Sarnen

    Sarnen OW: Neue Anlaufstelle soll Ältere im Alltag unterstützen

    Gemeinde Sarnen
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    Obwalden,

    Sarnen OW hat seinen Aktionsplan für ein selbstbestimmtes Leben im Alter vorgestellt. Erste Pilotprojekte zur neuen Anlaufstelle starten im kommenden Jahr.

    Sarnen OW
    Fachleute, Seniorinnen, Senioren und Angehörige arbeiteten am Workshop gemeinsam am Aktionsplan. - zVg

    Der zweite Ko-Kreationsworkshop hat gezeigt, wie ein selbstbestimmtes und gesundes Leben im Alter in Sarnen konkret gefördert werden kann. Fachleute, Seniorinnen, Senioren und Angehörige haben gemeinsam am Aktionsplan gearbeitet. Im Zentrum stand eine neue Anlaufstelle: die «Koordination Gesundheit und Soziales».

    Sarnen wird älter, der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen wächst, die Gesundheitskosten steigen. Mit «Zämä guät läbä» baut die Gemeinde Strukturen auf, damit ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt, sozial eingebunden und gut versorgt zuhause leben können. Das Projekt gehört zu den Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung des Bundes (ARE) und läuft bis Anfang 2029.

    Fachleute aus dem Gesundheits- und Sozialbereich sowie Seniorinnen, Senioren und Angehörige brachten am Workshop ihre Erfahrungen ein. Gemeinderätin Franziska Krummenacher eröffnete den Anlass und würdigte den Einbezug der vielen Beteiligten, die für eine erfolgreiche Umsetzung wichtig sind. Projektleiter Markus Zahno blickte auf den bisherigen Projektweg zurück.

    Der Aktionsplan als gemeinsame Arbeitsgrundlage

    Der Aktionsplan wurde von Interface Politikstudien Forschung Beratung AG erarbeitet. Er stützt sich auf Dokumentenanalysen, Interviews mit Schlüsselpersonen und den ersten Workshop vom April 2026. Gesundheit versteht er als Zusammenspiel von Versorgung, Wohnen, Begegnung, Mobilität und Teilhabe. Er umfasst vier Handlungsfelder:

    Integrierte Versorgung: Angebote im Gesundheits- und Sozialbereich sollen besser zugänglich und aufeinander abgestimmt sein. Hausärztinnen und Hausärzte werden bei Koordinationsaufgaben entlastet, die medizinische Grundversorgung wird gestärkt.

    Selbstbestimmtes Wohnen: Ältere Menschen sollen möglichst lange zuhause leben können – dank früher, mobiler Beratung und flexibler Betreuung. Mit Dritten soll zusätzlicher altersgerechter und bezahlbarer Wohnraum entstehen.

    Begegnung und Sozialraum: Bestehende Begegnungsangebote werden sichtbarer und besser vernetzt, neue Angebote sprechen unterschiedliche Zielgruppen an. Sitzgelegenheiten und Treffpunkte machen den öffentlichen Raum attraktiver.

    Mobilität und Teilhabe:

    Die Bedürfnisse älterer Menschen fliessen stärker in Planungsprozesse ein. Vorgesehen sind eine Analyse zu Fahr- und Mitnahmediensten und mehr Sicherheit beim Ein- und Umsteigen im öffentlichen Verkehr.

    Konkrete Beiträge und offene Fragen

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    An vier Stationen hielten die Teilnehmenden ihre möglichen Beiträge und offenen Fragen auf Karten fest. - zVg

    An vier Stationen, eine pro Handlungsfeld, hielten die Teilnehmenden auf grünen Karten fest, welchen Beitrag sie oder ihre Organisation leisten können. Auf orangen Karten notierten sie offene Umsetzungsfragen.

    Bei mehreren Themen zeigten sich konkrete Anknüpfungspunkte, mögliche Kooperationen und erste Beiträge. Die offenen Fragen fliessen in die weitere Arbeit ein.

    Eine Anlaufstelle für alle Fragen: die «Koordination Gesundheit und Soziales»

    Nach der Pause stand ein zentraler Baustein im Fokus: die geplante «Anlauf- und Koordinationsstelle Gesundheit und Soziales». Die Idee dahinter ist einfach. Wer Unterstützung, Beratung, Orientierung braucht, soll ohne Umwege zur passenden Hilfe finden.

    Das kann eine Auskunft oder Beratung sein, die Vermittlung an die richtige Stelle oder, wenn nötig, eine längerfristige Begleitung.

    Ein fertiges Betriebskonzept oder einen Standort gibt es noch nicht, und darum ging es am Workshop auch nicht. Die Teilnehmenden schilderten stattdessen ihre Erfahrungen mit den heutigen Zugangswegen und schätzten ein, welche Leistungen, welcher Standort und welche Erreichbarkeit wichtig sind.

    Ausgangspunkt waren fünf Alltagssituationen aus dem ersten Workshop: pflegende Angehörige, Menschen nach einem Spitalaufenthalt, einsame oder isolierte ältere Menschen, freiwillig Engagierte und Menschen mit psychischen Belastungen. Die Gruppen analysierten die Stolpersteine beim heutigen Zugang zu Hilfe und wählten die fünf wichtigsten Leistungen der Koordination Gesundheit und Soziales, darunter Orientierung und Beratung, Triage, Case Management, Unterstützung für Angehörige, Hilfe bei administrativen und finanziellen Fragen sowie mobile/aufsuchende Beratung.

    Blick ins Jahr 2029

    Zum Abschluss verfassten die Gruppen «Nachrichten aus dem Jahr 2029». Ihre gemeinsame Vorstellung: Ältere Menschen und ihre Angehörigen finden leichter Orientierung, erreichen passende Angebote und werden an den Übergängen zwischen den Leistungen besser begleitet.

    Nächste Schritte

    Der Aktionsplan wird periodisch aktualisiert und in Arbeitsgruppen und ersten Umsetzungsprojekten konkretisiert. Im Fokus steht die Koordination Gesundheit und Soziales: Eine Arbeitsgruppe entwickelt ein Konzept und klärt Leistungen, Zielgruppen, Zusammensetzung, Finanzierung und langfristige Verankerung. Auch die Entlastung der Hausärztinnen und Hausärzte bei sozialen Koordinationsaufgaben ist Teil der Überlegungen.

    Erste Pilotprojekte zur neuen Anlaufstelle sollen bereits im Laufe des kommenden Jahres lanciert werden.

    Wir entwickeln die Lösung gemeinsam, nicht eine einzelne Stelle allein. Nun gehe es darum, vom Denken stärker ins Handeln zu kommen.

    Gemeinderätin Franziska Krummenacher: «‹Zämä guät läbä› soll am Ende mehr sein als ein schöner Name. Der Aktionsplan soll mit Leben gefüllt werden, zusammen mit euch.»

    Hintergrund

    «Zämä guät läbä» wird vom Bund im Rahmen der Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung 2025–2030 unterstützt (33 Projekte) und orientiert sich am Aktionsplan Health 2040.

    Beteiligt sind die Gemeinde Sarnen, der Kanton Obwalden mit dem Gesundheitsamt, das Kantonsspital Obwalden, die Spitex Obwalden, Pro Senectute, die Stiftung Zukunft Alter, der Verein Generationentreff, Zeitgut Obwalden und weitere Organisationen. Die fachliche Begleitung liegt bei Interface.

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