Wie die Gemeinde Koblenz schreibt, sollen im Herbst und Winter 2021 erste Pilotflächen gefunden sowie die Finanzierung sichergestellt werden.
Gemeindeverwaltung von Koblenz.
Gemeindeverwaltung von Koblenz. - Nau.ch / Simone Imhof

Die meisten der mehr als 600 Wildbienen-Arten der Schweiz nisten nicht in Wildbienen-Nisthilfen, sondern nutzen kleine Gänge im Boden. Dabei werden je nach Art trockene, sandige, lehmige oder humose Bodensubstrate bevorzugt.

Die sogenannten erdnistenden Wildbienen sollen im Kanton Aargau mit gezielten Massnahmen gefördert werden, denn Wildbienen gehören mit den Honigbienen zu den effektivsten Bestäuberinnen unserer Nutzpflanzen und leisten damit für die landwirtschaftliche Produktion einen äusserst wertvollen Beitrag. Von Grünflächen und Gründächern, welche speziell für erdnistende Wildbienen aufgewertet werden, profitieren auch andere Insekten wie Sandwespen, Sandlaufkäfer oder Ameisenlöwen.

Etwa 75 Prozent aller Wildbienen-Arten nisten im Boden. Häufige, erdnistende Arten sind Sandbienen, Langhornbienen, Seidenbienen, Furchenbienen und Schmalbienen. Erdnistende Wildbienen sind auf Bodensubstrate angewiesen, in welche sie ihre Niströhren bohren können. Das sind oft trockene, sandige bis lehmige Böden mit wenig oder gar keinem Bewuchs und guter Besonnung. 

Wildbienenparadiese schaffen

Alle Gemeinden im Kanton Aargau können bei der Förderung erdnistender Wildbienen aktiv mithelfen, indem sie geeignete Flächen (z. B. Grünflächen, Verkehrsbegleitflächen, Gründächer) zur Verfügung stellen, sich finanziell an der Umsetzung beteiligen und für eine langfristige, gezielte Pflege besorgt sind.

Damit tragen sie zu einem guten Image der Gemeinde bei und animieren private Grundeigentümer, ebenfalls Wildbienenparadiese einzurichten.

Geeignete Flächen finden

Die Wahl geeigneter Flächen für erdnistende Wildbienen sollte auf Grünflächen und Gründächer im Siedlungsgebiet sowie ebene Flächen, Wegränder, Böschungen oder Gründächer fallen, welche mindestens 100 Quadratmeter gross sind (erste Projektphase). Diese werden mit weiteren Grünflächen in der Nähe vernetzt.

Es sind noch keine geeigneten Nistmöglichkeiten (Sand, Lehm, offene Bodenstellen) vorhanden, aber sie sind gut zugänglich für Pflege und Unterhalt.

Mögliches Vorgehen

Das Suchen und Prüfen von Pilotflächen ist für Herbst 2021 vorgesehen. Die Finanzierung kann im Winter 2021 bis 2022 sichergestellt werden.

Das Aufwerten der Pilotflächen würde im Frühling bis Sommer 2022 erfolgen, und die einfache Kontrolle der Besiedlung der Pilotflächen durch Wildbienen startet ab Frühling 2023. Begleitend dazu soll mittels Öffentlichkeitsarbeit über das Projekt berichtet werden.

Auf Wunsch können Wildbienen-Spaziergänge für die Bevölkerung angeboten werden. 

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