Oberstufe Burgerau: Pilotprojekt erprobt neue Lernformen
An der Oberstufe Burgerau werden ab dem Schuljahr 2026/27 Sek- und Realschüler gemeinsam in einer Klasse und in sogenannten «Lernlandschaften» unterrichtet.

Die Oberstufe Burgerau führt ab dem Schuljahr 2026/27 ein neues Unterrichtsmodell mit typengemischten Stammklassen ein, wie die Stadt Rapperswil-Jona schreibt.
Das heisst, Sek- und Realschüler werden gemeinsam in einer Klasse unterrichtet. Das dreijährige Pilotprojekt gilt ausschliesslich für den neu eintretenden Oberstufenjahrgang.
Alle anderen Klassen im Burgerau werden weiterhin in der bisherigen Form unterrichtet.
Begleitung entsprechend individueller Stärken
«Mit dem Pilotprojekt wollen wir neue Formen des Lernens erproben und die Jugendlichen gezielt in ihrer persönlichen Entwicklung stärken», sagt Stadtrat Luca Eberle.
Im Zentrum steht die Überzeugung, dass junge Menschen unterschiedlich lernen, individuelle Stärken mitbringen und entsprechend begleitet werden sollen.
Das Pilotprojekt ist vom Schulrat sowie vom Amt für Volksschule des Kantons St.Gallen bewilligt. Ein ähnliches Modell mit typengemischten Klassen wird an der Sportschule Rapperswil-Jona bereits seit einigen Jahren erfolgreich umgesetzt.
Zudem sieht die laufende Revision des Volksschulgesetzes vor, dass Oberstufen im Kanton St.Gallen künftig unterschiedlich organisiert werden können. Typengemischte Klassen sollen dabei eine mögliche Organisationsform sein.
Coaching in Lernlandschaften
Ein Teil des Unterrichts für die Schüler dieses Jahrgangs findet künftig in sogenannten Lernlandschaften statt. Dort arbeiten die Jugendlichen selbstständig an individuellen Lernaufgaben. Die Lehrpersonen begleiten sie dabei im Coaching-System.
Die Jugendlichen übernehmen dabei zunehmend Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess: Sie planen, strukturieren und bearbeiten Aufgaben eigenständig und lernen, ihre Arbeit zu reflektieren. Damit werden wichtige überfachliche Kompetenzen gezielt gestärkt. Dazu gehören Selbstständigkeit, Eigenverantwortung, Teamfähigkeit, Organisationsfähigkeit und Lernstrategien.
Der bewährte klassengebundene Fachunterricht bleibt weiterhin bestehen, zum Beispiel in Musik, Sport und weiteren Fachbereichen. Auch die bisherigen Schultypen Sek und Real bleiben formell erhalten. Die Schüler gehören weiterhin ihrem jeweiligen Schultyp an.
Anforderungen, Zeugnisse sowie Übertritts- und Promotionsregelungen richten sich nach den geltenden kantonalen Vorgaben. Die Schulleitung informiert die betroffenen Eltern zusammen mit der Klasseneinteilung über die konkrete Umsetzung.
Umsetzung ohne zusätzliche Kosten
Das Unterrichtsmodell wird innerhalb der bestehenden personellen und finanziellen Ressourcen umgesetzt.
Das Pilotprojekt wird während der gesamten dreijährigen Laufzeit ausserdem wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Die Erfahrungen und Erkenntnisse werden regelmässig ausgewertet.
Sie fliessen in die laufende Umsetzung ein und bilden die Grundlage für die weitere Steuerung und Entwicklung des Unterrichtsmodells.






