Zürich: 1700 Personen sollen jährlich Deutsch lernen können
In Zürich ZH gilt ab 2027 ein neues Sprachförderkonzept mit zwei Förderbereichen. Der Stadtrat beantragt dafür jährlich über zwei Millionen Franken.

Der Stadtrat stellt die städtische Sprachförderung per 2027 auf eine neue Grundlage. Das überarbeitete Konzept umfasst zwei Förderbereiche und ergänzt bestehende Deutschkurse. Pro Jahr wird dadurch voraussichtlich rund 1700 Personen das Deutschlernen ermöglicht.
Gute Deutschkenntnisse sind für die wirtschaftliche und soziale Integration wichtig. Viele in der Stadt lebende Fremdsprachige lernen deshalb Deutsch. Sie nutzen das vielfältige und gut ausgebaute Kursangebot, das vor allem der private Markt bereitstellt.
Dieses Angebot wird durch die Stadt Zürich gezielt ergänzt. Grundlage dafür ist das durch den Stadtrat verabschiedete Sprachförderkonzept. Das bisherige Konzept aus dem Jahr 2017 wurde aufgrund des veränderten Bedarfs überarbeitet.
Zwei sich ergänzende Förderbereiche
Das neue Sprachförderkonzept der Stadt Zürich «Deutsch als Zweitsprache für Erwachsene» ist bedarfsgerecht ausgerichtet. Es zielt insbesondere darauf ab, erwachsene Personen mit geringen Bildungsvoraussetzungen beim Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen und die Lernangebote wirksam und zielgruppengerecht auszugestalten. Es umfasst zwei sich ergänzende Förderbereiche.
Der Förderbereich «Niveaukurse A1 bis B2 mit Kinderbetreuung» ermöglicht einen systematischen Spracherwerb in homogenen Lerngruppen. Die Kurse können jährlich von rund 1100 Personen besucht werden und werden aktuell durch die Stiftung ECAP realisiert. Für die Umsetzung ab 2029 oder spätestens 2030 wird ein neues Submissionsverfahren durchgeführt.
Der Förderbereich «Sprachförderkredit» wird jährlich durch die Fachstelle Diversität, Integration, Antirassismus der Dienstabteilung Stadtentwicklung ausgeschrieben. Er bietet sowohl Raum für niederschwellige oder zeitlich und örtlich flexible Lernformate als auch für Kurse, die auf Zielgruppen mit einem spezifischen Sprachlernbedarf ausgerichtet sind. Die mitfinanzierten Kurse fördern vor allem die handlungsorientierte Sprachverwendung im Alltag und Berufsleben und schliessen Lücken im bestehenden Sprachförderangebot.
Sie werden schätzungsweise von 600 Personen pro Jahr besucht werden.
Finanzierung der städtischen Sprachförderung
Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat zur Finanzierung der Niveaukurse für die Jahre 2027–2030 jährlich 1,07 Millionen Franken – unter dem Vorbehalt der Mitfinanzierung durch den Kanton Zürich von mindestens 150 000 Franken. Für die Finanzierung des Sprachförderkredits beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat jährlich 700 000 Franken – unter dem Vorbehalt der Mitfinanzierung durch den Kanton Zürich von mindestens 50 000 Franken.
Zudem beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat jährlich 350 000 Franken für individuelle Kostenrückerstattungen im Sprachförderbereich («Rückerstattungskredit»). Dieser Kredit ermöglicht in der Stadt Zürich wohnenden einkommensschwachen Personen, die mindestens 70 Prozent der Kurslektionen besucht haben, rückwirkend die kostenlose Teilnahme an einem städtisch mitfinanzierten Deutschkurs.






