Biel BE: Rund 950 Personen äussern sich zum Längholzwald

Stadt Biel
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Nidau,

Im April befragte die Universität Bern die Besuchenden des Längholzwaldes bei Biel BE. Die Ergebnisse fliessen nun ins Besuchslenkungskonzept ein.

Biel BE
Biel BE: Das Schloss Nidau im Kanton Bern (Symbolbild) - Nau.ch / Ueli Hiltpold

Im April konnten sich die Besucherinnen und Besucher des Längholzwaldes im Rahmen einer standardisierten Online-Befragung dazu äussern, wie sie den Wald nutzen. Das Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern hat die Umfrage durchgeführt und ausgewertet; nun liegen die Ergebnisse in Form eines Berichts vor. Die Ergebnisse fliessen in das Besuchslenkungskonzept ein, das im Herbst fertig gestellt wird.

Die Mehrheit der Waldbesuchenden, die an der Befragung teilgenommen haben, nutzen den Längholzwald in erster Linie für die Erholung und das Naturerlebnis. Dabei stehen ruhige Aktivitäten wie Spazieren/Wandern (83 %), Ruhe geniessen / Waldbaden (64 %) oder Natur beobachten (61 %) im Vordergrund (Mehrfachantworten möglich). Die Umfrageteilnehmenden schätzen insbesondere Naturbelassenheit und Ruhe; entsprechend hat für sie auch der Naturschutz einen höheren Stellenwert, vor Freizeitaktivitäten oder Holzproduktion.

Die Hälfte der Teilnehmenden fühlt sich bei ihren Besuchen im Längholzwald nicht gestört. Die andere Hälfte stört sich unter anderem an Abfall (56 %), Holzereiarbeiten (52 %) und Zerstörung/Vandalismus (43 %). Die Befragung bestätigt somit die bereits bekannten Interessenkonflikte zwischen den verschiedenen Waldfunktionen wie z. B. Erholung, Holzproduktion und Waldbiodiversität.

Die Umfrage bringt zudem in Erfahrung, welche Erholungseinrichtungen für die Bevölkerung wichtig sind. Das sind Erkenntnisse, die beim Aus-, Neu- oder Rückbau von Infrastruktur einfliessen. Zum Beispiel werden gemäss Umfrage die beiden offiziellen Picknickplätze Ringe und Heidenstein am häufigsten besucht.

Weniger besucht werden die inoffiziellen Feuerstellen am Chräjeberg. Teilnehmende, die mit Kindern im Längholzwald unterwegs sind – z. B. Lehrpersonen oder Spielgruppen-Leitende – wünschen sich eine Feuerstelle und eventuell Sitzgelegenheiten.

Abgesehen davon braucht die Mehrheit keine weitere Infrastruktur. Für einen neuen Waldlehrpfad spricht sich eine Mehrheit von 83 % aus. Ein neuer Biketrail würde von Bikerinnen und Bikern mehrheitlich begrüsst (33 Umfrageteilnehmende), von den meisten anderen Nutzerinnen und Nutzern hingegen mehrheitlich abgelehnt.

Die Resultate der Befragung werden in die Erarbeitung des Besuchslenkungskonzepts (siehe Box) einfliessen. Die Koordinationsgruppe bestehend aus den Waldbesitzenden, der Stadt Biel, der Einwohnergemeinde Brügg, dem Amt für Wald und Naturgefahren des Kantons Bern, der Schweizerischen Vogelwarte und Umweltverbänden wird die Erarbeitung im Herbst abschliessen.

Verschiedene Interessen besser vereinbaren: Besuchslenkung Längholzwald

Der Längholzwald, auf dem Gebiet der Gemeinde Brügg und der Stadt Biel gelegen, ist einer der meistbesuchten Wälder des Kantons Bern. Viele Menschen suchen hier täglich Erholung und nutzen den Wald für ihre Freizeitaktivitäten. Gleichzeitig ist der Längholzwald auch ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen, und er produziert den Rohstoff Holz, filtert Trinkwasser, kühlt die Umgebungsluft und speichert CO2. Aufgrund seiner Nähe zur Stadt treffen hier zahlreiche unterschiedliche Interessen aufeinander, namentlich die Suche nach Erholung, aktive Freizeitnutzungen, Umwelt- und Biodiversitätsanliegen sowie die Holzproduktion.

Um die Perspektive der Bevölkerung einbeziehen zu können, haben die am Besuchslenkungskonzept beteiligten Akteurinnen und Akteure die Universität Bern beauftragt, eine entsprechende Befragung der Waldbesuchenden durchzuführen. Die Ergebnisse fliessen ins Besuchslenkungskonzept ein, das im Herbst abgeschlossen wird.

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