Das Spital Wetzikon verwirft definitiv das Infracore-Angebot
Im Ringen um die Zukunft des Spitals Wetzikon sollen die Gläubiger der Betreiberin GZO AG am 28. Oktober über den Anfang September vorgestellten Nachlassvertrag entscheiden. Das nachgebesserte Angebot des Spitalimmobilien-Unternehmens Infracore will die GZO nicht weiterverfolgen.

Die Gläubiger müssen dann schriftlich über den Nachlassvertrag mit einem Dividenden- und Stundungsvergleich entscheiden, wie die Sachwalter des Gesundheitszentrums Zürcher Oberland (GZO AG) am Freitag mitteilten. Der Vertrag sieht den Einschuss von Kapital der Thurgauer Spitalgruppe Thurmed vor. Er biete eine Dividende, die deutlich höher als die Erwartung im Fall eines Konkurses sei.
Infracore-Offerte nicht belastbar
Dagegen hat sich die GZO erneut gegen ein Angebot der Infracore AG entschieden, die ihren ursprünglichen Vorschlag in der vergangenen Woche noch nachgebessert hatte. Infracore hatte ihr Angebot für den Erwerb der Spitalimmobilien im Rahmen einer «Sale-and-lease-back»-Transaktion mit zusätzlichen Finanzierungselementen ergänzt, die laut GZO aber alle noch hätten verhandelt werden müssen.
Nach einer Prüfung der ergänzten Offerte sei die GZO zum Schluss gelangt, dass innerhalb der kurzen verbleibenden Zeit «kein belastbares» Verhandlungsergebnis erzielbar sei. Weil eine verlässliche Grundlage fehle, werde den Gläubigern nun auch kein alternativer Nachlassvertrag vorgelegt.
Dividende von 39,3 bis 47,5 Prozent
Der von der GZO bereits früher vorgelegte Nachlassvertrag sieht Dividendenzahlungen zwischen 39,3 und 47,5 Prozent vor. Abhängig ist das Ergebnis von der allfälligen Auflösung von Rückstellungen sowie von der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung des Spital.
Der Vertrag enthält ein verbindlich zugesagtes Wandeldarlehen der Thurmed AG. Die Spitalgruppe, die im Besitz des Kantons Thurgau ist, würde zudem das Recht erhalten, bis Ende 2027 eine Beteiligung von 51 Prozent an der GZO zu kaufen.
Die Dividendenerwartung bei einem Konkurs der Spitalgruppe liege derweil zwischen 17,7 Prozent und im besten Fall 29,3 Prozent, heisst es in der Mitteilung. Auch hier ist das Ergebnis von der Auflösung von Rückstellungen abhängig.






