Appenzellerland

Appenzell Ausserrhoden: Weniger Straftaten im Jahr 2025

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden ist im gesamtschweizerischen Vergleich weiterhin im Bereich der Kriminalität ein sicherer Kanton.

Einbruch
Im Kanton Appenzell Ausserrhoden hat sich ein Einbruch ereignet. - Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden

Nach zwei Jahren mit für den Kanton Appenzell Ausserrhoden sehr hohen erfassten StGB-Straftaten ist im Jahr 2025 ein Rückgang um 469 Taten (-20%) zu verzeichnen. Mit 1'824 Straftaten liegt das Jahr 2025 über dem «Vor-COVID19-Niveau» und gehört damit zu den vier höchsten Zahlen der letzten zehn Jahre.

Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote der StGB-Delikte beträgt 46,5%. Sie bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau und liegt über der gesamtschweizerischen Aufklärungsquote (38.7%). Dies ist erfreulich, da in unserem Kanton die Zahl der Fälle in der digitalen Kriminalität weiterhin ansteigt und diese mit ihrer generell tiefen Aufklärungsquoten auch entsprechend Einfluss auf die Gesamtaufklärungsquote hat. So ist im Jahr 2025 jeder vierte registrierte StGB-Straftatbestand dem Bereich der digitalen Kriminalität zuzuordnen.

Digitale Kriminalität

Entgegen der Gesamtzahl an StGB-Delikten verzeichnet die digitale Kriminalität zum sechsten Mal in Folge auch im Jahr 2025 einen Zuwachs, welcher gegenüber dem Vorjahr 39 Fälle (+9%) beträgt. Gegenüber 2020 (Beginn der detaillierten Erhebung der digitalen Kriminalität in der PKS) hat sich die Zahl der gemeldeten Fälle nahezu vervierfacht (+351%).

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Ein Hacker in Aktion. (Symbolbild) - Keystone

Nicht nur die stetig steigenden Fallzahlen, sondern auch die damit verbundenen zeitaufwändigen Ermittlungen sorgen weiterhin für eine entsprechende Auslastung bei den Strafverfolgungsbehörden.

Von den 453 registrierten Fälle im Bereich digitaler Kriminalität sind 90% sogenannte Cyber-Wirtschaftsdelikte. Die pro Fall von der Täterschaft erbeuteten Geldbeträge bewegen sich vom drei- bis sechsstelligen Frankenbetrag.

Die hauptsächlich aus dem Ausland agierende Täterschaft passt bei diesen betrügerischen Delikten ihre Vorgehensweise fortlaufend an. So hat sich beispielsweise im Jahr 2025 auch die Anzahl angezeigter Identitätsmissbräuche mehr als verdoppelt (total 48 Fälle).

Rückgang bei Diebstählen aus Fahrzeugen, Einschleichediebstählen, Fahrraddiebstählen

Bei den Diebstählen aus unverschlossenen Fahrzeugen ist gegenüber den Jahren 2023 und 2024 ein markanter Rückgang feststellbar. Bewegten sich die Fallzahlen in den beiden Vorjahren zwischen 120 und 130 Taten, wurden im Jahr 2025 55 Straftaten (-57%) registriert.

Ein Rückgang dieses Modus Operandi ist nicht nur im Kanton Appenzell Ausserrhoden, sondern schweizweit feststellbar. Trotz des markanten Rückganges gegenüber den beiden Vorjahren ist die Anzahl Diebstähle aus Fahrzeugen die dritthöchste Zahl im 10-Jahres-Vergleich. So wurden im Zeitraum von 2016-2022 jährlich zwischen 6 und 30 Fälle registriert.

Bei den Einschleichediebstählen – also dem gewaltlosen Eindringen in Gebäude zwecks Diebstahls – wurde ebenfalls ein starker ein Rückgang gegenüber 2024 um 39 Fälle (-39%) verzeichnet. Auch bei dieser Diebstahlsform wurde im Jahr 2025 in der gesamten Schweiz ein Rückgang der Straftaten festgestellt.

Nach hohen Zahlen in den Jahren 2022-2024 ist die Anzahl gemeldeter Fahrzeugdiebstähle im Jahr 2025 rückläufig. Wurden im Jahr 2024 noch 167 Fahrzeugdiebstähle registriert, hat sich diese Zahl mit 84 Fällen im Jahr 2025 halbiert. 69 der total 84 entwendeten Fahrzeuge waren Fahrräder bzw. E-Bikes.

Vom gesamten Rückgang von 469 Straftaten entfallen 361 auf die verschiedenen Arten von Diebstählen sowie der damit in Verbindung stehenden Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüchen. Da Diebstahlsdelikte oft in Serien begangen werden, können die Zahlen in einem kleinen Kanton wie Appenzell Ausserrhoden von Jahr zu Jahr stark variieren, abhängig davon, wie viele Serien gerade auftreten. Aufgrund dieser Volatilität kann auch bei der Gesamtzahl der StGB-Delikte kein klarer Rückgangstrend festgestellt werden.

Hohe Aufklärungsquote bei schweren Delikten gegen Leib und Leben / Sexualdelikte

Die Anzahl registrierter Gewaltdelikte betrug im Jahr 2025 160 Straftaten (-57 Taten bzw. -26%).. Ein Grossteil dieses Rückgangs ist im Bereich der häuslichen Gewalt feststellbar. So wurden gegenüber dem Vorjahr 23 Straftaten weniger angezeigt. Bei Interventionen wegen häuslicher Gewalt werden meist mehrere Straftatbestände rapportiert, die in der Statistik ausgewiesene Anzahl Straftaten ist daher nicht gleichzusetzen mit der Anzahl Fälle.

Die Gesamtaufklärungsquote der Gewaltstraftaten konnte im Jahr 2025 mit knapp 94% wiederum leicht gesteigert werden und liegt auf sehr hohem Niveau. Erfreulicherweise konnten auch im Jahr 2025 sämtliche schweren Gewaltdelikte aufgeklärt werden.

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Kommentare

User #2435 (nicht angemeldet)

Das wird bei der Annahme der SVP Initiative jedes Jahr besser.

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