St. Gallen: Vier neue Studiengänge ab Herbstsemester 2027
Die OST baut ihr Angebot aus: Ab Herbstsemester 2027 starten in St. Gallen und Rapperswil-Jona SG vier neue Bachelor- und Masterstudiengänge.

Die OST – Ostschweizer Fachhochschule baut ihr Studienangebot auf das Herbstsemester 2027 aus. Neu starten die Bachelorstudiengänge Industrial Artificial Intelligence und Health Technology Innovation sowie die Masterstudiengänge Management und Recht sowie Physiotherapie.
Die vier Angebote greifen zentrale Entwicklungen in Industrie, Gesundheitswesen sowie Wirtschaft und Verwaltung auf und zielen darauf ab, neue Bildungsoptionen für Berufsbilder mit hoher Nachfrage nach Fachkräften zu schaffen.
Neuer Bachelor verbindet Künstliche Intelligenz mit industrieller Praxis
Künstliche Intelligenz verändert industrielle Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle und erhöht den Bedarf an Fachpersonen, die technologische Möglichkeiten mit wirtschaftlichen Anforderungen verbinden können. Der neue Bachelorstudiengang Industrial Artificial Intelligence der OST setzt genau an dieser Schnittstelle an: Er verbindet Technik, Wirtschaft und Informatik im Bereich der Künstlichen Intelligenz und bildet interdisziplinäre Brückenbauerinnen und Brückenbauer aus. Die Studierenden lernen, KI-Potenziale in Unternehmen zu erkennen, Daten und physische Systeme zusammenzuführen und Lösungen für konkrete industrielle Anwendungen zu entwickeln.
Ab dem zweiten Semester im Vollzeitstudium arbeiten sie in durchgängigen Projektmodulen mit Industriepartnern an realen Fragestellungen und erwerben dabei neben Fachwissen auch Kompetenzen in Teamarbeit, Kommunikation und unternehmerischem Handeln. Damit eröffnet das Studium Perspektiven in unterschiedlichen Industriezweigen – von Fertigung und Energieversorgung bis hin zu Luft- und Raumfahrt.
Der Bachelor of Science in Industrial AI umfasst 180 ECTS und wird am Campus Rapperswil-Jona angeboten. Das Studium kann in sechs Semestern Vollzeit oder in acht Semestern Teilzeit beziehungsweise als praxisintegriertes Bachelorstudium (PiBS) absolviert werden; ein Wechsel zwischen Voll- und Teilzeit ist jeweils zum Semesterstart möglich. Inhaltlich baut das Studium auf Grundlagen in Mathematik, Naturwissenschaften, Engineering, Informatik, Wirtschaft und Recht auf.
Darauf folgen Module zu AI Engineering, Machine Learning, Cloud- und Edge-Plattformen, Sensorik, Datenfusion und smarten Produktionssystemen. In praxisnahen Laborumgebungen mit Embedded Systems, industriellen Steuerungen sowie Cloud- und Datenplattformen bearbeiten die Studierenden komplette Use Cases von der Datenerfassung bis zum laufenden Betrieb. So qualifiziert die OST Fachkräfte, die KI-Technologien nicht nur anwenden, sondern deren Einsatz in Unternehmen verantwortungsvoll mitgestalten können.
Neuer Bachelor verbindet Gesundheit, Technologie und Wirtschaft
Die Digitalisierung des Gesundheitswesens, die zunehmende Vernetzung medizinischer Systeme und steigende regulatorische Anforderungen verlangen nach Fachpersonen mit einem breiten interdisziplinären und technologieaffinen Verständnis. Der neue Bachelorstudiengang Health Technology Innovation der OST bildet Studierende zu Brückenbauerinnen und Brückenbauern zwischen Gesundheit, Technologie und Wirtschaft aus. Sie lernen, nutzerzentrierte und regulatorisch fundierte Gesundheitstechnologien zu entwickeln und Innovationen gemeinsam mit Fachpersonen aus unterschiedlichen Disziplinen voranzutreiben.
Der starke Praxisbezug begleitet das Studium von Beginn an: Praktika in Kliniken und Gesundheitseinrichtungen, Innovationsprojekte sowie die Zusammenarbeit mit Spitälern und der Industrie bringen reale Problemstellungen direkt in die Ausbildung. Dadurch entstehen vielseitige Berufsperspektiven unter anderem in Medizintechnikunternehmen, Spitälern, Kliniken und Versicherungen in Berufsfeldern wie Usability Engineering, Produktmanagement, Clinical Engineering oder Regulatory Affairs & Quality Management.
Der Bachelor of Science in Health Technology Innovation umfasst 180 ECTS und startet am Campus Lerchenfeld in St. Gallen. Er kann in sechs Semestern Vollzeit oder in acht Semestern Teilzeit beziehungsweise als praxisintegriertes Bachelorstudium (PiBS) absolviert werden. Nach medizinischen, naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen vertiefen sich alle Studierenden in den fünf Studienbereichen: Medical Engineering, Usability Engineering, Clinical Engineering, Regulatory Affairs & Quality Management sowie Medical Data Engineering.
