Firmen setzen aufs Geschäft mit pflanzlichen Proteinen

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    Zürich,

    Der Hype um Veggie-Burger und Soja-Joghurt ist vorbei. Jungunternehmen mit Fokus auf pflanzliche Ernährung setzen deshalb aufs Firmengeschäft – und verkaufen Proteine statt fertige Produkte.

    Chips aus Biertreber: Schweizer Unternehmen haben den Markt für vegane Proteine für sich entdeckt. (Archivbild)
    Chips aus Biertreber: Schweizer Unternehmen haben den Markt für vegane Proteine für sich entdeckt. (Archivbild) - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

    Fleischalternativen haben es bei den Konsumentinnen und Konsumenten aktuell schwer. Laut dem jüngsten «Plant Based Food Report» von Coop wurden 2025 weniger Fleischersatzprodukte gekauft als im Vorjahr. Nach starkem Wachstum seit 2019 schwächte sich die Entwicklung 2024 ab und war 2025 sogar leicht rückläufig.

    Das hat erste Folgen: So musste das Berner Start-up Outlawz, das unter anderem für vegane Speckwürfel aus Bohnen- und Weizenprotein bekannt war, diesen Sommer Insolvenz anmelden. Dennoch sehen einige Schweizer Firmen noch Potenzial im Markt für pflanzliche Proteine. Das Zauberwort heisst «Business to Business» (B2B), also der Verkauf von Produkten von Unternehmen an andere Unternehmen statt an Endkonsumenten (B2C).

    In diesem Bereich ist etwa das Start-up Fabas tätig. Das 2021 gegründete Unternehmen startete zunächst als klassische B2C-Marke mit Produkten wie Hummus, Veggie-Burgern und Falafel. Seit 2025 konzentriert sich Fabas auf die Entwicklung funktioneller, pflanzlicher Zutaten für Lebensmittelhersteller.

    Bohnenprotein im Glacé und Joghurt

    «Wir haben erkannt, dass die zentrale Herausforderung häufig bei den pflanzlichen Rohstoffen liegt», sagt Mitgründerin Katharina Pälchen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Das heisst: Glacé- und Joghurthersteller benötigen Zutaten, die sich gut in bestehende Produktionsprozesse integrieren lassen und ihnen ermöglichen, überzeugende pflanzliche Produkte zu entwickeln.

    Daher liefert Fabas nun flüssige Extrakte aus Hülsenfrüchteprotein, die sich wie Kuhmilch verarbeiten lassen. «Unsere Zutaten sind besonders für Hersteller interessant, die neue pflanzliche Anwendungen entwickeln möchten, ohne dafür ihre gesamten Prozesse neu aufzusetzen», sagt Pälchen. Zu den Kunden gehört die Appenzeller Glacé-Manufaktur Sigrist, die mit den Extrakten vegane Glacé-Sorten kreiert.

    Frühstückscerealien aus Biertreber

    Ein ähnliches Konzept verfolgt das Appenzeller Jungunternehmen Upgrain. Dieses verarbeitet den bei der Bierproduktion anfallenden Gerstenmalztreber gemeinsam mit der Brauerei Locher zu Proteinen, Fasern und Flocken. Kunden können daraus zum Beispiel Backwaren, Frühstückscerealien, Snacks, Getränke oder Fleischalternativen herstellen.

    «Wir wollen Biertreberprotein als Zutat in der Lebensmittelindustrie etablieren», erklärt Mitgründer William Pyndt Beiskjær. Partner sei unter anderem Coop.

    Planted baut Industriegeschäft aus

    Auch der Fleischersatz-Hersteller Planted setzt teilweise auf das Firmengeschäft. «B2B ist für Planted ein strategisches Wachstumsfeld, das wir künftig noch gezielter ausbauen wollen», sagt Mitgründer Pascal Bieri.

    Neben fertigen Produkten wie Poulet-Alternativen will das Unternehmen aus Kemptthal künftig auch strukturierte Fleischstücke auf Erbsenbasis für Fleischverarbeiter oder Convenience-Hersteller produzieren. Die Stücke sollen von den Kunden dann lokal weiterverarbeitet werden können.

    Ei-Ersatz für stabilere Lieferketten

    Potenzial sehen Firmen aber auch im Bereich der Ei-Alternativen. Das Start-up Eggfield aus Illnau will mit Aquafaba, also Kochwasser von Hülsenfrüchten, ähnliche Eigenschaften wie Ei bieten, «ohne bei Qualität und Verarbeitung Kompromisse einzugehen». Zum Beispiel soll sich die Zutat ähnlich wie Ei aufschlagen lassen. Damit könne man Backwaren, Desserts oder Pasta machen.

    Das Produkt entstand 2019 aus Eigenbedarf der Leibacher Biber-Manufaktur: Für die vegane Biber-Produktion suchte Mitgründer Silvan Leibacher eine funktionale, natürliche Ei-Alternative ohne viele Zusatzstoffe. Mittlerweile vertreibt er seinen Ei-Ersatz an Lebensmittelhersteller und Gastro-Kunden wie Hiltl.

    «Die Vogelgrippe zeigt, wie fragil die Wertschöpfungskette beim Ei sein kann», betont Leibacher. Lebensmittelproduzenten wollten deshalb zunehmend ihre Abhängigkeit von einzelnen Rohstoffen reduzieren. Pflanzliche Alternativen können da helfen, die Beschaffung breiter aufzustellen.

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    Kommentare

    User #5569 (nicht angemeldet)

    jaja und in ein paar Jahren sind sie Konkurs

    User #4598 (nicht angemeldet)

    Firmen setzen aufs Geschäft mit pflanzlichem Rindergulasch mit Spätzle.

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