Wie die Gemeinde Kreuzlingen mitteilt, ist die Wohnsiedlung an der Stählistrasse eine Region, die aufgrund ihrer Naturverbundenheit zu Exkursionen einlädt.
Aussicht über Kreuzlingen.
Aussicht über Kreuzlingen. - Nau.ch / Miriam Danielsson

Vor über 30 Jahren wurde die Wohnsiedlung an der Stählistrasse naturnah erstellt. Heute besitzt sie Vorbildcharakter und ist bestens für eine Exkursion der Reihe «Natur entdecken» geeignet.

«Die Wohnumgebung der Zukunft» hiess die Exkursion vom Donnerstag, 9. Juni 2022, im Rahmen der städtischen Veranstaltungsreihe «Natur entdecken» unter der Leitung von Stefan Braun, Umweltbeauftragter der Stadt Kreuzlingen.

Als vor über 30 Jahren die Wohnsiedlung an der Stählistrasse 39–45 gebaut wurde, verzichtete die Bauherrschaft konsequent auf gifthaltige Baumaterialien und liess die Umgebung naturnah gestalten. Dank des grossen Engagements der Bewohner besitzt die Wohnsiedlung und ihre naturnahe Umgebung heute Vorbildcharakter.

Ingeborg Baumgartner machte sich als Bewohnerin von Beginn weg für die naturnahe Umgebung stark. An der Exkursion erzählte sie über die Entstehung der Wohnsiedlung und die Gestaltung der Umgebung. Sie zeigte, wo das Hangwasser gefasst und durch wechselfeuchte Gräben und Teiche durch die ganze Siedlung geführt wurde.

Die Artenvielfalt der einheimischen Pflanzen hat Vorrang

Des Weiteren wurden die Dächer begrünt sowie ausschliesslich einheimische Pflanzen gesetzt. Zu jener Zeit galten diese Massnahmen als aussergewöhnlich, heute sind sie Standard. Immer wieder hätten zähe Diskussionen mit den verschiedenen Bewohnern geführt werden müssen, um Verständnis zu schaffen und die naturnahe Umgebungsgestaltung über die vielen Jahre durchzusetzen, erzählte Bewohnerin Christiane Rutishauser.

Da sich alle Bewohner in der Umgebung wohlfühlen müssen, werden intensiv genutzte Bereiche, wie beispielsweise Spielplätze, intensiv gepflegt. Hingegen werden durch Menschen wenig genutzte Bereiche konsequent im Sinne der Artenförderung gepflegt, erklärte Oliver Fahrion, Geschäftsführer Fahrion +Partner Gartenbau AG. Seine Firma ist seit zwanzig Jahren für die Pflege der Umgebung verantwortlich.

Blumenwiesen sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, um die Artenvielfalt zu fördern, erklär-te der Biologe Tim Schoch. Anhand der Blumenwiesen zeigte er deren Vielfalt eindrücklich auf. Quasi aus dem Stegreif konnte er den Exkursionsteilnehmenden auf einem kleinen Wiesenstück zahlreiche verschiedene Blumen und Gräser zeigen.

Würde die Wiese genauer untersucht, kämen rund 30 verschiedene Pflanzen zusammen, dreimal so viel als in einer «Löwenzahnwiese». Entsprechend bieten die Blumenwiesen auch viel mehr Lebensraum und Nahrung für Insekten und andere Kleintiere.

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