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    Kanton Bern: Gewaltdelikte erreichen erneut traurige Rekordzahlen

    Kantonspolizei Bern
    Kantonspolizei Bern

    Bern,

    Am Montag wurde die polizeiliche Kriminalstatistik 2023 für den Kanton Bern präsentiert. Diese weist im Jahr 2023 mehr Straftaten aus als 2022.

    Kantonspolizei Bern.
    Sie sucht Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben. (Symbolbild) - Kantonspolizei Bern

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Kanton Bern sind die Straftaten im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr angestiegen.
    • Auch die Gewaltdelikte konnten den Höchstwert von 2022 im Jahr 2023 erneut überbieten.
    • Der Fokus der Kantonspolizei für das Jahr 2024 liegt auf Vermögensdelikten, Jugendgewalt.

    Am Montagvormittag, 25. März 2024, präsentierte die Kantonspolizei Bern anlässlich eines Medienanlasses die polizeiliche Kriminalstatistik, PKS. 2023 für den Kanton Bern.

    Der Kommandant Christian Brenzikofer und der Chef der Kriminalabteilung Martin Schindler haben den anwesenden Medienschaffenden zudem polizeiliche Schwerpunktthemen für das Jahr 2024 vorgestellt.

    Die bernische PKS verzeichnet für das Jahr 2023 bei allen drei ausgewiesenen Gesetzen eine Zunahme. Positiv ist, dass trotz des starken Anstieges bei Vermögensdelikten wie auch allgemein bei den StGB-Straftaten eine fast gleich hohe Aufklärungsquote erreicht werden konnte.

    Konkrete Zahlen zu einigen für den Kanton Bern ausgewiesenen strafrechtlich relevanten Handlungen, z.B. Digitale Kriminalität, Häusliche Gewalt, etc., sowie verschiedene Kennzahlen der Kantonspolizei Bern sind neu in einem Factsheet «Zahlen in Kürze» zusammengefasst.

    Diebstähle aus Fahrzeugen haben sich verdoppelt

    Bei den Diebstählen aus Fahrzeugen, die sich im letzten Jahr verdoppelt haben, musste festgestellt werden, dass ein Grossteil der Beschuldigten aus Maghreb-Staaten stammt.

    Autodieb Aktion
    Ein Autodieb in Aktion. (Symbolbild) - Pixabay

    Der Anteil an Beschuldigten aus Maghreb-Staaten ist gerade bei Vermögensdelikten hoch, diese Entwicklung ist schweizweit zu beobachten.

    «Wir stellen fest, dass die Täterschaften vielfach wissen, dass sie kaum etwas zu befürchten haben, sich entsprechend renitent verhalten und teilweise sogar unsere Mitarbeitenden bedrohen oder gar angreifen», äusserte sich der Kommandant Christian Brenzikofer.

    Einschleichdiebstähle sind stark angestiegen

    Auch Einschleichdiebstähle haben stark zugenommen. Oftmals waren dabei Türen und Fenster von Wohnhäusern nicht verschlossen – gerade auch in der Nacht, wenn Bewohnerinnen und Bewohner zuhause waren.

    Solche Fälle können leicht verhindert werden, indem Wohnungstüren immer abgeschlossen werden. Die Kantonspolizei Bern sensibilisiert die Bevölkerung laufend und wird ihre Präventionsmassnahmen entsprechend der Entwicklungen ausrichten.

    Schwere Gewaltstraftaten sind gestiegen

    Nachdem im 2022 bei den schweren Gewaltdelikten bereits ein Höchstwert konstatiert wurde, müssen im 2023 zehn schwere Gewaltdelikte mehr registriert werden.

    messer
    Ein Mann hält ein Messer in der Hand. (Symbolbild) - keystone

    Die Zahl der beschuldigten Minderjährigen wegen Gewaltstraftaten ist gestiegen. Eine Zunahme muss sowohl bei der angewandten minderschweren als auch bei der angewandten schweren Gewalt verzeichnet werden.

    Konkret wurden beispielsweise mehr Minderjährige wegen schwerer Körperverletzungen oder wegen Nötigungen rapportiert. Die Kantonspolizei Bern hält weiterhin am Schwerpunkt Jugendgewalt fest.

    Schwerpunkt Jugendgewalt wird weitergeführt

    «Wir müssen unsere Anstrengungen zur Bekämpfung der Jugendgewalt, insbesondere mit unseren Jugendpatrouillen, dem stetigen Ausbau unserer Präventionsarbeit sowie repressiven Massnahmen weiterführen», hält Kommandant Christian Brenzikofer fest.

    Er ergänzt: «Wenn wir als Polizei genau hinschauen und die jeweiligen Delikte anzeigen, hat dies aber auch zur Folge, dass wir in der PKS mehr Jugendkriminalität ausweisen».

    Erstmals Hassdelikte statistisch erfasst – Gemeinsam gegen Hate Crime

    Die Kantonspolizei Bern erfasst seit dem 1. Januar 2023 LGBTIQ-feindliche Straftaten sowie andere sogenannte Hate Crimes. Insgesamt gingen im vergangenen Jahr 55 Meldungen im Kanton Bern ein.

    Kantonspolizei Bern
    Die Kantonspolizei Bern. (Symbolbild) - Kantonspolizei Bern

    Mehrheitlich wurden Beschimpfungen, Drohungen, aber auch Tätlichkeiten und einfache Körperverletzungen angezeigt.

    Der Grossteil der Motive dieser Straftaten betraf die Ethnie oder die sexuelle Orientierung. Die detaillierte Statistik ist auf der Webseite der Kantonspolizei Bern zu finden.

    Modul «Gemeinsam gegen Gewalt»

    Ab März 2024 wird das neue Modul «Gemeinsam gegen Gewalt» für Schüler der 9. Klasse flächendeckend in den Volksschulen des Kantons Bern eingeführt.

    Während zwei Lektionen werden Jugendliche auf die Themen sexualisierte Gewalt, Mobbing und Hate Crime / Rassismus sensibilisiert. Eine Übersicht der Präventionsangebote an Schulen ist hier zu finden.

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