Schon im ersten Quartal verzeichnete Oerlikon ein starkes Wachstum. Im zweiten Quartal setzte der Industriekonzern den Trend fort.
Der Industriekonzern Oerlikon hat in der ersten Jahreshälfte 2022 deutlich mehr umgesetzt und verdient als noch vor einem Jahr. Die Auftragslage bleibt trotz Lieferengpässen gut.(Archivbild)
Der Industriekonzern Oerlikon hat in der ersten Jahreshälfte 2022 deutlich mehr umgesetzt und verdient als noch vor einem Jahr. Die Auftragslage bleibt trotz Lieferengpässen gut.(Archivbild) - sda - KEYSTONE/STEFFEN SCHNMIDT
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Umsatz und Gewinn von Oerlikon sind im ersten Halbjahr deutlich angestiegen.
  • Der Auftragseingang stieg um 21,2 Prozent.
  • Der Umsatz erhöhte sich um ein Fünftel.

Nach dem kräftigen Wachstum im Startquartal hat der Industriekonzern Oerlikon auch im Frühling weiter zugelegt. Im gesamten ersten Halbjahr kletterten Umsatz und Gewinn deutlich. Auch die Auftragsbücher wurden dicker.

So stieg der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten um 21,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken, wie das in der Oberflächentechnik und im Chemiefasermaschinenbau tätige Unternehmen am Mittwoch in einem Communiqué bekannt gab. Der Auftragsbestand wuchs damit auf 838 Millionen nach 736 Millionen per Ende 2021.

Der Umsatz erhöhte sich um ein Fünftel auf 1,4 Milliarden Franken. Zum Wachstum trug vor allem die Division Polymer Processing Solutions bei, die unter anderem von der Übernahme der italienischen Firma Inglass beflügelt wurde.

Erwartungen der Analysten übertroffen

Der operative Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) verbesserte sich auf 247 Millionen Franken. Das ist ein Plus von 22,2 Prozent gegenüber dem Vorjahressemester. In den Zahlen sind Restrukturierungs-, Akquisitions- und Integrationskosten sowie Kosten aus nicht fortgeführten Tätigkeiten nicht enthalten. Die operative EBITDA-Marge legte auf 17,2 Prozent zu von 16,9 Prozent vor einem Jahr.

Oerlikon hat im ersten Halbjahr wieder deutlich mehr Aufträge hereingeholt. (Archivbild)
Oerlikon hat im ersten Halbjahr wieder deutlich mehr Aufträge hereingeholt. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Unter dem Strich erzielte Oerlikon einen Reingewinn von 88 Millionen Franken. Im Vorjahreszeitraum waren lediglich 72 Millionen in der Kasse verblieben.

Mit den Halbjahresergebnissen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten auf allen Ebenen übertroffen.

Konzernspitze hält an Finanzzielen fest

Verwaltungsratspräsident Michael Süss, der den zurückgetretenen CEO Roland Fischer am 1. Juli als «Executive Chair» abgelöst hat, sprach von einem «starken» Wachstum. Bei der Division Surface Solutions habe man eine verstärkte Nachfrage verzeichnet, obwohl viele Kunden noch unter Lieferkettenproblemen litten. Diese Engpässe sollten allerdings in der zweiten Jahreshälfte nachlassen.

Der Industriekonzern Oerlikon hat seinen Hauptsitz in Freienbach SH.
Der Industriekonzern Oerlikon hat seinen Hauptsitz in Freienbach SH. - Keystone

«Während die makroökonomischen Unsicherheiten zunehmen, haben wir bisher keine unerwarteten Auswirkungen festgestellt. Wir beobachten die Situation genau und konzentrieren uns darauf, unsere Kostenwettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern», erklärte Süss: «Polymer Processing Solutions ist weiterhin auf gutem Weg und erzielte ein weiteres starkes Quartal mit Umsatzwachstum und Margenverbesserung, angetrieben vom Filament und Non-Filament-Geschäft.»

Für die Zukunft hält die Konzernspitze an den bisherigen Finanzzielen fest: Für das Gesamtjahr 2022 hatte das Unternehmen Anfang März einen Umsatz von rund 2,9 Milliarden Franken sowie eine EBITDA-Marge von rund 17,5 Prozent in Aussicht gestellt (2021: 17 Prozent).

Mehr zum Thema:

Franken