Dabei stehen sowohl die sichere und wirksame Anwendung von Technologien in der klinischen Versorgung als auch Produktentwicklung, Zulassungsprozesse, Qualitätsmanagement und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning für Gesundheitsdaten im Fokus. Mit der neuen BOX als Innovation Space, den Health Tech Labs und dem direkten Zugang zu Praxispartnern schafft die OST ein Lernumfeld, in dem technische Lösungen konsequent an den Bedürfnissen von Patientinnen, Patienten und Gesundheitsorganisationen ausgerichtet werden.
Neuer Master verbindet Management- mit Rechtskompetenzen
Unternehmen und die öffentliche Verwaltung sind zunehmend mit Fragestellungen konfrontiert, bei denen wirtschaftliche Entscheidungen und rechtliche Rahmenbedingungen eng zusammengehören, beispielsweise bei Haftungsfragen, bei der Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben oder im Bereich Cybersecurity. Der neue Masterstudiengang Management und Recht der OST verbindet deshalb juristische Inhalte mit Know-how aus der Betriebswirtschaftslehre. Im Zentrum steht die praxisorientierte Anwendung von Rechts-, Wirtschafts- und Managementkompetenzen in Unternehmen, der öffentlichen Verwaltung und weiteren Organisationen.
Absolventinnen und Absolventen qualifizieren sich damit für anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben, etwa in Rechtsdiensten, Compliance, Personalmanagement, Banken und Versicherungen, Wirtschaftsprüfung oder öffentlichen Behörden. Gleichzeitig stärkt der Studiengang die Fähigkeit, rechtliche Risiken frühzeitig zu erkennen und in unternehmerische Entscheidungen einzubeziehen.
Der Master of Science in Management und Recht baut auf dem gleichnamigen Bachelorstudiengang der OST auf. Zielgruppe sind neben den Absolvierenden dieses Bachelorstudiengangs Personen mit einem betriebs- oder volkswirtschaftlichen Abschluss auf Hochschulstufe. Der Studiengang wird am Campus St. Gallen als viersemestriges Teilzeitstudium angeboten und ist auf die Vereinbarkeit mit einer Berufstätigkeit von bis zu 70 Prozent ausgerichtet.
Inhaltlich vertiefen die Studierenden unter anderem Banken- und Finanzmarktrecht, Unternehmenssanierung oder internationales Steuerrecht. Drei anwendungsorientierte Kolloquien in Form von Blockwochen werden gemeinsam mit Praxispartnerinnen und Praxispartnern zu Corporate Governance und Compliance, öffentlichem Recht und Privatrecht durchgeführt. Künstliche Intelligenz bildet zudem ein interdisziplinäres Schwerpunktthema: Die Studierenden setzen sich mit rechtlichen Auswirkungen ebenso auseinander wie mit dem sinnvollen und kritischen Einsatz von KI-Tools in der juristischen Arbeit.
So schafft die OST eine akademische Anschlusslösung für Personen, die an der Schnittstelle von Recht, Wirtschaft und Management Verantwortung übernehmen wollen.
Neuer Master adressiert wachsende Anforderungen an die Physiotherapie
Der demografische Wandel sowie die steigende Zahl chronischer und psychischer Erkrankungen erhöhen den Bedarf an hochqualifizierten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. Der neue Masterstudiengang der OST reagiert auf diese Entwicklung, indem er Fachpersonen dazu befähigt, komplexe Behandlungen evidenzbasiert weiterzuentwickeln und erweiterte Aufgaben in der praktizierenden Gesundheitsversorgung zu übernehmen. Zugleich schafft der Master eine gezielte Entwicklungsperspektive für ambitionierte Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten und stärkt das physiotherapeutische Netzwerk in der Ostschweiz.
Der neue konsekutive Master of Science in Physiotherapie der OST richtet sich an Personen, die sich akademisch weiterentwickeln möchten und eine gestaltende sowie prägende Rolle zur Weiterentwicklung der evidenzbasierten Praxis und für klinische Innovation übernehmen möchten. Mit den vertiefenden Schwerpunkten Mental Health und Innere Medizin bietet die OST ein einzigartiges Kompetenzprofil innerhalb der Schweizer Fachhochschullandschaft. Das 90-ECTS umfassende Studium kann in drei Semestern oder berufsbegleitend in sechs Semestern absolviert werden.
Eine 120-ECTS-Variante mit dem Berufsziel Advanced Physiotherapy Practitioner befindet sich im Aufbau. Damit bildet die OST gezielt Fachkräfte aus, die aufbauend auf ihrem Bachelorstudium in Physiotherapie komplexe physiotherapeutische Interventionen entwickeln, mitgestalten und kritisch überprüfen. Damit stärkt die OST die physiotherapeutische Versorgung, Forschung und Nachwuchsförderung in der Ostschweiz und darüber hinaus – und gibt dem Departement Gesundheit zum 20-jährigen Jubiläum in diesem Jahr noch einen Grund mehr zum Feiern.







