox».
- Der Moderator sagt, dass er sich selbst enorm unter Druck gesetzt habe.
- Zu den offenen Worten inspirierte ihn Berufskollegin Fabienne Wernly.
Es sollte eigentlich einer der schönsten Momente seiner Karriere werden. Anfang Mai startet Damian Betschart (41) bei Radio SRF 1. Für den erfahrenen Moderator geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.
Doch mit dem Traumjob kommt auch der Druck. Und zwar so viel, dass Betschart wenige Wochen nach seinem Start eine Panikattacke erleidet.
«Ich bekam keine Luft mehr, mir wurde schwarz vor Augen, es fühlte sich an, als würde mein Herz gleich explodieren», schreibt er jetzt offen auf Linkedin.
Panikattacke auf dem Weg ins SRF-Studio
Zu diesem Zeitpunkt ist Betschart erst rund drei Wochen bei SRF. Seine erste Moderation der Sendung «Jukebox» steht bevor. Auf der Fahrt ins Radiostudio macht sein Körper plötzlich nicht mehr mit. Betschart hält auf einer Raststätte an und versucht, sich mit Atemübungen zu beruhigen.
Trotzdem fährt er danach weiter ins Studio. In seinem Kopf habe währenddessen ein Gedanke dominiert: «Wenn du das heute nicht schaffst, hast du versagt!» Ein paar Stunden später ist die Sendung geschafft.
Und ausgerechnet während dieser schwierigen Premiere erlebt der Moderator auch einen gegenteiligen Moment. Er habe während der Sendung zum ersten Mal seit Jahren gespürt, im richtigen Job zu sein, schreibt Betschart. Seither sei bei ihm «der Knoten geplatzt».
«Druck, der alleine von mir kam»
Dass ihn sein neuer Job beschäftigt, hatte Betschart bereits im September angedeutet. In einem Interview mit SRF erzählte er von «Achterbahngefühlen» während seiner ersten Monate.
Seine grösste Erwartung an sich selbst sei gewesen, neben den erfahrenen Kolleginnen und Kollegen nicht abzufallen und es möglichst allen recht zu machen.

Heute sagt Betschart deutlich: Der enorme Druck sei nicht von seinem Arbeitgeber gekommen. «Druck, der ALLEINE von mir kam», schreibt er.
Ganz verschwunden sind die Zweifel auch heute nicht. Bei unterschiedlichen Themen «struggle» er weiterhin immer wieder. Für Betschart gehört genau das aber zum Menschsein.
Kritik an der perfekten Linkedin-Welt
Dass der SRF-Mann diese sehr persönliche Geschichte öffentlich macht, hat auch mit Moderatorin Fabienne Wernly (37) zu tun. Sie hatte zuvor auf Linkedin die dortige Erfolgskultur kritisiert. Alle präsentierten ihre Erfolge, Nebenprojekte und Karriereleistungen, schrieb Wernly sinngemäss.
Sie selbst bringe Kind und Karriere nicht immer mühelos unter einen Hut, habe nach strengen Arbeitstagen manchmal keine soziale Energie mehr und sei im Job auch mit einer soliden Leistung zufrieden.
Wernly wünschte sich auf der Businessplattform deshalb mehr «Mut zur Selbstkritik, zum Durchschnitt und zur Ehrlichkeit».

Das brachte Betschart dazu, seine eigene Geschichte zu erzählen.
Wernly bedankt sich in den Kommentaren für seine Offenheit. Besonders schön finde sie, dass nach dem schwierigen Start der Moment gekommen sei, in dem Betschart gemerkt habe: Genau hier sei er richtig.
Auch andere Berufskollegen und Wegbegleiter reagieren mit viel Zuspruch. Moderator Ivo Feller bezeichnet den Beitrag als «tätsch-ehrlich» und lobt Betschart dafür, auch schwierige Lebenssituationen anzusprechen.
Seit Mai bei Radio SRF 1
Betschart gehört seit Anfang Mai zum Moderationsteam von Radio SRF 1. Er ist unter anderem in der «Jukebox», im «Nachtexpress» sowie am Nachmittag zu hören.
Seine Radiokarriere begann 2008 bei Radio 1. Später arbeitete der gebürtige Schwyzer unter anderem für Radio Pilatus und Tele 1.












