Helvetia Baloise startet an der Schweizer Börse
Nun ist es so weit: Nach der historischen Fusion von Helvetia und Baloise sind die Aktien erstmals an der Börse handelbar.

Am Montag, dem 8. Dezember, startete die Helvetia Baloise Holding offiziell an der Schweizer Börse SIX. Der Zusammenschluss, der am Freitag vollzogen wurde, schafft den grössten Allbranchenversicherer der Schweiz – mit über zwei Millionen Kunden.
Die Aktie der Helvetia Baloise Holding ist am Montagmorgen unter dem Börsensymbol HBAN mit einem Kurs von 198,20 Franken an der Schweizer Börse in den Handel gestartet.
Der Kurs lag da noch leicht über der Schlussnotierung der Helvetia-Aktie vom Freitag. Danach fiel er ins Minus und büsst gegen 11 Uhr gut ein Prozent ein.
Die Papiere der Baloise Gruppe, die technisch gesehen im Rahmen einer «Fusion unter Gleichen» in der Helvetia aufgeht, wurden derweil mit dem Vollzug der Fusion in neu ausgegebene Namensaktien der Helvetia Baloise umgetauscht und dekotiert.
Mit Helvetia Baloise entsteht ein Branchenriese
Für die Finanzgemeinde hat die Gruppe am Montag eine Rechnung mit Pro-Forma-Zahlen publiziert. Darin trägt sie die Geschäftszahlen der Versicherer zusammen inklusive Anpassungen, die sich aus der Fusion ergaben. Ins Gewicht fallen milliardenhohe Goodwill-Werte, die über die Jahre abgeschrieben werden.
Die Fusion hatten Helvetia und Baloise nach Ostern angekündigt und im Mai gaben die Aktionäre beider Firmen grünes Licht dazu.
Mit der Fusion entsteht ein Branchenriese, der über 22'000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Aktien der Baloise Holding konnten ein letztes Mal am Freitag an der SIX-Börse gehandelt werden, schreibt «Blue News».
Das kombinierte Unternehmen verfügt über ein Geschäftsvolumen von 20 Milliarden Franken. Damit erreicht Helvetia Baloise in der Schweiz einen Marktanteil von rund 20 Prozent.
Kostensynergien von 350 Millionen Franken erwartet
Das Management rechnet mit erheblichen Effizienzgewinnen durch den Zusammenschluss. Jährliche Synergien von 350 Millionen Franken vor Steuern werden angestrebt, schrieb die Baloise im April in einer Pressemitteilung.
Rund 80 Prozent dieser Einsparungen sollen bis 2028 realisiert werden. Allerdings fallen Integrationskosten von 500 bis 600 Millionen Franken an, die grösstenteils bis Ende 2028 anfallen werden.
Dividenden sollen deutlich steigen
Für Anleger besonders interessant ist die Dividendenperspektive des neuen Konzerns. Die Gruppe plant eine Erhöhung der Ausschüttungskapazität um 20 Prozent bis zum Geschäftsjahr 2029.
Bereits in diesem Jahr zeigten beide Versicherer starke Kursgewinne vor der Fusion. Helvetia-Aktien legten um 32 Prozent zu, Baloise-Titel um 21 Prozent, berichtet die «Neue Zürcher Zeitung».
Pro-forma-Zahlen zeigen Gewinnrückgang
Die ersten Pro-forma-Finanzinformationen offenbaren allerdings auch Herausforderungen. Das Halbjahresergebnis 2025 fällt mit 517 Millionen Franken niedriger aus als die Summe beider Einzelergebnisse.

Der Rückgang um rund 80 Millionen Franken ist buchhalterischen Anpassungen geschuldet. Besonders belastet das Ergebnis eine Abschreibung von 150 Millionen Franken auf immaterielle Vermögenswerte, wie «Investrends» erklärt.
Europäische Expansion bleibt strategisches Ziel
Über die Schweiz hinaus positioniert sich Helvetia Baloise als führender europäischer Versicherer. Die Gruppe ist in acht europäischen Märkten aktiv, darunter in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.
Zum Hauptsitz der neuen Gesellschaft wurde Basel bestimmt, wo die Baloise ihren Sitz hat und auch die Helvetia sehr gut vertreten ist. Der Hauptsitz von Helvetia liegt in St. Gallen.
An der Spitze der neuen Gruppe stehen Baloise-Präsident Thomas von Planta als Verwaltungsratspräsident und Helvetia-Chef Fabian Rupprecht als CEO. Im April 2026 wird die Gruppe ihren ersten vollständigen Jahresabschluss präsentieren und Details zur Integration offenlegen.












