Wollerau: Alterszentrum Turm-Matt soll für 62 Millionen neu gebaut werden

Gemeinde Wollerau
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March-Höfe,

In Wollerau soll ein Ersatzneubau 72 Pflegeplätze und 24 Alterswohnungen bringen. Die Gemeindeversammlung berät die Vorlage am 16. September 2026.

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Wollerau: Alterszentrum Turm-Matt soll für 62 Millionen neu gebaut werden (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Die Gemeinde Wollerau braucht zeitnah zusätzliche Pflegeplätze. Mit dem Ersatzneubau Alterszentrum Turm-Matt (AZTM) liegt ein baubewilligungsreifes Projekt vor. Es schafft die Voraussetzungen für eine wohnortnahe und zeitgemässe Pflegeversorgung.

Der Gemeinderat hat sich auch mit der Vision Hergisroos befasst, welche einen Neustart des Gesamtprojektes zur Folge hätte. Am 16. September 2026 wird die Vorlage zum Ersatzneubau AZTM an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung beraten. Die Urnenabstimmung folgt am 29. November 2026.

Das AZTM stammt aus dem Jahr 1985 und entspricht in betrieblicher und baulicher Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Gleichzeitig wächst der Anteil der älteren Wohnbevölkerung in Wollerau, welcher einen Pflegeplatz benötigt. Damit in naher Zukunft genügend Pflegeplätze zur Verfügung stehen, empfiehlt der Gemeinderat einen Ersatzneubau.

Ersatzneubau schafft Platz für Pflege und Wohnen im Alter

Zusammen mit der Stiftung Alterszentrum Turm-Matt hat der Gemeinderat ein Bauvorhaben mit 72 Pflegeplätzen und 24 Alterswohnungen am bestehenden Standort erarbeitet. Damit kann die Gemeinde den künftigen Bedarf abdecken und die Altersversorgung langfristig qualitativ sicherstellen.

Bereits 2029 wäre ein Baustart möglich. Davor durchläuft das Projekt das Baubewilligungsverfahren und die notwendigen Arbeitsvergaben müssen getätigt werden. Im Jahr 2031 könnten die Bewohnerinnen und Bewohner in das neue Alterszentrum einziehen.

In einer zweiten Etappe werden die Alterswohnungen bis 2034 realisiert.

Geplant sind zwei dreigeschossige Gebäude. Diese sind aus betrieblichen Gründen unterirdisch miteinander verbunden. Im ersten Gebäude befinden sich das Pflegezentrum und ein geschützter Bereich für Menschen mit einer Demenzerkrankung.

Mit dem zweiten Gebäude soll der Bedarf an Alterswohnungen abgedeckt werden. Eine attraktiv gestaltete Gartenanlage mit Gartenkaffee, Spielplatz und geschütztem Aussenbereich lädt zu Begegnung und Erholung ein.

Gemeinde baut, Stiftung betreibt

Vorgesehen ist, dass die Gemeinde den Ersatzneubau erstellt und finanziert. Insgesamt belaufen sich die Investitionskosten auf rund CHF 62,28 Mio. Der Kanton beteiligt sich voraussichtlich mit CHF 5,04 Mio. an diesen Kosten. Während Gebäude und Grundstück im Eigentum der Gemeinde bleiben, ist für den Betrieb wie bis anhin die Stiftung Alterszentrum Turm-Matt verantwortlich.

Sie pachtet die Gebäude und entrichtet dafür einen Pachtzins an die Gemeinde.

Überlegungen zur Vision Hergisroos

Mit dem Ersatzneubau AZTM liegt ein baubewilligungsreifes Projekt mit einem realistischen Zeitplan und belastbaren Kosten vor. Ein Baustart wäre bereits 2029 möglich. Der heutige Standort hat sich seit Jahrzehnten bewährt, ist gut erschlossen und das Grundstück befindet sich im Eigentum der Gemeinde.

Die Vereinbarkeit mit der Dorfentlastung Ost (DeO) wurde durch eine breit abgestützte Arbeitsgruppe mittels Machbarkeitsstudie geprüft. Die am 1. Juli 2026 öffentlich publizierten Ergebnisse zeigen, dass die DeO mit dem Ersatzneubau des AZTM vereinbar ist.

Mit der Vision Hergisroos wurde die Möglichkeit eines alternativen Standorts für ein Alterszentrum ins Spiel gebracht. Der Gemeinderat hat sich mit dem Standort Hergisroos auseinandergesetzt und Vorabklärungen vorgenommen, die zu folgenden Erkenntnissen führten:

Ein neuer Standort führt zu einer vollumfänglichen Neuplanung eines Alterszentrums und kommt einem «Zurück auf Feld eins» gleich. Damit verbunden sind eine zeitliche Verzögerung und die Abschreibung sämtlicher bisher für das Projekt AZTM aufgewendeten Planungskosten. Aufgrund einer Gesetzesänderung gilt der bereits zugesprochene Kantonsbeitrag von voraussichtlich CHF 5,04 Mio. nur für den Ersatzneubau AZTM.

Eine Übertragung dieses Beitrags auf ein neues Projekt ist dementsprechend nicht möglich.

Eine Neuplanung bedarf verschiedener politischer Entscheide und Bewilligungsverfahren. Demgegenüber liegt das Projekt Ersatzneubau Alterszentrum Turm-Matt baubewilligungsreif vor.

Das Grundstück Hergisroos befindet sich im privaten Eigentum und muss durch die Gemeinde erworben werden. Die Neuplanung sowie die verkehrstechnische Erschliessung sind mit erheblichen, zum heutigen Zeitpunkt jedoch noch nicht bezifferbaren Kosten verbunden.

Für die Übergangszeit müsste das bestehende Alterszentrum Turm-Matt während einer längeren Übergangsphase weiter betriebsfähig erhalten werden, was zusätzliche Sanierungs- und Unterhaltskosten verursachen würde.

Schlussfolgerung des Gemeinderats

Ein Neustart der Planung von Pflegeplätzen und Alterswohnungen in der Hergisroos erscheint dem Gemeinderat in zeitlicher, finanzieller und auch rechtlicher Sicht als nicht zielführend und birgt das Risiko eines Engpasses in der Grundversorgung. Die Gemeinde könnte ihre gesetzliche Pflicht in Bezug auf die geforderten Pflegeplätze nicht mehr ausreichend erfüllen. Vor diesem Hintergrund stellt der Ersatzneubau AZTM aus Sicht des Gemeinderats die bevorzugte Option dar.

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